Wohnmobil mieten mit Kleinkindern – das müsst ihr wissen

Wohnmobil mieten mit Kleinkindern – das müsst ihr wissen

“Lass uns ein Wohnmobil mieten, um uns ein wenig Auszeit zu gönnen! Nur wir, die beiden Kinder irgendwo im Nirgendwo! Wir haben ja alles dabei, das wird sicher entspannt!” Ich gebe zu, ganz unerfahren sind wir in Sachen Wohnmobil und Baby nicht. Unser Roadtrip durch Deutschland mit dem Baby im Wohnmobil war wirklich entspannt. Das Baby war vier Monate alt. Nun ist das Baby vier Jahre alt und die kleine Schwester eins….

Ich will nicht spoilern, aber: Wohnmobil mit Kleinkindern ist anders als Wohnmobil mit Baby.

Das ist auch der Grund für diesen Beitrag: Wer Camperneuling ist und das mit dem Wohnmobilreisen mit Kindern mal ausprobieren will, sollte einige Tipps beherzigen. Für euch habe ich einiges zusammengetragen, was euch beim Mieten eines Wohnmobils nützlich sein könnte. Seid ihr schon einmal mit einem Wohnmobil verreist? Ich verrate euch eines vorab: Egal ob ihr drei Tage oder drei Wochen mit den Kindern wegfahrt, die Menge an Dingen, die ihr einpackt, hält sich die Waage.

Wohnmobil mieten mit Kindern – meine Tipps

Familienkutsche: Das richtige Wohnmobil finden und mieten

Wohnmobile gibt es wie Sand am Meer, jetzt müsst ihr nur noch das Richtige für EUCH finden. Das hängt natürlich auch vom Einsatzzweck ab: Möchte ich auf einen Campingplatz? Fahren wir jeden Tag woanders hin? Müssen wir anfangs Strecke machen? Geht es durch die Berge oder auf eine Fähre? Und welches Kinder-Equipment muss unbedingt mit? Wie viele Personen fahren mit?

Ihr seht, im Vorfeld müsst ihr schon einiges für euch klären. Denn Wohnmobile gibt es einfach in so vielen Ausführungen und nicht alle sind für jeden Einsatzzweck geeignet:

Wie viel Platz brauchen wir im Wohnmobil?

Baby an Bord: Sprinterbasis oder Camper

Verreist ihr nur mit einem Baby, braucht ihr auf die riesige Familienkutsche nicht zu verzichten. Aber einfacher im Handling sind kleine Wohnmobile auf Ducato- oder Sprinterbasis, beispielsweise teilintegriert, ohne Alkoven mit Doppelbett (der Nachwuchs kann bei euch im Bett schlafen – es sei denn, ihr wollt getrennte Betten).

Gewickelt wird auf Bank, Tisch oder Bett und der Kindersitz steht direkt hinter euch.

Eine andere Möglichkeit sind kleine Campervans, wie der Ford Nugget mit Hochdach oder ein VW California. In dieser Fahrzeugklasse findet ihr auch eine große Auswahl mit unterschiedlichen Angeboten in Sachen Komfort. Sogar Toiletten haben einige dieser Modelle bereits an Bord.

Kleinkinder an Bord

Mit Kleinkindern ist das Verreisen mit dem Wohnmobil wohl die größte Herausforderung: Der Bewegungsdrang ist groß, meist wollen die kleinen Großen noch bei den Eltern schlafen und die Trotzphase macht das Leben auf engstem Raum nicht einfacher. Für uns ist daher ein Fahrzeug mit Alkoven am angenehmsten: Hier können die Kinder nach Herzenslust hoch und runter klettern, die Leiter versperrt den Weg in die Fahrerkabine und es gibt genügend Betten an Bord.

Schulkinder an Bord

Schulkinder sind flexibler und können sich auch schon mal länger alleine beschäftigen und beim Umbau der Sitze helfen. Allerdings wünschen sich ältere Kinder meist mehr Privatsphäre. Je nach Reiseziel oder Reiseart würde ich zu einem Campervan oder Alkovenmobil mit Stockbetten tendieren.

Tipp: Sprecht mit den Wohnmobilvermietern und erzählt ihm, was ihr vorhabt, der Vermieter kann euch Empfehlungen aussprechen. Denn nicht überall passen auch zwei Kindersitze nebeneinander!

