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Kinder & Finanzen – der Umgang mit dem lieben Geld

Kindern den Umgang mit Geld beibringen und in die Welt der Finanzen einführen: Warum das sinnvoll ist und auch gar nicht so kompliziert ist, wie du denkst. Tipps und Tricks für Eltern und Kinder zum Umgang mit Geld:

Irgendwie habe ich gehofft, dass die Schule das auf dem Lehrplan hat. Sicher, die Kinder lernen an der Grundschule unsere Währung kennen und rechnen damit Aufgaben durch. Vor Jahren haben wir lustiges Spielgeld gekauft und versucht, damit Interesse zu wecken (Fehlanzeige). Mich hat Geld und die Finanzwelt auch nicht interessiert, bis auf den Aktienhandel im Buch „Das Kartell“, aber im Aktienrecht wurde auch einiges geändert, und damit verlor mein Wenig-Wissen auch damit an Grundlage. 

Bildung ist wichtig, und Finanzen sind ein wichtiger Teil

Kinder müssen den Umgang mit Geld lernen. Taschengeld geben und das Beste hoffen, das reicht nicht aus. Leider, denn mein Interessengebiet liegt weiter nördlich. Also habe ich Bücher gewälzt und fing an, mich selbst weiterzubilden. Eine Empfehlungsliste für Bücher und für Medien habe ich weiter unten aufgeführt, ihr müsst euch nicht durch den Dschungel quälen, ich war schon da mit der Machete. 

So lernen Kinder den Umgang mit Geld

Es ist nie zu früh

Kinder sollten den Umgang mit Geld schon von klein auf kennenlernen. Nimm sie mit zum Geldautomaten, in die Bank, zeig ihnen Kontoauszüge und erkläre ihnen die Währung. Im Ausland gibt es Taschengeld in der jeweiligen Landeswährung und die Erklärung, was wieviel Wert ist. Auch Taschengeld haben wir früh angefangen zu geben, natürlich je nach Alter kleine Beträge. Bringt das gesparte Geld gemeinsam zum Weltspartag in der Bank vorbei. Das können schon die Kleinsten. 

Binde Kinder beim Einkaufen ein

Lass die Kinder ab Grundschulalter oder Vorschulalter mit einkaufen: Welches Gemüse können wir für fünf Euro kaufen? Was kosten die Fischstäbchen? Lass die Kinder die Brötchen beim Bäcker bezahlen, erkläre, was Wechselgeld ist. 

Lernen, was man mit Geld machen kann

Bisher gab es ein Sparschwein und das Taschengeld, dazu noch ein Konto für den Geldfluss der Großeltern. Aber so richtig gezündet hat das nicht. Also auf Anfang: Was macht man eigentlich mit Geld und was ist Geld? Geld ist ein Tauschmittel, für Geld erhalte ich eine gewünschte Ware (oder DAS Spielzeug). Geld kann man sparen, anlegen, verdienen, ausgeben, investieren, verlieren oder spenden. 

Vorbild sein im Umgang mit Geld

Als Eltern sollten wir in allen Hinsichten das bestmögliche Vorbild sein. Jetzt sind wir aber auch nur Menschen und sicher nicht perfekt. Auch wir müssen uns der unbequemen Frage stellen, wie unser Umgang mit Geld ist. Sollen unsere Kinder verantwortungsvoll mit Geld umgehen lernen, sind Frustkäufe oder Erlebnisshopping bei Temu sicher nicht hilfreich. Also lernen wir auch noch dazu und fragen uns, ob unsere Gefühlswelt an das Shoppingcenter gekoppelt ist. Dabei helfen uns gute Bücher, Podcasts oder Unternehmerinnen auf Instagram. 

Mehr Spardosen, mehr Möglichkeiten für die Kinder

Ein Sparschwein? Machen wir vier daraus. Und weil schöne Spardosen teuer sind, nehmen wir Gläser und beschriften sie. Eine Spardose für kleine Wünsche wie Süßes, eine Spardose für größere Wünsche wie die neue Carrera-Bahn, eine Spardose fürs Investieren (EFT, Sparbuch, Bauspar usw.), eine fürs Spenden. Und schon hat das Kind mehr Entscheidungsfreiheit und lernt, das man ein Budget aufteilen kann und muss. Diesen hilfreichen Tipp habe ich übrigens aus dem Buch „Über Geld spricht man doch“ von Claudia Müller und Isabel Sorg. 

Mama, warum verdient Papa mehr als du? Und wie werde ich reich?

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Über Geld spricht man doch: Claudia Müller und Isabel Sorg haben ein Buch geschrieben, dass für Eltern, Großeltern und Kinder von unschätzbarem Wert ist.

Isabel Sorg ist zertifizierte Geldlehrerin und arbeitet im Female Finance Forum. Die Finanzexpertin ist Mutter eines Sohnes. 

Claudia Müller leitet das Female Finance Forum und arbeitete zuvor bei der Deutschen Bundesbank. 

In der Schule lernen Kinder kaum etwas über Geld. Umso wichtiger, dass wir zuhause über Geld sprechen. In diesem Buch lernen wir den Umgang mit Geld im Familienalltag, über Risiken, Werte, Versicherungen und Glaubenssätze. 

Konflikte rund ums Geld werden thematisiert, genau wie die Rentenlücke und Geldanlagen für Kinder: Worauf müssen wir achten? Wie sichern wir uns oder die Kinder ab? Sogar das Thema Erben steht auf der Agenda. 

