11 Orte, die ich 2020 auf keinen Fall mit Kindern bereisen werde

11 Orte, die ich 2020 auf keinen Fall mit Kindern bereisen werde

Huch, Orte, die ich nicht mit Kindern bereisen werde? Sind das Orte, die super gefährlich sind? Sind das Reiseziele, die für Familien gar nicht geeignet sind? Jein. Ich habe ein Sammelsurium an Reisezielen zusammengetragen, die für meine Familie denkbar ungeeignet sind. Es gibt sicher Familien, die durchaus mit ihren Kindern dort urlauben werden bzw. würden. Hui, jetzt habe ich euch neugierig gemacht, stimmts?

11 Orte, die ich dieses Jahr mit meinen Kindern nicht bereisen werde: Es gibt natürlich noch mehr Urlaubsziele, die für uns nicht in Frage kommen. Aber ich versuche, mich auf diese Top 11 zu beschränken. Und natürlich findet ihr auch ein Quäntchen Humor in meinen Zeilen wieder. Familienurlaub, wir kommen – nicht!

11 Reiseziele, die nicht für Familien mit Kindern geeignet sind – meine Hitliste der no-go-Areas für Familien – eine Negativliste für euren nächsten Urlaub

Venedig in den Sommerferien

Venedig ist toll, keine Frage. Leider hat Venedig auch mit Massentourismus zu kämpfen, die Folgen sind gravierend. Davon abgesehen, sich zusammen mit Hunderttausenden in sengender Sonne durch schmale Gassen zu zwängen, ein Vermögen für Eiscreme zu investieren und stundenlang in einer Schlange aufs nächste Wassertaxi zu warten… Wer Venedig dennoch bereisen will, dem empfehle ich den November. Packt Gummistiefel ein. Falls die dann noch ausreichen.

Die Insel Volcano (Liparische Inseln, Italien)

Stinker-Alarm! Nein, nicht in der Windel, sondern auf der Insel. Grund sind die zahlreichen Schwefelvorkommen und die Schwefelquellen. Für Kururlauber prima, für tobende Kleinkinder und Laufanfänger ist das nichts. Aber später, da steht die Inselkette auf meiner imaginären Wunschliste!

Cinque Terre im Sommer

Kennt ihr die malerischen bunten Küstenorte in Norditalien? Cinque Terre, ein Sehnsuchtsziel für Fotografen, Entdecker und Genießer. Es ist wunderschön dort, ich kenne die Küstenroute. Aber im Sommer mit massenhaft Touristen durch die Gässchen japsen, vollbelegte Cafes umrunden oder ewig auf einen Parkplatz warten (UND dann noch die längeren Wegstrecken zu Fuß vom Parkplatz in die Orte…). Nein.

Auf gar keinen Fall. Ich habe die Gegend im Oktober besucht und selbst da war noch einiges los. Aber der Gedanke an eine Atmosphäre wie auf einem Rammsteinkonzert (so stelle ich mir den Besuch dort im Hochsommer vor), nein, nein, nein. Ich mag Menschenmassen nicht gerne. Und da sind viele. Menschen.

Subkontinent Indien

Indien hat mich bereits als Kind fasziniert. Leider ist von der Faszination nicht mehr viel geblieben, dafür umso mehr Angst, dort furchtbar krank zu werden (ich bin da ein klein wenig anfällig). Indien ist natürlich nicht gleich Indien, zu groß sind die Unterschiede dieses riesigen Landes. Bangalore beispielsweise, ist sehr modern (zumindest die Innenstadt).

Dort sind die Hygienestandards sicherlich auch höher als auf dem Land. Dennoch ist Indien für mich kein Land, das ich mit Baby und Kleinkind bereisen werde. Ein weiterer Punkt auf der Negativliste ist die derzeitige politische Lage: Das möchte ich nicht unterstützen.

Das Land der Pyramiden und des Billig-Tourismus: Ägypten

Ja, natürlich hat Ägypten viel mehr zu bieten: Eine unbeschreibliche Kultur (die man in Sharm-el-Sheik & Co. aber nur in Form von Badeschlappen und Taucherbrille antrifft), herzliche Einwohner und eine herrliche Unterwasserwelt. Aber auch alle Formen von Magen-Darm-Viren, Salmonellen und anderen entzückenden Krankheiten. Ich war da schon, ich weiß das.

