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Nein, danke – Reiseziele, die ich 2021 nicht bereise

Das Jahr 2021 beginnt mit großer Reisesehnsucht. Reisen ist ja jetzt nicht so das Ding, nachdem Corona aus dem Loch gekrochen kam. What a mess. Ernsthaft: Unnötige Reisen und Kontakte sind jetzt einfach zu vermeiden. Trotzdem habe ich Fernweh. Ich glaube, das geht ganz vielen so. Und um davon abzulenken, habe ich eine not-to-go-bucket-list-2021 erstellt.

No-go-areas 2021 für Eltern – na gut, für mich – ich habe sie gelistet. Eigentlich hätte ich lieber die Reiseziele gelistet, die wir besuchen wollten, aber da krieg ich schlechte Laune. Letztendlich zählt sowieso nur eins: Gesundheit. Und Reisen, das ist Luxus, kein Grundrecht. Das möchte ich an dieser Stelle vorwegnehmen. Ich will mich nicht in die Schlange der Leute einreihen, die nach ihrem Pauschalurlaub schreien und darauf beharren, dass das Leben ohne zwei Wochen Mallorca zusammenbricht. Nein. Aber ich denke, jeder darf auch mal traurig sein, dass sich das Leben geändert hat und wir nicht einfach so unbedarft irgendwo hinreisen können.

Um es kurz zu sagen: Ja, man kann es bedauern, dass das Leben sich geändert hat und gleichzeitig für die Maßnahmen zur weiteren Verbreitung des Virus sein. Geht beides, für euch erprobt.

Diese Reiseziele werden es 2021 nicht…

Sansibar

Sansibar ist derzeit das Topziel vieler Digitaler Nomaden und Realitätsflüchtlingen. Corona? Nie gehört. Gibts hier nicht. Das gerne-Argument, das häufig von den meisten zwitschernden Globetrottern mit Hang zur Selbstdarstellung zu hören ist: Hier stirbt ja niemand an Corona. Nun ja. Das liegt wohl mitunter daran, dass die Toten nicht der Pandemie zugeschrieben werden und zudem ist die Durchschnittsbevölkerung etwas jünger als in den Industrienationen. Corona-Tests oder gar Quarantäne? Nicht hier! Die Lufthansa fliegt momentan für rund 600 Euro ins Pandemie-Paradies, wie schön! Ich hoffe, es bleibt bei one-way-Flügen.

Mexico

Mexico steht auf der Hitliste Reisender ganz oben. Weil: Nach mehrtägigem Aufenthalt gehts ohne Quarantäne in die USA, zum Beispiel nach Florida zum Spring Break. Okay… Badegäste aus Europa oder Nordamerika, Mexiko gehört zu den Top 3 Reisezielen während der Pandemie. Die Inzidenzwerte sind hoch, aber wen interessiert das am Strand mit Cocktail und Vollanimation? Und, so ein Glück, keine Masken! Davon abgesehen das Kartell-Problem: Viele Unschuldige sterben täglich, die Regierung teils korrupt oder überfordert. Nö. Lass mal.

Tschechien

In Tschechien herrscht Notstand, hier wütet Corona, weil die Regierung im Wahljahr die Wähler mit Lockdowns nicht verunsichern wollte. Ja, ich spreche von Tschechien. Nun ist der Scheiß mutiert, und diese Variation greift wohl besonders aggressiv Kinder an. Für die gibt es nicht mal Impfungen. Fazit: Regierung hat geschlampt, ausbaden müssen es andere. An die Grenze wird momentan Impfstoff verteilt, als gäbe es kein Morgen. Also, fast. Wenn denn mal greifbar, der Impfstoff. Wobei die Tschechei durchaus ein hübsches Fleckchen Erde ist, ich habe es bereits dreimal bereist.

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Ungarn

Ich liebe Ungarn. Ein wunderbares Land mit so netten Menschen. Und Budapest erst! Ich liebe Budapest. Ich war geschäftlich dort, und nur kurz, und ich möchte unbedingt wieder dort hin. Aber ernsthaft, die Politik dort – geht doch mal gar nicht. Ungarns Regierungschef leidet an Amnesie und hat vergessen, dass er zur EU gehört und ignoriert gewissenhaft die Regularien, anders kann ich es mir nicht erklären. Nope.

Überlaufene Campingplätze mit Vollanimation

Camping ist der Trend seit Corona. Ja, wir haben auch ein Wohnmobil. Allerdings fühlen wir uns der Natur näher als Campingplätzen. Und nichts kann schlimmer sein, als zu Corona-Zeiten mit 1.000 anderen Campern dicht an dicht den Webergrill anzuwerfen und die Bratwurst zu brutzeln, während aus Lautsprechern Musik für die Kinderanimation dröhnt. Also, für uns.

Portugal

Portugal ist ja ein Traum. Die Bevölkerung leidet wahnsinnig unter Corona und wird, weils so schön ist, auch noch von Campern und Digitalen Nomaden überrannt, die sich einen Dreck um die Bevölkerung scheren. Aus Solidarität (und wegen dem C-Wort) gehts dort nicht hin dieses Jahr. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Irgendwann besuchen wir wieder das Haus am Meer.

Brasilien

Regierungschef Bolsonaro lässt Regenwälder abholzen, verharmlost Corona und ignoriert die Armut. Mehr muss ich eigentlich nicht sagen.

Dubai

Dubai kenne ich als Transitland. Das erste Mal war ich dort 2001, dort standen nur eine Handvoll Hochhäuser. Es ist sicherlich eine spannende Sache, Goldbasare, Wolkenkratzer und Touristen, die im Luxus baden wollen – zu erschwinglichen Preisen. Das denken sich sicher auch die ganzen InfluencerInnen, die Dubai zum Corona-Trendziel machen. Scheiß auf die Frauenverachtung oder das Ausbeuten von Minderheiten und Leiharbeitern aus armen Ländern. Aber der Blick auf Wüste und Meer, unbezahlbar. Ob Latifa das auch noch genießen kann?

Katar

Ich sage nur “Fußball-WM” und “Baustellen-Tote”. Reicht.

Tansania

Dasselbe wie Sansibar. Denn Sansibar gehört zu Tansania. Der Staatschef, der Corona leugnet und alle Touristen willkommen heißt, ist übrigens tot. Corona.

Das waren sie, meine “not-to-go-Bucketlist” für Familien (bzw. unsere Familie). In welches Land würdet ihr keinesfalls Reisen, auch wenn ihr die Möglichkeit hättet? Letztes Jahr waren noch einige andere Länder auf meiner Liste, das lest ihr hier.


Beitragsbild: Aufgenommen in Porto 2018. Irgendwann kommen wir gerne wieder.

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