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Squid Game im Kindergarten, fehlende Medienkompetenz bei Eltern – Internet 3.0.

Squid Game ist bei älteren Kindern und Jugendlichen bereits in aller Munde, auch Erwachsene sind Fans dieser brutalen und blutigen Serie. Mittlerweile konsumieren schon Zweitklässler die Serie auf ihren Handys, und Kindergartenkinder dürfen sie zuhause ansehen. Das denke ich mir nicht aus (schön wärs), das ist leider traurige Realität.

Vor einigen Tagen wurde ich in einer Story auf Instagram darauf gestoßen: Schon Grundschüler sehen sich Squid Game auf ihren Handys an, im Bus nach der Schule oder auf dem Spielplatz. Die Serie ist ab 16 freigegeben, aufgrund der Brutalität würden viele Leute die Altersfreigabe auf 18 erhöhen. Was für Jugendliche oder junge Erwachsene eine spannende Serie aus Südkorea ist, richtet tatsächlich Schaden bei kleinen Kindern an: Kinder sind nicht in der Lage, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Die saarländische Landesmedienanstalt reagierte bereits: Die Direktorin schätzt die Wirkung der Serie insbesondere auf jüngere Kinder als entwicklungsgefährdend ein (Quelle: RND).

Auch in unserer Kindergartengruppe scheint Squid Game ein Thema zu sein: Es gibt anscheinend Kinder, die die Serie gucken dürfen. Den Eltern ist vermutlich nicht bewusst, was das mit den Kindern anrichtet. Oder ist es ihnen egal? Medienkompetenz gibts gratis, aber dafür müssen Eltern was tun. Proaktiv. Nicht immer einfach, aber notwendig heutzutage. Mittlerweile gibt es Vorträge oder Kurse, sogar gratis. Aber die müsste man dann ja auch besuchen. Seufz.

Das passiert, wenn Kinder Squid Game angucken

Auch wenn es nicht sofort offensichtlich ist, können Kinder Verhaltensauffälligkeiten beim Serienkonsum entwickeln:

  • Kinder bekommen Ängste
  • Kinder können Psychosen entwickeln
  • Kinder bekommen Alpträume
  • Squid Game kann psychische Probleme auslösen

Die Serie kann von den Kindern nicht verarbeitet werden. Das ist entwicklungstechnisch gar nicht möglich. Kinder sollen die Serie nicht ansehen dürfen, auch nicht, wenn Eltern daneben sitzen. Kinder sind nicht in der Lage, die Szenerie, die Gewalt und die Handlung zu verarbeiten geschweige denn ansatzweise zu verstehen. Kurz: Wer sein Kind nicht leiden kann, setzt es mit Squid Game vor den Fernseher.

Medienkompetenz: Eltern in der Verantwortung

Es ist furchtbar unbequem, aber Eltern müssen hier ran an die Verantwortung: Handys, Pads, PC oder Fernseher besitzen allesamt Kindersicherungen. Sehen große Geschwister Filme oder Serien, die die Kleinen nicht sehen sollen, gibt es Fernsehzeiten, wo das kleine Kind nicht dabei ist. Wer sich vor der Verantwortung drückt weil überfordert, kann sich helfen lassen:

Medienkompetenz für Eltern & kindersicheres Internet Tipps

Kindersuchmaschinen einrichten

Wollen oder brauchen Kinder das Internet, empfehle ich eine Kindersuchmaschine für Recherchen. Warum? Ganz einfach, googel mal “Möpse dick” für ein Haustierreferat… Gut, das Beispiel ist wirklich sehr subtil. Das soll nur zeigen, dass Kinder einfach auf Ü-18 Inhalte zugreifen können. Und nachhaltig verstört werden.

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Vorbild sein – prüfe dein eigenes Nutzerverhalten

Wie oft bist du am Handy? Ist das Handy auch im Bett oder bei Tisch Begleiter? Sei Vorbild und lege auch für dich Nutzungspausen ein. Ist auch besser für die Gesundheit. Vereinbare auch von Anfang an Mediennutzungszeiten.

Lass dein Kind nicht mit dem Internet allein

Das klingt ein wenig komisch, die Überschrift, ich weiß. Aber Kinder alleine surfen zu lassen, ist einfach fahrlässig. Gerade jüngere Kinder können nicht unterscheiden zwischen Realität und Bildbearbeitung. Jedes Kind verarbeitet dann das Erlebte anders: Einige in Aggressionen, andere werden ängstlich, wieder andere ahmen alles nach was sie sehen – egal was es ist. Vernetzen sich Kinder untereinander in beliebten Spielen, gilt das gleiche: Weißt du genau, wer hinter dem Avatar des Gegenspielers steckt?

Altersvorgaben gibt es im Internet nicht ohne Grund

Soziale Medien sind häufig für ältere Kinder oder Erwachsene ausgelegt. Kinder sollen und dürfen keine eigenen Accounts haben. Es gibt Ausnahmen von Kinder-Influencern, da steuern Mama und Papa den Account. Ob das sinnvoll ist, ist wohl Geschmackssache. Soziale Medien steuern durch Algorithmen das Nutzerverhalten, freie Entfaltung ist da schwierig. Zudem bietet der eigene Social Media Account Raum für Cybermobbing und Annährung durch Kriminelle.

Hilfreiche Links für Eltern zu besserer Medienkompetenz

Erhobener Zeigefinger schön und gut, aber wie umsetzen? Ich habe einige hilfreiche Links in puncto Medienkompetenz und sicher surfen im Netz zusammengetragen:

Wir müssen Medienkompetenz lernen

Ich persönlich finde es furchtbar, dass Kinder unbedarft gewaltvolle Serien wie Squid Game ansehen dürfen. Das passiert in vollem Bewusstsein der Eltern, denn Serien wie diese laufen auf Netflix und sind nicht einfach “so” im TV zu sehen. Glücklicherweise greifen immer mehr Medien das Thema auf, um das Bewusstsein zu schärfen.

Egal ob Pinneberg, Augsburg oder Schwabmünchen – Squid Game ist überall, und Medienkompetenz ist etwas, was wir Eltern neu lernen müssen. Unsere Eltern mussten sich damit nicht groß auseinander setzen. Unsere Kinderfotos geistern nicht durchs Netz und werden von Mitschülern verbal zerrissen. Wir müssen lernen, dazulernen, was es heißt, verantwortungsvoll mit den Rechten unserer Kinder im Netz umzugehen und unsere Kinder vor Schaden zu bewahren. 

Was sind deine Gedanken zu diesem Beitrag? Hast du bereits Berührungspunkte mit Squid Game und deinen Kindern gemacht?

 

 

 

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