Einmal Nerven, bitte! Praktische Tipps für Eltern im Stress

Einmal Nerven, bitte! Praktische Tipps für Eltern im Stress

Eltern-Nerven liegen ja nicht nur zu Corona-Zeiten blank – nein, wenn am Ende des Tages keine Nerven mehr übrig sind, geht der Stress erst los: Geschrei, Weinen, Machtkämpfe und Türenknallen – alles Ergebnis von Überforderung im Alltag und zuviel Stress. Homeschooling, Homeoffice, Arbeit außerhalb, Kleinkind-Bespaßung, schreiende Babys, unausgelastete Teenager, Schmerzen, Existenzängste, Dauerbeschallung durch Medien und kaum Entlastung bringen uns täglich an unsere Grenzen.

Die schlechteste Lösung: Eskalation. Durch vorgefertigte Muster aus der eigenen Vergangenheit schaffen wir es immer wieder, Situationen eskalieren zu lassen. Klar darf Mama mal ausflippen und Gefühle zeigen. Aber Dauergebrüll ist auch keine Lösung und Anschreien oder das Sagen von ungerechten Dingen macht auf Dauer die Kinderseele kaputt. Zumal man sich als Mutter oder Vater auch nicht besser fühlt.

Seit Corona knallts auch bei uns öfters: Die Kinder unausgelastet, der Druck, alles unter einen Hut zu bekommen, ist hoch. Dazu noch Autonomiephase und Wackelzahnpubertät. Jackpot. Das geht vielen Familien so. Wobei, einige genießen ihre Familienzeit regelrecht. Daumen hoch, wie macht ihr das bloß?

Meine Tipps können nicht zaubern und euch von der bösen Hexe zur guten Fee wandeln (ja, da schwingen Karnevalfantasien mit). Aber vielleicht können sie eine Stütze im Alltag sein und manchmal den Stress etwas mindern. Wie geht es euch gerade mit dem Stress? Wächst euch alles über den Kopf oder ist da noch Raum, den Alltag anders zu gestalten?

Praktische Tipps für Eltern im Stress

Die richtige Ernährung bei Stress

Ernährung ist die halbe Miete in Sachen Stressreduktion: Wer nur zuckerhaltige Lebensmittel, viel verarbeitete Produkte (Fertiggerichte, Wurst etx.) oder hauptsächlich Weißmehl futtert, ist reizbarer. Achtet auf ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Nüsse, Fisch und gute Öle helfen dem Körper, genug Omega-3-Fettsäuren zu speichern. Diese gesunden Fettsäuren machen eure Nerven stärker.

Nahrungsmittel für die Nerven:

  • Cashewkerne
  • Bananen
  • Hülsenfrüchte
  • Blattgemüse
  • Fisch
  • Kakao (Bitterschokolade)
  • Haferflocken
  • Nüsse
  • Paprika
  • Beeren
  • Avocado

Tee beruhigt die Nerven

Reduziert Kaffee, trinkt mehr Tee: Tatsächlich hilft einigen Menschen, den Kaffee auf ein oder zwei Tassen zu reduzieren. Ich habe das ausprobiert und merke tatsächlich, dass ich ruhiger im Alltag reagiere. Morgens gibt es eine Tasse Grüntee, danach eine Kanne Roibostee. Zwischendurch ein wenig Kaffee mit Sojamilch, das dankt dann am Abend auch der Blutdruck. Sonst trinke ich immer eine halbe Kanne Kaffee am Tag… Es gibt sogar spezielle Teemischungen mit Kamille oder Lavendel, der die Nerven beruhigt.

Ommmm – Atmen nicht vergessen

Tief durchatmen: Nehmt euch am Tag bewusst einige Minuten Zeit, tief in den Bauch zu atmen. Das senkt den Stresspegel und stabilisiert den Blutdruck. Meist atmen wir ganz flach, die Luft gelangt gar nicht bis zum hinunter. Prüft das mal eben selbst bei euch – wie ist die Atmung?

