Zucker im Babybrei – muss das sein? [mit Rezept]

Zucker im Babybrei – muss das sein? [mit Rezept]

Zucker und Zuckeraustauschstoffe in gekauftem Babybrei ist mittlerweile Usus. Leider; denn: Das kleine Zahnmonster braucht Brei. Und das viel und oft. Klar, Babybrei selber kochen, oft und gern, aber manchmal reicht die Zeit einfach nicht. Welche Mutter bzw. Vater weiß das nicht – du bist dann einfach froh, das Glas oder die Packung aufzumachen: Zack, Ruhe. Ein weiterer Vorteil: Unterwegs mit heißem Wasser angerührt, hat der kleine Mann eine warme Mahlzeit. To go.

Also her mit dem Babybrei und ab zum Drogeriemarkt meines Vertrauens. Von Weitem leuchten mir verschiedene Packungen Babybrei entgegen: Köstliche exotische Früchte, jahreszeitlich abgestimmte Feinschmeckersorten für den kleinen Schatz warten bereits im Regal.

Babybrei-Sorten von Stracciatella zu Babykeks über Schokobanane und Spekulatius: Alles für Babies ab dem 4. Monat. Aber – fast überall Zucker im Babybrei, schon an zweiter Stelle der Zutatenliste. Was ein Glück, ich will nur ordinären Griesbrei. In Pulverform. In Bioqualität. Der Mann, der mit seinem Namen für Qualität steht, verspricht Bio und zuckerfrei. Aber ganz schön happig der Preis. Im Regal ist das der teuerste Babybrei.

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Brei selber machen ist aufwändig, spart aber Geld.

 

Da lese ich zwei Regale weiter Folgendes: Babybrei in Bioqualität und ohne Zusatz von Zucker. Kostet nur rund die Hälfte, hat mehr Inhalt und gehört zur Drogerie-Hausmarke. Innerlich jubiliere ich bereits. Aber halt.

Mehr aus Reflex lese ich die Zutatenliste, im Geiste rechnete ich mir bereits die Ersparnisse aus, die mich dadurch in den kommenden Monaten in Sachen Babybrei erwarten. Ich lese: Kein Zucker. Aber Maltodextrin in der Folgemilch. Aus Neugier schaute ich jetzt die Griesbreisorten aller Marken durch. Zuckeraustauschstoff ist wohl der neue Trend. Kaum ein Brei kommt mehr ohne aus. Ich habe mir einmal die Zutatenliste zweier gängiger Baby-Griesbreie herauskopiert und verglichen:

Zutatenliste Babybrei TEUER

Zutaten: 43% Folgemilch* (MOLKENERZEUGNIS*, MAGERMILCHPULVER*, pflanzliche Öle* (Palmöl**, Rapsöl*, Sonnenblumenöl*), Maismehl*, Vitamin C, Eisensulfat, Zinksulfat, Vitamin E, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B1, Vitamin A, Kaliumjodat, Vitamin B6, Vitamin B2, Folsäure, Vitamin K, Natriumselenat, Kupfersulfat, Vitamin D, Biotin), WEIZENGRIESS*, MOLKENERZEUGNIS*, MAGERMILCHPULVER*, Bourbon-Vanille-Extrakt, Calciumcarbonat, Vitamin B1, Vitamin A, Vitamin D.* aus biologischer Erzeugung, ** Bio-Palmöl

  • Kalorien 437/ 100 g
  • Fett 12,6
  • Zucker 33 g/ 100 g

Zutatenliste Babybrei GÜNSTIG

Zutaten: 32% WEIZENGRIEß, MOLKENERZEUGNIS, MAGERMILCHPULVER, Maltodextrin, pflanzliche Öle (Sonnenblumenöl, Rapsöl, Kokosöl), Zucker, Calciumcarbonat, Vitaminmischung (Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin A, Vitamin D), Eisendiphosphat, Bourbonvanilleextrakt, Kaliumjodat.

  • Kalorien 427/ 100 g
  • Fett 10,6
  • Zucker 33 g/100 g

Im direkten Vergleich erstaunt mich, dass das teurere Produkt mehr Fett und Kalorien hat, ohne Maltodextrin. Da habe ich mir noch einmal die Zutatenliste genau angeschaut: Die Folgemilch ist mit Maismehl gestreckt, das sättigt. Nun hat der günstigere Milchbrei auch noch weniger Zucker intus – was ist denn hier los? Richtig, Kohlenhydrate – wie im Maismehl – hat eben auch Zucker. Das nenne ich tückisch. Ist das jetzt ein Freibrief für Maltodextrin im Babybrei? Schauen wir mal:

Was ist eigentlich der Maltodextrin im Babybrei?

Maltodextrin leitet sich von zwei Wörtern ab: „Malto“ steht für Maltose, dem sogenannten Malzzucker. „Dextrin“ steht für Dextrose, also für Traubenzucker. Diese Wortkombination verdeutlicht, dass Maltodextrin eine Mischung aus verschiedenen kurzkettigen Zuckern ist. Maltodextrin wird aus Stärke gewonnen und außerdem oft isotonischen Drinks beigesetzt. In der Babynahrung wird der Stoff als Füllstoff und zur Bindung verwendet.

