Arztwechsel in der Schwangerschaft – Pustekuchen

Arztwechsel in der Schwangerschaft – Pustekuchen

Freie Arztwahl – das ist in Deutschland so verankert.  Ein hohes Gut unserer Gesundheit zuliebe, so der Schein. Arzt wechseln – kein Problem! Und in vielen anderen Ländern gibt es das nicht. In Dänemark beispielsweise nimmt die Mehrheit der Bevölkerung das Hausarztmodell in Anspruch, eine kostengünstige Variante, bei der die Leute einen Arzt im Umkreis von rund zehn Kilometern aufsuchen.

Leider gilt die freie Arztwahl während einer Schwangerschaft nur bedingt – das habe ich jetzt erfahren müssen. Einfach so den Arzt wechseln in der Schwangerschaft – das geht nicht. Vorweg muss ich sagen, dass ich mit meinem Gynäkologen sehr zufrieden war. Aber als der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis zeigte, nahm allerdings die Panik ein klein wenig überhand. Den Kaiserschnitt noch in schlechter Erinnerung, das Jahr zuvor die Fehlgeburt mit OP – alles sollte anders sein. Und in meiner Panik ging ich für die erste Untersuchung erst einmal zu einem anderen Arzt. Schließlich wurde dieser von allen Seiten empfohlen. Sogar von unseren Hausverkäufern.

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Aber schon als ich die Praxis betrat fühlte ich mich unwohl. Die Sprechstundenhilfen waren auch nicht sehr von Nettigkeit und Aufmerksamkeit geprägt, die Wartezeit betrug 45 Minuten. Ich erklärte dem Arzt mein Anliegen, die Panik, er nickte, die Untersuchung folgte.

“Bitte nicht die linke Vene, ist noch alles blau, hier wurde vor einigen Tagen schon Blut abgenommen!” – “Das ist egal” (…) “Oh, da kommt ja gar nichts heraus. Ich muss auf der anderen Seite stechen. Sie haben bestimmt zu wenig getrunken” (…)

Der Arzt war nett, war allerdings im Vollstress. Kein Wunder bei der Masse an Leuten. Aber mit den Helferinnen konnte ich mich wirklich nicht anfreunden. Die Zitate sprechen für sich.

“Sie können beim nächsten Mal den Ultraschall zahlen.” (…) “Warten Sie, Sie müssen noch bezahlen!” Stop!” (…)

Ich wollte zurück zu meinem Arzt. Mit dem schlechten Gewissen, einen Fehler begangen zu haben. Ich rief an, bekam einen Termin. Ich wartete nur fünf Minuten, dann kam ich dran. Um die Uhrzeit hatte sogar mein Mann Zeit. Ich erwähnte meinen Fauxpas, sprich den anderen Arztbesuch. Mein Arzt war zwar erstaunt, erklärte aber, dass in der Schwangerschaft im Quartal nicht gewechselt werden darf. Das zahlt die Krankenkasse nicht. So viel zum Thema freie Arztwahl…

Arztwechsel in der Schwangerschaft – nicht im laufenden Quartal

Wir haben die Untersuchung selber gezahlt. Optional das Quartal bei dem anderen Arzt beenden, das wollte ich nicht. Ich wollte gefälligst wieder das heimelige ruhige Wartezimmer, die nette Atmosphäre und den entspannten Arzt. Nun, das nächste Quartal fängt ja bald an.

Habt ihr gewusst, dass ihr in der Schwangerschaft nicht einfach den Arzt wechseln könnt? Mir war das ganz neu. Was ist, wenn man umzieht? Oder ein Problem mit der Vertrauenswürdigkeit des Arztes hat? Gerade in der Schwangerschaft ist das Wohlfühlen beim Arzt doch das A und O! 

Cheers, Victoria

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