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Adventskalender für Kinder zum selbst befüllen – weniger Krims, mehr Krams

Adventskalender für Kinder stellen uns Eltern jährlich vor viele Herausforderungen: Befüllen wir die Kalender selbst? Kaufen wir einen von der Stange? Ist Paw Patrol eigentlich noch in? Welche Adventskalender für Kinder sind derzeit überhaupt auf dem Markt? Und was gehört bloß in einen selbst gemachten Adventskalender?

Bisher haben wir unsere Adventskalender gekauft. Von Anfang an haben wir hübsche Kalender von Coppenrath an unseren Kühlschrank gehängt, mal mit Musik, mal ohne, aber mit mit Bildchen (und ohne Schoki). Die Kinder werden älter, und als der Sohn mitbekam, dass andere Schoki im Kalender hatten, wars das. Also Schokoladenkalender. Und Pixiebuchkalender. Aber ehrlich, wir haben mittlerweile 111 Pixiebücher (gefühlt), und einige Geschichten sind ziemlicher Mist. Noch mehr Bücher erträgt auch das Regal nicht.

Dieses Jahr solls also ein selbstgemachter Adventskalender werden. Nicht so einfach: Darf nicht schnell zu zerstören sein, soll ja noch Jahre halten. Damit sind diese kleinen Kartonhäuser raus. Ebenso Papiertüten. Wobei, Konfetti können wir an Fasching durchaus brauchen… Säckchen ist eine Fummelei, ist einfach schon so raus. Und diese niedlichen Holzkalender, ja da passt fast nichts hinein. Also, um es kurz zu machen, es werden Trollsocken.

Unser Adventskalender für Kinder – das erste Mal

Trollsocken-Adventskalender – was?

Trollsocken sind kleine gehäkelte Socken, aufgereiht als Adventskalender. Auf Etsy wird so etwas feilgeboten. Aber auch eigene alte Socken oder Babysocken eignen sich prima dafür: Einfach mit Wäscheklammern aufreihen, fertig.

Stellt sich nun die Frage, was alles in den selbstgemachten Adventskalender hinein soll. So riesig sind die Trollsocken auch wieder nicht. Viel Spielzeug möchte ich auch nicht drin haben. Und Schokolade aus Kinderarbeit verdirbt ja rasch den Appetit, also mir. Viel Wissen hat auch seine Nachteile.

Schokolade im Adventskalender aus Kinderarbeit? Wo denn?

Auch heute noch müssen rund 2 Millionen Kinder auf Kakao-Feldern arbeiten, um ihre Eltern zu unterstützen, da diese zu wenig verdienen. Kakaohandel ist ein schmutziges Geschäft. Schauen wir mal in den Laden: Was kostet der Riegel Kinderschokolade da? Oder die Tafel mit der lila Kuh? Das ist nur möglich, weil die Kakaobauern ausgebeutet werden – und ihre Kinder auf den Feldern mithelfen.

Kinder müssen gefährliche Arbeiten verrichten

Kinder ab fünf Jahren müssen mit Macheten die Kakaoschoten von den Bäumen schlagen. Oder sie schleppen kiloschwere Säcke mit Kakaobohnen. Oder befinden sich auf den Feldern, während Pestizide gespritzt werden. Oder müssen die Pflanzengifte selber auf den Feldern verteilen, ohne Schutz.

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Eine Kakaofrucht wird mit der scharfen Machete von der Pflanze abgetrennt.

Schule? Sklavenarbeit

Würden die Bauern fair bezahlt, müssten weniger Kinder auf den Feldern arbeiten: Sie könnten eine Schule besuchen. Solange das so nicht ist, schuften kleine und große Kinder für M&Ms, Milka, Mars oder Snickers auf den Kakaofeldern. Außerdem werden häufig Kinder aus Nachbarstaaten entführt, um als Sklaven auf Kakaofeldern zu arbeiten. Ein Kind kostet in Westafrika etwa 230 Euro.

Und jetzt stell dir vor, das geht um dein Kind, das entführt wurde…

Fairtrade Schokolade ist da besser: Die Bauern bekommen mehr Geld, die Kinder arbeiten nicht auf den Feldern mit. Ausgeschlossen werden kann das nie, dennoch besuchen diese Kinder die Schule – sonst wird das Siegel entzogen, es gibt weniger Geld.

Fairtrade statt Fokolade

Zu den Gütesiegeln für faire Schokolade gehören u.a. Rainforest Alliance, UTZ und Fairtrade oder GEPA. Die Gütesiegel garantieren nachhaltigen Landbau, bessere Gesundheitsbedingungen, höhere Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit oder Förderung von Frauen. Fairtrade ist auch klimafreundlicher.

Übrigens: Schon im Jahr 2001 hatten Schokoladenhersteller, darunter Ferrero, Mars und Nestlé, im Harkin-Engel-Protokoll versprochen, die schlimmsten Auswüchse von Kinderarbeit bis 2005 zu beenden. Dieses Ziel wurde bisher nicht erreicht und wurde häufig revidiert. Ich empfehle auch, den Film “Schmutzige Schokolade” zum Thema einmal anzusehen.

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Zurück zum eigentlichen Thema #sorrynotsorry – unserem Adventskalender. Ich erzähle dir, was in unserem selbstgemachten Adventskalender landet.

Adventskalender für Kinder – FAQ

Was kommt alles in einen selbstgemachten Adventskalender für Kinder?