Viele Kinder sind bereits übergewichtig. Achtet da besonders auf die Zutaten und kocht vor, so oft es euch möglich ist. Das spart nämlich auch richtig viel Geld!

Die Süße ist relativ gering,  als langkettiges Kohlenhydrat muss Maltodextrin in Babybrei daher nicht als Zucker deklariert werden. Tatsächlich geht der, ich nenne es der Einfachheit halber, Zuckeraustauschstoff ähnlich wie Traubenzucker direkt ins Blut und ist daher bei Sportlern sehr beliebt. Zudem sorgt Maltodextrin in Babybrei für eine erhöhte Kalorienzufuhr, um schnell Gewicht zuzulegen. Viel Maltodextrin sorgt für Bauchgrummeln, daher Vorsicht bei der Menge des verabreichten Babybreis. Leiden eure Kinder unter Zöliakie, gibt es kein Grund zur Sorge – aus Weizenstärke gewonnenes Maltodextrin gilt als unproblematisch.

Babybrei im Glas mit Zucker 

Eine Frechheit finde ich ja die Beimengung von Haushaltszucker in Babybreis ab dem 4. Monat. Ehrlich, Zucker braucht kein Baby. Die Geschmacksnerven sind noch so unverbraucht, da jubiliert dein Baby schon, wenn es Apfel oder Banane im Babybrei findet.

Soweit so gut, normaler Haushaltszucker scheint ungesünder zu sein. Aber auch der ist reichlich im Babybrei vertreten, kaum ein Brei ist zuckerfrei. Ausnahmen gibt es beispielsweise in Biomärkten, aber da gehe ich eher selten hin. Mein Lieblingsmarkt liegt 20 Kilometer weiter und der Biomarkt im Ort hat für mich ungünstige Öffnungszeiten. Außerdem gehe ich hier vom durchschnittlichen Kaufverhalten aus.

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Auch mit Avocado lassen sich tolle Breie zaubern.

Hier sind meine Top 3 der miesesten Gläschen für Babys mit Babybrei

Grießbrei Banane-Apfel mit Milch / 190 g im Glas ab dem 4. Monat

Zucker steht auf Platz drei der Zutatenliste, Gesamtzuckergehalt im Babybrei: 8,2 g

Milchreis mit natürlichem Vanillearoma und Zimt / 190 g ab dem 6. Monat

Zucker steht auf Platz vier der Zutatenliste, Gesamtzuckergehalt im Babybrei: 5,3 g

Joghurt Banane mit Joghurt / 190 g ab dem 10. Monat

Zucker steht auf Platz vier der Zutatenliste, Gesamtzuckergehalt im Babybrei: 13,7 g

Auch Fruchtzucker ist Zucker im Babybrei

Ihr werdet es nicht glauben, aber teilweise hat ein Smoothie mehr Zuckergehalt als ein Stück Schokolade. Das liegt am Fruchtzucker. Nur weil auf eurem Babybrei steht “ohne zugesetztem Zucker” heißt das nicht, dass kein Zucker drin ist. Ein kleines Gläschen Apfel-Pflaume hat beispielsweise schon über 10 Gramm Zucker (pro 100 Gramm) intus. Das ist der pure Fruchtzucker (Fructose). Ich selber habe eine Fructose-Intoleranz und glaubt mir, ich weiß genau, wo viel Fruchtzucker drin ist.

Mit diesem Beitrag möchte ich euch eigentlich nur um eines bitten: Schaut gelegentlich mal auf die Nährwertangaben und auf die Zutatenliste. Ich habe mich verrückt gemacht in dem Wahn, mein Kind so gut wie möglich zu ernähren. Mittlerweile bin ich da etwas lockerer, denn: Nobody ist perfect. Und Eltern schon gar nicht. Und das ist gut so.

Jetzt wird erstmal vorgekocht.

Kocht ihr selber für eure Kinder? Oder bevorzugt ihr gekauften Brei? Ich freue mich über eure Empfehlungen!

Cheers, Victoria


Rezept für Babybrei Weihnachtsbrei ohne Zucker

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Zutaten Babybrei Weihnachtsbrei

  • einige Tropfen Rapsöl in Bioqualität (Rapsöl für Babys haben in Testurteilen in 2017 tatsächlich recht schlecht abgeschnitten)
  • 2-3 EL Dinkelgries oder Dinkelvollkorngries
  • 1 kleine Mandarine
  • 1 Msp. Vanille
  • Wasser nach Bedarf

 

Zubereitung Babybrei Weihnachtsbrei

  1. Kocht den Gries nach Packungsanweisung unter ständigem Rühren mit Wasser auf (bei 3 EL Gries ca. 120 ml Wasser) und lasst ihn quellen.
  2. Mandarine falls nötig entkernen und mit einem Stabmixer pürieren. Alternativ filetiert ihr die Mandarine und matscht sie wie eine Banane ganz klein.
  3. Ritzt die Vanilleschote der Länge nach auf und kratzt mit der Messerspitze etwas Mark heraus.
  4. Rührt jetzt die pürierte Mandarine zusammen mit dem Öl und der Vanille in den Gries. Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Guten Appetit!

 

 

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