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Unsere erste Tour mit einem Mietmobil und Baby im Jahr 2016

Meine Learnings: Wohnmobil mieten mit Baby, Kleinkind und Kind – das solltet ihr wissen

Kindersitze & Co

  • Betten umbauen mit kleinen Kindern kostet Nerven und Kraft. Besser ist ein Wohnmobil, wo nichts umgebaut werden muss
  • Die meisten Wohnmobile haben KEIN Isofix. Damit entfällt häufig das Anschnallen im Reboarder. Kümmert euch um passenden Ersatz, bevor die Reise losgeht
  • Ist genug Platz für Kindersitze nebeneinander?
  • Manchmal sind Dreipunktgurte schon etwas ausgeleiert. Fixiert den Kindersitz zusätzlich mit einem schmalen Spanngurt (für euch getestet, aus Gründen…)
  • Die meisten Kindersitze sind nicht für Beckengurte zugelassen. Gibt es genügend Dreipunktgurte im Fahrzeug?
  • Isofixhalterungen (Stützbeine) nie auf leere Ladeklappen stellen

Essen und Trinken im Wohnmobil

  • Kauft Sachen, die schnell auf den Tisch kommen.
  • Gegessen wird am Tisch. Am besten draußen. Getränke werden schnell verschüttet; ärgerlich bei Saft auf hellen Polstern.
  • Der Kühlschrank kühlt unter Umständen nicht so gut, verderbliche Ware sollte schnell verzehrt werden
  • Nehmt eine Checkliste zur Hilfe, was ihr unterwegs braucht. Meist werden die Wohnmobile ohne Geschirr vermietet.
  • Picknickdecke statt Campingtisch geht bei wenig Stauraum auch, die Kinder werden es lieben

Leben im Wohnmobil

  • Ein Handfeger griffbereit erleichtert euch das Leben beträchtlich. Ansonsten tun es auch Feuchttücher.
  • Ihr braucht weniger Spielzeug, als ihr eingepackt habt. Trust me.
  • Eine halbhohe Sicherung des Alkoven schützt Kinder nicht vor dem Absturz. Bei ganz Kleinen legt sich besser noch ein Erwachsener davor
  • Die Tür sollte über einen Mückenschutz verfügen. Nächtliche Mückenjagd im Wohnmobil ist wirklich unlustig.
  • Lasst euch im Vorfeld vom Vermieter alles zeigen. Das kann schon mal eine gute Stunde dauern. Wenn ihr Entsorgen wollt, spart das nämlich Nerven.
  • Im Wohnmobil ist es warm. Vor allem im Sommer unterm Alkoven.
  • Baut nicht die Sicherung zu – die ist leider oft in Kleiderschränken versteckt und fliegt durch Kleidung, Koffer oder Taschen, die in den Kurven darauf lasten, auch mal raus

Stauraum im Wohnmobil

  • Gibt es wenig Stauraum und keine große Heckgarage, wird es eng für Kinderwagen und Co.
  • Ein Buggy, Reisebett oder Kindersitz ist Gold wert, damit ihr mal die Hände frei habt, sonst kommt ihr zu gar nichts (je nach Kindesalter): Ist Platz dafür vorhanden?
  • Eine Hängegarderobe von Ikea ist Gold wert: So habt ihr auf einen Schlag viele Staufächer im Schrank
  • Ein Laufrad passt auch in die Dusche (bitte mit Handtüchern einwickeln (Kratzer) – danke für den Tipp, liebe Nachbarin
  • Fahrradträger sind praktisch: So seid ihr am Ziel mobil

Reisen im Wohnmobil

  • Spielgefährten für Kinder im gleichen Alter machen das Leben leichter (für euch getestet).
  • Mit Kleinkindern ist Strecke machen eher mau. Die wollen sich bewegen und regelmäßig essen. Babys sollen im Kindersitz nicht lange am Stück sitzen
  • Ab sechs Meter Länge wird es auf Fähren teurer!
  • Große Alkovenmobile sind eher nicht für kleine Straßen rund um Gardasee oder enge Bergpässe geeignet
  • Große Wohnmobile haben ein anderes Fahrverhalten aus ein PKW. Sind die Stützen beim Halten nicht ausgefahren, schwankt es teilweise wie auf einem Schiff (kein Scherz!) – Achtung, Seekrankheit!
  • Mit Dachbox und Fahrradträger seid ihr höher und länger: Pinnt euch einen Merkzettel neben das Lenkrad.
  • Klärt vorab, in welche Länder ihr fahren dürft und wie hoch die Frei-Kilometer sind
  • Das Wohnmobil sollte Auffahrkeile, Feuerlöscher und Warnwesten an Bord haben

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Anni

    Klasse Tipps! Das mit den Spanngurten merke ich mir; ist das denn erlaubt?

  2. Bea

    Tolle Tipps! Das mit dem Isofix wusste ich gar nicht. Wir wollen im Herbst durch Frankreich fahren. Viele Grüße Bea

  3. Steffi

    Fantastisch! Ich kann jeden Punkt unterschreiben. Wir waren im Januar und Februar mit einer 3-jährigen und einem 1-jährigen Kind für zwei Monate mit dem Wohnmobil in Tasmanien unterwegs und hatten unterwegs auch so unsere Learnings 😉
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Kuchenerbse

      Tasmanien klingt ja traumhaft, liebe Steffi! Wenn ich Zeit habe, lese ich bei dir gerne vorbei, das klingt nämlich total spannend und ich hoffe ja, dass du darüber auf dem Blog geschrieben hast. Liebe Grüße zurück
      PS: Was war euer größtes Learning?

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