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FAQ: Hitzewallungen & Hormon-Achterbahn: Mütter in der Perimenopause

Perimenopause – oder warum Mütter die A***karte gezogen haben.

Nein, das war ein Witz. Andere Kulturen sehen die ganze Wechseljahresgeschichte viel entspannter, und da sind wir ja auch noch nicht, wir bewegen uns nur darauf zu (Servus!). Wir Mütter müssen uns in der Perimenopause selber wieder finden und gleichzeitig Töpfchentraining, Lernen und Liebeskummer begleiten. 

Mit diesem Beitrag möchte ich etwas Wissen teilen, das ich mir die letzten Jahre angeeignet hatte. Willkommen in der Perimenopause, Ladys! Keine Sorge, wir sind hier unter uns!

FAQ für Mütter in der Perimenopause: Was du jetzt wirklich wissen möchtest (oh ja!)

Die Perimenopause ist eine Lebensphase, die bei Frauen meist zwischen Ende dreißig und Mitte zunehmend spürbar wird. Einige von uns erwischt es ab Mitte 30, andere erst viel später. Und gerade als Mutter ist das doppelt und dreifach herausfordernd.  

Wir befinden ins während unserer Perimenopause in einer Phase, in der wir unsere Kinder großziehen und zeitgleich unsere eigenen Eltern unterstützen. Späte Mütter kämpfen mit Hormonumstellungen bei ihren Kindern oder pflegen nebenbei die Oma („nebenbei“). 

Bei einigen fällt die Maske, häufig erhalten Mütter in dieser Phase ihres Lebens auch ihre Autismus- oder ADHS-Diagnose. Bestehende Krankheiten können sich verschlechtern, alles nur, weil die Hormone in der Perimenopause Achterbahn fahren. Juhu. 

Lasst uns mal die wichtigsten Fragen zum Thema durchgehen. Perimenopause ist kein Zuckerschlecken, aber auch kein offener Wundbrand (oder so). 

Was passiert hormonell in der Perimenopause?

In der Perimenopause beginnen die Eierstöcke unregelmäßiger zu arbeiten. Östrogen steigt und fällt stärker als zuvor, während Progesteron oft früher abnimmt. Diese Schwankungen beeinflussen nicht nur den Zyklus, sondern auch Schlaf, Stoffwechsel, Stimmung, Schmerzverarbeitung und Konzentration. Viele Symptome entstehen daher nicht durch einen einfachen Hormonmangel, sondern durch die wechselnden Hormonspiegel. Achterbahn, sag ich ja. 

Wann beginnt die Perimenopause bei Müttern?

Die Perimenopause kann bereits Mitte 30 oder Anfang 40 beginnen. Viele Frauen sind überrascht, weil sie diese Phase mit einem deutlich höheren Alter verbinden. Spoiler: Mitte 30 kam Kind 1 und Ende 30 Kind 2. Da prallten Schwangerschaftshormone auf Perimenopause. Man, war das ne klasse Zeit (nicht). Erste Hinweise sind unregelmäßige Zyklen, ein verändertes oder stärkeres prämenstruelles Syndrom, Schlafstörungen oder zunehmende Erschöpfung. Bei einigen Frauen werden die Haare dünner, andere entwickeln u.U. hormonelle Akne. Und auch das Gewicht halten wird schwieriger. 

Warum fühlt sich mein Gehirn manchmal vernebelt an?

Viele Frauen berichten über Konzentrationsprobleme, Wortfindungsstörungen oder mentale Überforderung. Nicht immer ist unser anstrengender Alltag daran Schuld. Denn auch Östrogen beeinflusst wichtige Botenstoffe im Gehirn, darunter Dopamin, Serotonin und Acetylcholin. Wenn die Hormonspiegel schwanken, kann auch die kognitive Leistungsfähigkeit vorübergehend beeinträchtigt sein. Das bedeutet nicht, dass das Gehirn abbaut, sondern dass es sich an eine neue hormonelle Umgebung anpasst. Hast du dann noch ADHS, hast du in den großen Lostopf gegriffen und direkt den Jackpot gezogen. Die Erinnern-App wird deine neue beste Freundin. 

Warum werde ich plötzlich so reizbar oder manchmal sehr emotional?

Hormone wirken direkt auf emotionale Zentren im Gehirn. Besonders starke Östrogenschwankungen können Stimmungsschwankungen, innere Unruhe oder erhöhte Reizbarkeit auslösen. Für Mütter ist das allerdings besonders belastend, weil der Alltag ohnehin hohe emotionale Regulation verlangt. Diese Veränderungen sind biochemisch erklärbar und haben nichts über die Persönlichkeit der betreffenden Frau auszusagen. Wir mutieren zu Perimeno-Agern.

Warum bin ich so erschöpft obwohl ich eigentlich ausreichend schlafe?