Und das passiert euch auch in einem Hotel der Luxusklasse einer amerikanischen Hotelkette. Und dann wäre da noch die prekäre politische Lage. Öhm, nein. Reisen bedeutet – zumindest in meinem Fall – auch Verantwortung (für beispielhaftes Verhalten). Persönlich finde ich es schade, denn das Land ist ein wahrer Kulturschatz. Von den Pyramiden abgesehen, hat das Land für Interessierte viel Kultur zu bieten. Erwähnte ich, dass die Airline 1997 auf mich wartete? Netterweise blieb die Maschine am Boden, bis die Infusion durchgelaufen war und ich transportfähig war. Das prägt (leider). Und wer damals an Bord war: Sorry! Ich tus nie wieder!

Traum oder Alptraum? Die Malediven

Die Malediven haben es wirklich nicht leicht: Erst zum Traumziel schlechthin stilisiert worden, dann von den Massen überrollt und kämpfen nun gegen Müllberge. Zudem ist der Inselstaat massiv vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Außerdem werden immer wieder terroristische Anschläge verübt. Ja, natürlich kann das überall passieren. Aber da sind ja noch die anderen Punkte, nicht wahr?

Hoch hinaus: Die Anden in Südamerika

Sicher, Peru, Bolivien und die anderen Anrainerstaaten im Westen des Kontinents sind spektakulär. Und wirklich sehenswert (bei meiner Kollegin Gabriela bekommt ihr einen tollen Einblick). Allerdings würden mich Orte interessieren, die wirklich sehr hoch liegen.

Und das kann zum Problem mit Babys und Kleinkindern werden (Stichwort Höhenkrankheit). Beschleunigter Herzschlag, Übelkeit – das können Anzeichen sein, dass die Lage nicht gut vertragen wird. Selbstverständlich gibt es in den Andenstaaten auch Reiseziele, die man mit Kindern gut besuchen kann.

Der Senegal – sicher und kinderfreundlich, aber…

Der Senegal gehört absolut zu meinen Lieblingsländern. Jetzt kommt das große ABER: Es wird eine Malariaprophylaxe empfohlen. Und das mit Baby und Kleinkind? Ne, lass mal. Außerdem ist die Übertragungsrate von Meningokokken sehr hoch (hier kann man natürlich impfen, aber auch wirklich gegen jeden verfügbaren Stamm – und bis das Baby die alle hat..). Auch die Hygienestandards sind natürlich nicht so hoch wie in Europa. Sind die Kinder älter (Teenager)  und ist der Senegal noch ein einigermaßen sicheres Reiseland (Stichwort Nachbarland Mali), kommt er natürlich als Reiseziel in Frage.

Fäkalien im Meer und Plastikmüll – Mallorca

Der Deutschen liebste Insel: Versinkt quasi im Plastikmüll (es gibt zum Glück nun ein neues Gesetz, dem Umweltschutz zugute) und das Schlimmste: Fäkalien werden immer wieder ins Meer geleitet. Vor allem nach Regenfällen laufen die Kläranlagen über. Finde ich ja nun nicht so lecker, was man sich dadurch einfangen kann. Besonders um Palma herum, aber auch in Cala d´Or betrifft das Strände. Hier eine Aufzählung:

  • Platja de Santa Ponça
  • Platja des Morts
  • Cala Fornells
  • Platja de S’Illeta
  • Cala Marmassen (Andratx)
  • Platja des Geperut
  • Platja d’en Repic (Port de Soller)
  • Cala de Sa Calobra
  • Cala Sant Vincenç
  • Platja de Muro (Alcúdia)
  • Ses Roquetes (Can Picafort)
  • Platja de Moll (Cala Rajada)
  • Platja de Sa Coma
  • Platja de S’Illot
  • Cala Anguila
  • Cala Antena (Cales des Mallorca)
  • Cala d’en Marçal
  • Cala Gran es Tenesser (Cala d’Or)
  • MEHR

Irgendein Romantik-Hotel in den Bergen

Klingt ja toll, Romantik-Hotel, mit dufter Aussicht und so. Aber mal ehrlich: Ständig hinter dem Toddler herflitzen und Pssschhhhht! rufen, weil Romantik-Hotels ruhesuchende Paare beherbergen? Nope. Oder man stelle sich das Baby nachts um drei vor, wie es brüllt, weil der gemeine Zahn gerade durchbricht. Da helfen auch die Teletubbies auf Youtube nicht mehr.

Schiefe Blicke ernte ich im Alltag genug, da brauche ich das nicht noch in Form eines Urlaubs. Schuster, bleib bei deinen Leisten – und wir im einsamen Ferienhaus oder im Camper.

Monströses Kreuzfahrtschiff auf irgendeinem Meer

Kennt ihr diese Städte im Wasser? Also, die wirklich riesigen Kästen, die sich gar nicht mehr Schiff nennen brauchen? Den schwimmenden Animationsclub mit mehreren 1000 Touris an Bord? Ja, genau die meine ich. Die sehe ich für uns absolut nicht als Reiseziel mit Baby und Kleinkind. Klar, aufgeräumt sind die Lütten; ein halbes Dutzend Kid-Clubs passen auf eure Kinder auf. Aber vom Umweltaspekt mal abgesehen, immer die latente Angst, dass einer über Bord geht. Und auch der Horror Legionellen und Co. – nein, Magen-Darm-Viren bekommen wir in der Kita gratis. Großes Nope. Kreuzfahrten ohne uns.