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Auch die Notwendigkeit von Vorsorgeunterlagen wird im Buch angesprochen (nicht nur das Erbe). Die Unterschiede von Vermögen und Einkommen sowie das Thema „Wunsch oder Bedürfnis“ werden gut erklärt und lösen das Gefühl aus, noch drei ETF kaufen zu wollen. 

Ich finde besonders das Thema Ehevertrag und finanzielle Absicherung spannend, und hilfreich ist die Vorstellung des drei-Konten-Modells für Familien. Selbst so dröge Themen wie Steuerklassen (uähh) oder Altersvorsorge sind knackig aufbereitet. Und welche Versicherungen Eltern für ihr Kind noch vor der ersten Mutter-Kind-Kur abschließen sollten (wenn möglich).

Das Buch ist ein Schatz für Finanz-Demotivierte Menschen wie mich. Danke dafür!

Über Geld spricht man doch!: Wie Kinder spielerisch einen guten Umgang mit Geld lernen – Mit einem Vorwort von Verena Pausder ist 2024 im Kösel-Verlag erschienen und als EBook, Hörbuch und Paperback erhältlich. 

Meine Tipps für deine Finanzbildung

Hier möchte ich dir aufzeigen, wie ich vorgegangen bin. Dass das Thema Finanzen und Geld und Kinder Raum braucht und Mütter gern mehr wissen würden, hatte ich auf Instagram abgefragt. Vielleicht ist ja auch der eine oder andere Tipp für dich dabei?

Bücher Umgang mit Geld & Finanzen für Frauen und Mütter

  • Über Geld spricht man doch (s.o.)
  • Rich Dad, poor Dad
  • Geld anlegen für Kinder von Stiftung Warentest
  • Frau und Geld
  • Ein Mann ist keine Altersvorsorge – Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist
  • Vermögensplanung und Altersvorsorge für Frauen
  • Auf Kosten der Mütter

Bücher Umgang mit Geld & Finanzen für Kinder

  • Ein Hund namens Money
  • Mein Geld, dein Geld
  • Wieso, Weshalb, Warum: Geld und unsere Wirtschaft
  • ETF für Kinder und Jugendliche
  • Geldwissen für Teenager
  • Was ist was – Geld
  • Wirtschaft – einfach verstehen
  • Rich Dad poor Dad for Teens
  • Geld, Gold, Aktien: Die spannende Welt der Finanzen
  • Miss Money

Die Aufzählung ist natürlich nicht vollzählig. Kennst du weitere tolle Bücher? Dann kommentiere gern unter diesem Beitrag, danke!

Wissensträger zum Thema Geld

Weitere Möglichkeiten, wie Kinder den Umgang mit Geld lernen

Onlineplattformen oder Kurse, speziell für Kinder 

Finanzwissen gibt es online, in Kursen, kindgerecht aufbereitet. Mithilfe von Roblox oder auf eigenen Plattformen lernen Kinder spielerisch den Umgang mit Geld. Achtet unbedingt auf seriöse Anbieter und prüft das Angebot. 

Videos über Finanzen

Oben habe ich einige Videos und Podcasts aufgeführt, sicher gibt es noch mehr im Netz. Vielleicht sogar in der Mediathek der ARD?

Finanzposter für Kinder

Für unsere Kinder habe ich einige niedrigschwellige Poster kreiert und im Wohnzimmer aufgehängt. Die Poster für Kinder über Geld und Finanzen dienen dazu, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Ich bin ein Fan von Lernpostern und Lernkarten und erstelle zu verschiedenen Themen Bildungsposter. Viele Kinder lernen visuell im Vorbeigehen, mach dir das auch zunutze. 

Erstelle verschiedene Spargläser für Kinder

Erstelle unterschiedliche Spardosen für deine Kinder, erkläre und visualisiere die Themen. Eine Vorlage für unterschiedliche Sparziele gibts zum Download. 

Das waren meine Tipps für mehr Finanzbildung für Frauen bzw. Mütter und Kinder. Keine Sorge, alles auf einmal ist immer zuviel. Aber fangt an. Beginnt bei euch selbst, lasst die Kinder teilhaben und lasst immer wieder einfließen, was was kostet, stellt Fragen oder erklärt manche Entscheidung. Jeder Anfang, jedes Handeln bringt euch ein Stück weiter im Thema Geld. Viel Erfolg!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Carlotta

    Ich finde auch: Wir Eltern haben die Verantwortung, unseren Kindern zu zeigen, was hinter dem Thema Geld steckt – und je früher sie das verstehen, desto leichter wird es ihnen später fallen. Bei uns war es immer selbstverständlich, offen über Geld zu sprechen – das habe ich aus meiner eigenen Erziehung mitgenommen. Mein Vater hat mir sogar zur Geburt meiner Tochter Spardosen aus seinem Souvenirshop geschenkt. Und sie hat es geliebt, jedes kleine Kleingeld, das sie irgendwo gefunden hat, stolz in ihre Spardose zu werfen. Beim Einkaufen durfte sie sich dann von ihrem „Fundgeld“ eine Kleinigkeit aussuchen – das war immer ein großes Highlight.

    Dein Konzept mit dem aktiven Einbinden finde ich super! Und danke auch für die Podcast-Empfehlungen – da werde ich auf jeden Fall mal reinhören.

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