Osterkorb als Virenschleuder, Schokolade zum Frühstück & the modern bullsh [Familiengedöns in Krisenzeiten 3]

Osterkorb als Virenschleuder, Schokolade zum Frühstück & the modern bullsh [Familiengedöns in Krisenzeiten 3]

The modern WAS? Der geübte Leser weiß natürlich, welches Wort sich hier verbirgt. Ich dagegen kürze bewusst, da eine gewisse Social Media Plattform sonst wieder diesen Beitrag ignoriert, weil Gemeinschaftsstandard-Verstoß und so. Ja, hatte ich schon öfter. Ich böse alte Frau. Halt, alt ja erst morgen. Ü40, höhö. Ist frau da schon alt? Ach du liebe Ente, nein natürlich nicht. Frau ist so alt, wie sie sich fühlt. Ich fühle mich wechselweise wie 24 und dann wieder wie eine abgehalfterte… lassen wir das.

Mein Wortschatz hat sich dagegen minimiert, ich bin ja pragmatisch. Meist hört ihr hier nur noch “NO! NO, nonononono!” oder “Nein!” oder “lass gefälligst die Krümel am Boden liegen” zusammen mit “steck das ja nicht in den Mund!” bis zu “Nicht die Spinne essen!”. Wobei sich eine gewisse Dankbarkeit einschleicht, dass das Kind NICHT einfach alles isst. Dafür ist nur das Baby zuständig. So ein Glück. Das Gemüse wird halt püriert und als Suppe verkauft. Wird zumindest nicht hinterfragt.

Auch insgesamt schleicht sich manchmal ein wenig laisser-faire ein. Schokolade zum Frühstück? Alles klar, wenn die Laune heute minus 827 beträgt und ich kein Bock auf Diskussionen, Geschrei oder ähnliches habe: Was solls. Dann gibts eben auch mal ein Stück Schoki. Gibt ja auch gelegentlich Pfannkuchen morgens. Oder Waffeln. Oder Schokomüsli. Da ist nicht viel um. Marmeladenbrot hat sowieso mehr Zucker als Schokolade. Da schaut ihr, gell!

25 Möglichkeiten, Covid-19 an die Frau zu bringen

Das Highlight der Woche war der Osterkorb des Kindergartens. Ansich eine furchtbar süße Idee. Ehrlich, das Engagement der Erzieherinnen bei uns ist riesig, was Feste und Jahreszeiten und Aktivitäten und dergleichen angeht. Top! Ich hätte da ein kleines ABER anzubringen: In Corona-Zeiten tun wir alles, um Risiken zu minimieren. ALLES! Ich hab kein Bock, dass die Kinder ohne Mutter aufwachsen müssen, ihr versteht? Hier geht nur noch der Mann einkaufen, mit Schutz, wir meiden alles und jeden, ich bin seit 4 Wochen nicht mal mehr Auto gefahren. Und dann bekommen wir da diesen Osterkorb vor die Tür gestellt. Mit Ostergeschenken für insgesamt rund 25 Kinder. Mit der Bitte, den doch von Haus zu Haus zu bringen. Osterstaffellauf. Aber vorher bitte schön das Ostergeschenk heraussuchen und dann den Namen mit dem dazugehörigen Stift herausstreichen. Datenschutz my ass.

Hey, ein Wäschekorb, 25 Möglichkeiten, das Virus weiterzugeben. Oh wunderbar!

Die Woche war überhaupt total reich an irgendwelchen Bringern. Päckchenlieferung. “Vor Wärme schützen”. 25 Grad im Schatten. “CONFISIERIE”. Päckchen liegt in praller Sonne draußen. Seufz.

Und ja, das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber wisst ihr was? Ist doch okay. Seien wir doch froh, uns noch über “Kleinigkeiten” aufregen zu können. Wobei ich den Staffellauf nicht zu den Kleinigkeiten zähle, andere wiederum freuen sich ein Loch in Bauch über die Sache. Ja, wenn Corona nicht wär. Herrschaftszeiten!

40 ist das neue 20. Alles andere glaub ich nicht.

Während ich hier tippe, haucht mir das Baby dezent ins Ohr, wie furchtbar blöd das hier sei, hier draußen zu liegen, mit vollem Bauch, und Schlafen zu sollen. Zwischendurch maunzt die Katze, das Kind will mehr Schokolade und der Mann versucht, heimlich eine Blumenlieferung für mich entgegen zu nehmen. Morgen 40, ihr wisst schon. Immerhin entfällt jegliche Feierplanung, ich bin nicht undankbar. Ostern ist schon aufreibend genug: Deko basteln, Eier bemalen, Eier färben, dann noch den Kuchen backen… Danke, reicht auch für heute.

Damit entlasse ich euch ins Osterwochenende. Habt eine schöne Osterfeier, viel Schokolade und fröhliche Eiersuche.

EDIT: Der Beitrag entstand schon vorige Woche – ich hatte ihn nur nicht zu Ende verfasst. Und jetzt bin ich einfach zu faul, ihn abzuändern. Frohes Lesen und happy Freitag.

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