Wusstet ihr…?

Jetzt könnte ich noch mit Monsterwellen kommen, aber mal Butter bei die Fische: Passieren kann auf jeder Reise etwas. Das ist es nun nicht, was mich abhält. Wusstet ihr eigentlich, dass das Bordpersonal oft total ausgebeutet wird? Die arbeiten unter Deck für Wochen, reinigen, kochen oder putzen. Viele Mitarbeiter leiden extrem unter diesem Job, sind aber auf ihn angewiesen, um ihre Familien zu ernähren. Die, die ihr nicht sofort seht an Bord. Sie arbeiten manchmal 18 Stunden täglich (oder mehr), erhalten kargen Lohn, sehen kein Tageslicht oder nur selten und haben kaum Rechte, da die Schiffe unter ausländischer Flagge laufen (nichts mit deutschem Arbeitsschutzgesetz). Das wollte ich nur kurz loswerden.

Ja, das sind sie meine Top Reiseziele, die ich dieses Jahr garantiert nicht bereisen werde und die für Familien mit Babys und Kleinkindern nur so semi-geeignet sind. Das ist natürlich sehr individuell, jeder hat andere Vorlieben. Aber es gibt sie eben: Reiseziele, die nicht geeignet sind, wenn man mit kleinen Kindern reist. Kennt ihr auch solche Reiseziele? Wo würdet ihr NiEEEE hinfahren? Ich bin ganz gespannt, ob ich die Liste noch erweitern muss!

Übrigens: Laut Travel Risk Map sind das die derzeit gefährlichsten Länder:

  • Libyen
  • Mali
  • Teile Nigerias
  • Südsudan
  • Somalia
  • Teile der Demokratischen Republik Kongo
  • Irak
  • Jemen
  • Teile der Ukraine

Mehr Informationen zu allen Ländern in puncto Sicherheit findet ihr auf den Seiten des Auswärtigen Amts. Dort findet ihr auch aktuelle Reisewarnungen. Aktuell findet ihr dort zum Beispiel Reisewarnungen für Brasilien, Australien, Ghana, China, die Philippinen uvm.

Aktuelle Meldungen sind zum Beispiel:

Der Flughafen auf Manila (Philippinen) ist geschlossen; ein Vulkan ist ausgebrochen. Ein weiterer, stärkerer Ausbruch wird von Wissenschaftlern erwartet.

Auch für Australien besteht durch die Buschbrände eine Sicherheitswarnung.

Natürlich sind diese Reiseziele mit einem Quäntchen Humor zu sehen und spiegeln meine persönliche Meinung wider. Selbstverständlich entscheidet jeder selbst, wann er wie wohin reisen möchte. Das macht das Reisen – mit Kindern – auch aus: Individuelle Entscheidungen bringen individuelles Reisen mit sich.

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Im Hochsommer irgendwohin zu reisen, ist überhaupt problematisch – egal, ob mit Kindern oder ohne. Destinationen, wie Venedig würde ich nur im Winter ansteuern. Das die Strände auf Mallorca so versifft sind, wundert mich. Die legen doch so viel Wert auf Umweltschutz? Aber vielleicht kommen die in der Hauptsaison dem ganzen nicht mehr hinterher.
    Ziele wie Jemen, Irak usw. ist was für Selbstmörder. Als Familie dahinzureisen ist unverantwortlich, genauso wie manche Orte in Asien. Und zwar wegen der Hygiene, wie du schon sagst.
    Als meine Kinder noch klein gewesen sind, hatte ich manchmal den Eindruck, dass die auch mit dem Bayerischen Wald zufrieden wären. Nur wir waren es nicht 😉
    LG
    Sabienes

    1. Liebe Sabienes,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar 🙂 Die Wasserqualität ist sehr schlecht, wenn die Kläranlagen überlaufen. Ich selber hatte bereits bösen Hautausschlag, als ich das noch nicht wusste, das war Anfang der 2000er. Ich glaube, Kinder sind überall glücklich, solange es die Eltern eben auch sind. Und für die Lütten ist eine Luftveränderung toll, auch wenn sie nur 50 km weiter stattfindet. Da hast du so recht 😀 LG