Unsere Kinder können noch nicht lesen, deshalb kann ich es ja verraten: Heuer finden die Kinder fair gehandelte Schokolade (Mini-Schokotäfelchen aus Vollmilchschokolade) im Adventskalender. An einigen Tagen packe ich auch andere Kleinigkeiten hinein:

  • Buntstifte aus Holz
  • Wachsmalstifte
  • Holzstempel mit Holzgriff
  • Mini-Schokolade von GEPA
  • Aufkleber der Lieblingshelden
  • Schutzengel aus Olivenholz

Mehr Ideen für einen nachhalten Adventskalender findest du beispielsweise bei der KRÄMERIN.

Was kommt in den Adventskalender für Kleinkinder?

Speziell für Kleinkinder eignen sich andere Dinge als für Vorschulkinder. Die Verschluckgefahr ist groß, alles was irgendwie in Mund, Nase oder Ohr passt, vermeiden wir bei der Zweijährigen. Vor kurzem hatte es erst ein Knopf ins Nasenloch geschafft… Seufz.

  • Wachsmalstifte
  • Buntstifte zum Malen mit und ohne Wasser
  • Fingerpuppen aus Filz (z.B. bei Echtkind)
  • Holzstempel mit Griff (Beispiel)
  • Seidentücher
  • Holzfiguren (Tiere, Puppen)
  • Holzzug & Waggons (über mehrere Tage)
  • Lego Duplo Bausteine (oder ähnlich)
  • Knetbienenwachs (ab drei, funktioniert bei uns schon ab 2,5 Jahre)
  • Knete, selbstgemacht oder gekauft
  • Fingerfarben
  • Selbstgemachte Kekse

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Was kommt in den Adventskalender für Vorschulkinder?

  • Buntstifte aus Holz
  • Filzstifte oder Gelstifte
  • Zaubernüsse (Walnussschalen mit kleinen Puppen innen liegend, z.B. bei Echtkind)
  • Holzfiguren
  • Lego
  • Playmobil-Einzelteile
  • Wasserfarben (einzelne Kästchen)
  • Süßigkeiten
  • Murmeln (Empfehlung: Ohne Kleinkinder im Haus)
  • Pinsel
  • Ausstecher für Plätzchen, zum Beispiel Disney, Einhörner oder Superhelden
  • Roboter-Seife (gesehen und gekauft bei Etsy) oder Dino-Seife
  • Selbstgemachte Kekse
  • Bausatz für Lebkuchenhaus
  • Puzzleteile

Was in den Adventskalender für Teenager?

Teenager haben wir zwar noch nicht, aber Ideen sammele ich trotzdem: Nichten und Neffe sei Dank kommen hier auch einige Ideen zusammen:

  • Schöne Stifte
  • Motiv-Radiergummis
  • USB-Stick
  • Süßigkeiten
  • Besondere Magnete
  • Witze auf Papierrollen
  • Kosmetik oder Nagellack
  • Coole Aufkleber oder Tattoos
  • Würfelspiele
  • Handyzubehör
  • Gutscheine (Dönerbude, Kino, Medienzeit usw.)
  • Mini-Notizbuch
  • Parfumproben
  • Rubbellose
  • Kosmetikpads (wiederverwendbar)
  • Haarseife

Welche Adventskalender zum selbst befüllen gibt es für Kinder zu kaufen?

Wer gar keine Lust und Zeit hat, etwas selber zu basteln (versteh ich ja total…), für die gibt’s einige nette Adventskalender zum selbst befüllen zu kaufen:

  • Adventskalender zum selbst befüllen aus Holz
  • Trollsocken-Adventskalender zum selbst befüllen
  • Papiertüten bunt bedruckt zum Befüllen, z.B. von Papierdrachen mit Einhörnern

  • Stoffsäckchen zum Befüllen (Beispiel)
  • Adventskalender zum Hängen mit 24 kleinen Fächern (Beispiel)


Ein Adventskalender, den wir jedes Jahr selber füllen können, ist ein winzig kleiner Teil für mehr Nachhaltigkeit in unserem Alltag. Dazu zählt auch für uns, Plastik einzusparen und fair produzierte Schokolade zu kaufen. Ja, das klappt nicht immer. Aber wenn wir es realisieren können, versuchen wir es. Immer wieder, immer öfter. Aber nicht immer. Nachhaltig Leben braucht tatsächlich Übung. Das habe ich gemerkt, als ich an ein plastikfreies Badezimmer gedacht hatte – und schnell an Grenzen stieß. Aber nach und nach einige Dinge zu ersetzen, ist besser, als sich nicht aus der Komfortzone zu bewegen. Und ja, das ist alles auch eine Budgetsache. Es gibt Familien, die sind froh, wenn sie 99 Cent für einen Kalender ausgeben können. Und weißt du was? Das ist total in Ordnung. 

In Ordnung ist allerdings nicht die Ausbeuterei der Schokoladenindustrie. Hier müssten die Stellschrauben gedreht werden und faire Löhne gezahlt werden. Ist auch für uns alle besser: Diese Billigschokolade, deren Hauptbestandteil Zucker und Glucosesirup ist, überschwemmt dann nicht unseren Alltag (“Kassenleckerlis).

Über welchen Kalender freut sich dein Kind bzw. deine Kinder dieses Jahr?


Dieser Beitrag enthält einige wenige Affiliate-Links. Die Schokoladenempfehlung kommt von Herzen (alles selbst gekauft).

Quellen

Bilder

PixieMe | Switlana Sonyashna Shutterstock 

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