Mach mal Pause

Manchmal ist es gut, eine Pause einzulegen. Die Nächte sind unruhig? Vielleicht können euer Partner und du euch einfach abwechseln; einer schläft woanders mit Ohropax. Oder ihr geht alleine Spazieren, während der Partner die Kinder bespasst. Und wenn gar nichts mehr geht, geht in einen anderen Raum. Und macht die Tür für 10 Minuten hinter euch zu. Das ist natürlich abhängig vom Alter der Kinder.

Gesundheits-Check

Wer nur noch reizbar ist und der Tag im Dauergebrüll endet, sollte auch seine Gesundheit überprüfen: Stimmt der Blutdruck, die Zuckerwerte? Sind alle B-Vitamine ausreichend im Körper vorhanden? Spielen die Hormone verrückt? Ein einfaches Blutbild reicht da leider nicht immer. Nach Absprache mit dem Arzt solltet ihr auch Magnesium, Kalium und Vitamin D3 checken lassen.

Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel

Manchmal sind Nahrungsergänzungsmittel eine Hilfe für sehr reizbare Personen. Bei mir kommen durch den Reizdarm beispielsweise gar nicht alle Nährstoffe im Körper an, ich muss supplementieren. Die Apotheken verkaufen baldrian- und lavendelhaltige Drops wie Eisverkäufer ihr Eis bei 35 Grad im Schatten. Wer seine Werte checken hat lassen, kann konkret Nahrungsergänzungsmittel zuführen. Mikronährstoffe wie Ginseng oder Rosenwurz, Vitamin C, A und E und auch B-Vitamine, Mangan, Tryptophan, Magnesium oder Calcium.

Bewegung gegen Stress

Regelmäßige Bewegung senkt den Cortisolspiegel im Blut. Wer sich regelmäßig Auszeiten nimmt um sich zu bewegen, nimmt manche Dinge mit mehr Humor als mit Geschrei. Spazieren, Radfahren, Joggen, Rudergerät – egal was, Hauptsache, ihr kommt in Schwung.

Medien-Auszeit

Packt das Handy weg. Durch das Dauerberieseln seid ihr tatsächlich gestresster, immer in Erwartung nach etwas Neuem. Führt einfach bestimmte Zeiten ein, an denen das Handy wegkommt. Habt ihr das schon einmal probiert?

Ändert was – denn das sind die Folgen von Stress

Ist euer Körper dauerhaft Stress ausgesetzt, führt das im Körper zu permanenten Entzündungen – chronische Krankheiten können die Folge sein: Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck), Diabetes Typ 2, Demenz, Rheuma oder sogar Krebs.

Wie läufts bei euch in Sachen Stress? Manche Tage sind hier einfach zum Wegwerfen. Aber so geht es uns wohl allen, oder?

Vorsicht: Wer aus der Stressfalle nicht herauskommt, kann leicht in eine Depression rutschen. Konsultiert auf jeden Fall euren Arzt!

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Julia

    Hallo Victoria,
    Das ist wieder mal so schön geschrieben von dir 🙂 Vielen Dank. Jeder Mama und jedem Papa reichen manchmal die Nerven nicht. Das geht mir genauso. Ich kann so gut mit dir mitfühlen.
    Bei mir helfen Massagen. So eine gönne ich mir ab und zu. Da kann ich so gut runterfahren und bin danach wie neu geboren.
    LG
    Julia von We Are Moms

    1. Kuchenerbse

      Liebe Julia,
      vielen Dank. Ich freue mich ein wenig zu hören, dass es nicht nur mir so geht. Oh Massagen sind ein Träumchen. Den Tipp nehme ich gern mit. Vor unseren Kindern war ich tatsächlich auch regelmäßig – und das war so toll. Vielleicht sollte ich das wieder einbauen – danke für deine Anregung 🙂 LG Victoria

  2. Kai Schöning

    Ich glaube, alle Eltern wissen genau wovon du hier schreibst. Ich danke dir für die zahlreichen Tipps, den einen oder anderen versuche ich im nächsten Monat einfach mal zu beherzigen.

    1. Kuchenerbse

      Hallo Kai, danke für deinen Zuspruch. Ich denke immer, ich bin die einzige dir hier so rumbrüllt weil die Nerven nicht mehr reichen und man einfach nur eine Pause braucht… Auch dir weiterhin gute Nerven und berichte gern, was bei dir gut geklappt hat! lg

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