  2. Liebe Victoria, ein spannender Artikel. Interessant finde ich, dass einige Länder oder Orte durchaus auf Deiner Wunschliste stehen würden, einfach nicht in der aktuellen Situation. So ist das Leben machmal und ich mag diese flexible Einstellung “jetzt ist es so, in einer anderen Jahreszeit oder anderen Familiensituation kann das ganz anders sein”.
    Für mich gibt es zwei Länder, die aus politischen und Sicherheitsgründen ganz klare No-Go’s sind, die mich aber landschaftlich sehr reizen würden. Auch da würde es nahe liegen, zu sagen “da gehe ich NIE, NIE, NIE hin”. Aber ich hoffe immer noch, dass es vielleicht irgendwann möglich wird.
    Beide Länder sind Nachbarländer des Oman, den ich unterdessen sehr gut kenne – und ebenso liebe:
    Saudi Arabien hat riesige Wüstengebiete – und Wüste ist eben nicht “nichts” – spannende Berg-Regionen, traumhafte Küsten und Unterwasser-Welten. Es ist sogar geplant, den Tourismus zu fördern und Sonderzonen einzurichten. Aber: nein, danke… unter den aktuellen Umständen und Machtinhabern kommt das leider für mich nicht in Frage.
    Zum Jemen gehörend, aber eine Insel draussen im Meer ist Socotra. Traumhafte Strände gibt es hier kombiniert mit Landschaften und Pflanzen wie aus einer anderen Welt: ein kleines Paradies! Nur leider eben auch mal mehr, mal weniger vom Krieg im Jemen betroffen. Wer weiss, irgendwann vielleicht?
    Liebe Grüsse, Miuh

    1. Miuh, vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, es stehen noch andere Länder auf die “Jetzt-nicht-vielleicht-mal-wann-anders”-Liste, die ich so gern mal sehen wollte. Saudi-Arabien ist sehr spannend, aber ich gebe dir recht – so nicht machbar, da bin ich voll bei dir. Der Jemen war einmal und ist es sicherlich noch teilweise (genau wie Afghanistan früher) ein Schatz an kulturellen Highlights. Den Jemen wollte ich schon vor 20 Jahren besuchen (ich hatte ein tolles Buch darüber in der Hand), doch auch da war es sehr angespannt dort. Die Insel klingt ja interessant, die kannte ich noch gar nicht. Insgesamt interessieren mich viele arabische Länder, in denen ich aufgrund der aktuellen Situation derzeit keinen Urlaub machen würde. Ich hoffe ja auch, dass sich so einiges wieder beruhigt bzw. ändert… Liebe Grüße

  3. Deinen Kommentar zu den Malediven kann ich wirklich nicht teilen.
    a) Auf den Inselresorts ist die Terrorgefahr praktisch auszuschließen – vergleichbar mit jedem anderen Land der Erde
    b) Meine Kinder waren im Alter von 3 & 6 begeistert von den Malediven. Pool und Meer – Kind was willst du mehr. Die Eltern haben aufgrund der kleinen Inseln auch den ganzen Tag Zeit für die Kids.
    c) Auch zwei Jahre nach dem Urlaub reden meine Kinder immer noch täglich davon dass dies der schönste Urlaub war
    d) Thema Meeresspiegel: Dann sollte man generell auf Flugreisen verzichten – Die Malediven sind abhängig vom Tourismus. Ein Einbrechen dieses Wirtschaftszweiges wäre fatal
    e) Thema Müllberge: Problem hat man doch fast überall. In Kroatien kommen sie mit der Müllproblematik doch auch nicht mehr klar. Und Deutschland schippert sein Müll mit Schwertankern nach Afrika und Asien

    1. Hallo Patrick,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Das spiegelt genau meine Meinung zum individuellen Reisen wider – jeder entscheidet für sich, was er gut oder schlecht findet 🙂 Mich freut es, wenn die Malediven für euch so positiv waren, das ist doch schön. Nur für mich wären sie dieses Jahr aus genannten Gründen kein Reiseziel. Viele Grüße

    1. Danke Kristina, das freut mich sehr 🙂

  4. Eine spannende Liste! Viele Reiseziele verdienen ja dringend Erholung von all den Touristen. Du könntest deiner Liste noch Barcelona hinzufügen, Hallstatt oder auch Bali. Alles Orte, die ich mir (seufzend) klemme, weil ich nicht Teil des Problems sein will, über das ich mich vor Ort unweigerlich aufregen würde.
    Was Mallorca angeht: Ich denke, das, was du beschreibst, gilt definitiv für den Sommer. Wir fahren supergern und fast jedes Jahr nach Mallorca, aber immer erst im Oktober. Da sind die Strände, Straßen und Städte fast leer und bis auf den (inzwischen schon üblichen) Plastikmüll auch recht sauber.

    Liebe Grüße
    Jenny

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