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Kinder können Erste-Hilfe – auch Kinder können Leben retten

Auch Kinder können Erste-Hilfe lernen und Leben retten. Je nach Alter und Verständnis mal mehr, mal weniger. Aber Grundlagen könnt ihr schon Kleinkindern in der Krippe mit auf den Weg geben.

Kinder wollen gerne und oft helfen. Das machen wir uns zunutze und bringen ihnen bei, was bei verschiedenen Notfällen zu tun ist. Je älter die Kinder werden, desto besser klappt das natürlich.

Sich trauen, zu helfen – das sollen Kinder lernen

Warum das so wichtig ist? Wisst ihr, in Deutschland gibt es jedes Jahr so viele Herztote, die hätten vermieden werden können. Andere Länder, Dänemark zum Beispiel, hat die Zahlen in den Griff bekommen und die Sterberate gesenkt. Wie? Die Kinder lernen verpflichtend Erste-Hilfe in der Schule. Aus den Kindern werden Teenager oder Erwachsene, die sich trauen zu helfen. Weil sie es geübt haben, jedes Jahr in der Schule. Ich halte es für unsere Pflicht, Kinder in Sachen Erste-Hilfe anzuleiten, solange es kein Pflichtfach bzw. Veranstaltung in der Schule gibt.

Einige Tipps, die wir zuhause versuchen anzuwenden, möchte ich heute mit euch teilen.

Erste Hilfe – so können schon kleine Kinder im Notfall helfen

Empathie und Mitgefühl fördern

Wo kein Mitgefühl, da keine Hilfe. Hat sich hier jemand verletzt, wird getröstet. “Ist doch nichts passiert” lassen wir außen vor. Denn: Ist ja doch was passiert, und die Kinder sollen sich Ernst genommen fühlen. Stellt euch mal vor, ihr verletzt euch und euer PartnerIn sagt: Ist doch nicht so schlimm oder so. Na, danke auch.

Die Waffe der Wahl: Das “Kühli”

Das Kühli kommt auf alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Unsere Sturzkampfbomber kühlen fleissig Arme, Beine, Füsse, Kinn, Stirn oder Hände, irgendwas ist ja immer. Und wenn bei uns Eltern etwas schmerzt, rennen die Zweijährige und der Fünfjährige zum Kühlschrank und holen selbstständig das Kühlpad heraus. Wir haben das ganz unten deponiert, so kommen sie gut heran.

Gefahrenbewusstsein schärfen

Alles neu, alles spannend: Egal, ob rote Beeren im Garten, heiße Töpfe oder wackelnder Hocker: Die Kinder wissen, was sie dürfen (okay, die Zweijährige hat noch Nachholbedarf) und was passieren könnte (wir garnieren mit Erklärungen). “Mama, meine Schwester klettert auf den Hocker!” schallt es aus der Küche, da hebt er die Schwester schon vom Hocker. Natürlich müssen wir als Eltern immer parat sein, vor allem im Garten in Bezug auf Beeren oder Pflanzen. Wissen die Kinder, dass etwas gefährlich sein könnte, warnen sie auch andere, z.B. ihre Freunde. Im Sommer sollte es das Thema “Wasser” sein.

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Pflaster spenden Trost

Nicht umsonst heißt es Trostpflaster: Bei Verletzungen mit ordentlich Blut wird desinfiziert und gepflastert. Das wissen die Kinder bereits jetzt und verarzten sich gegenseitig (mit uns Eltern, natürlich!). Manchmal blutet es auch nicht, aber Pflaster helfen ja bekanntlich immer. Da fällt mir ein, unsere gehen aus.

Vorbereitet sein hilft immer

Themen-Tag Erste-Hilfe: Kinder ab vier Jahren können bereits den Inhalt eines Verbandskastens kennenlernen. An Puppe oder Teddy lässt sich prima üben! Spielt doch mal “Teddy muss ins Krankenhaus”. Das wird bestimmt spannend! Prüft bei der Gelegenheit doch gleich mal eure Hausapotheke und die Verbandskästen: Alles noch da?

Notfall – was tun?

Was tun im Notfall? Von Zeit zu Zeit spreche ich mit dem Großen darüber, was er tun kann, wenn ein Notfall eintritt. Dazu fragen wir uns, was ein Notfall ist und zählen Beispiele auf. Er weiß, wo er hinlaufen kann, wenn etwas passiert, um Hilfe zu holen. Als nächstes lernt er die Notrufnummer und die Bedienung des Telefons. Können eure Kinder die Türen öffnen, um Hilfe zu holen? Und wissen sie, wohin sie sich wenden können (vertrauter Nachbar beispielsweise)?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder ab vier Jahren die dem Alter entsprechenden Grundlagen der Erste-Hilfe-Maßnahmen in Notfallsituationen erlernen und anwenden können.

Diese Notfall-Maßnahmen können schon Kindergartenkinder umsetzen:

  • Beulen mit Kühlpad kühlen (ab anderthalb Jahren)
  • mit Waschlappen kühlen (zuviel Sonne)
  • mit Pflaster verarzten
  • Trost spenden und gut zureden (alle)
  • beim Verband anlegen assistieren
  • Notrufnummer lernen und wählen können
  • Hilfe holen
  • stabile Seitenlage kennenlernen und durchführen (ab fünf, sechs Jahren)

Einige Rettungsdienste bieten übrigens Kurse für Kinder an. Bietet sich an für Kindergarten, Schule oder einen Kindergeburtstag der anderen Art!

Mit dem Thema “Defi & Co” kam ich über einen Kunden in Berührung. Ich hatte das Glück und durfte bereits eine Tagesschulung mitmachen und konnte dabei viel lernen. Zum Beispiel, dass viele Leben gerettet werden könnten, gäbe es mehr Defibrillatoren. Oder dass die Menschen sich auch trauen zu helfen. Ich befürworte Erste-Hilfe als Pflichtveranstaltung an Schulen. Dazu gibts sogar eine Petition. Fun Fakt: Auf der Gästetoilette hängt eine Anleitung, wie man einen Defibrillator benutzt. Wer weiß, vielleicht traut sich manch einer ja so zu helfen.

Für Interessierte:

Blogger retten Leben Aktion

Blogger retten Leben – danke fürs Mitmachen!

 

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