Erschöpfung gehört zu den häufigsten Beschwerden der Perimenopause. Zum einen verändert sich die Schlafqualität, zum anderen wirken hormonelle Veränderungen auf Stressachsen und Stoffwechsel. Zusätzlich kämpfen viele Mütter mit einer hohen mentalen Last im Alltag. Die Kombination aus hormonellen Veränderungen und chronischem Stress führt dann oft unweigerlich zu chronischer Erschöpfung und Müdigkeit.

Warum nehme ich zu, obwohl ich nicht anders esse?

Mit sinkendem Östrogen verändert sich der Stoffwechsel. Der Körper neigt stärker dazu, Fett im Bauchbereich zu speichern. Vorräte, Baby! Gleichzeitig werden häufig Insulinempfindlichkeit und Muskelmasse beeinflusst . Viele Frauen nehmen daher zu, obwohl sie ihre Gewohnheiten kaum verändert haben.

Kann sich Fibromyalgie in der Perimenopause verschlechtern?

Ja! Wenn auch nur subjektiv, denn: Viele Frauen mit Fibromyalgie berichten über stärkeres Schmerzempfinden während der Perimenopause. Östrogen beeinflusst die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem. Wenn die Hormonspiegel schwanken, kann auch die Schmerzempfindlichkeit zunehmen. Zusätzlich wirken Schlafstörungen und Stress als Verstärker.

Warum verändert sich meine Sexualität?

Libido und körperliche Empfindlichkeit werden ebenfalls hormonell beeinflusst. Sinkende Östrogenspiegel können zu vaginaler Trockenheit oder veränderter Durchblutung führen. Ja, da merkt man doch doch, dass wir alle älter werden. Ich weiß, niemand redet gern darüber. Daher finden sich viele Frauen auch einfach damit ab. Spoiler: Muss nicht sein!

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Auch auch Stress, Erschöpfung und Körperbild spielen eine große Rolle. Sexualität verändert sich zwar, verschwindet jedoch nicht. Und gegen unangenehme Veränderungen können bioidentische Hormone, pflanzliche Hilfsmittel oder bestimmte Cremes helfen. 

Welche Rolle spielt die Schilddrüse in der Perimenopause?

Beschwerden wie Erschöpfung, Gewichtszunahme oder Konzentrationsprobleme können sowohl durch hormonelle Veränderungen der Perimenopause als auch durch Schilddrüsenstörungen beeinflusst werden. Lasse daher die Schilddrüsenwerte regelmäßig überprüfen.

Welche Untersuchungen sind für Mütter in der Perimenopause eigentlich sinnvoll?

Medizinische Bestandsaufnahmen solltest du regelmäßig machen. Das normale Blutbild reicht allerdings oft nicht aus. Sinnvoll sind u.a. auch ein erweitertes Blutbild, der Eisenstatus, Vitamin D-Werte, B-Vitamine, Selen sowie alle! Schilddrüsenwerte. Auch weitere Hormonwerte wie Progesteron oder Östrogen sind wichtig und nicht zu unterschätzen.
Außerdem ist die Krebsvorsorge (Gebärmutter, Darm, Brust usw.) wirklich wichtig. Ab Mitte 40 empfehlen auch einige Ärztinnen die Knochendichtemessung, um auf Osteoporose reagieren zu können. 

Wie vereinbare ich Perimenopause, Familie und Job?

Die Perimenopause fällt ja oft in eine Lebensphase, in der Kinder noch Unterstützung brauchen und berufliche Verantwortung hoch ist. Oder wir kümmern uns intensiver um unsere Eltern oder sind im Ehrenamt tätig. Deshalb ist das eigene Energiemanagement besonders wichtig. Übersetzt heißt das, Prioritäten bewusst setzen, Aufgaben verteilen und wirklich realistische Erwartungen an sich selbst zu formulieren. Und regelmäßig Durchatmen. 

Warum wird über die Perimenopause noch so wenig gesprochen?

Fakt ist: Die Wechseljahre werden nicht einmal während des Medizinstudiums ausreichend behandelt. Außerdem galten Frauen einfach als hysterisch „und sollen sich mal nicht so anstellen“. Lange Zeit wurde diese Phase medizinisch und gesellschaftlich einfach unterschätzt und Frauen nicht ernst genommen. In den letzten Jahren wuchs aber das wissenschaftliche Interesse und erreichte auch die Öffentlichkeit. Auch jetzt gilt noch: Je mehr Frauen darüber sprechen, desto besser wird jede von uns informiert.

Wie lange dauert die Perimenopause eigentlich?

Die Dauer ist individuell. Im Durchschnitt umfasst diese Phase etwa vier bis acht Jahre. Für viele Frauen bedeutet diese Zeit eine Übergangsphase, in der der Körper neue hormonelle Gleichgewichte findet. Und dann auf in die Wechseljahre!

Liebe Perimenopausierende (oder so) 

Die Perimenopause ist keine Krankheit (auch wenn es sich manchmal danach anfühlt) sondern eine hormonelle Übergangsphase. Wissen über diese Prozesse hilft uns, Symptome besser einzuordnen und sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen. Der eigene Körper verändert sich, aber wir bleiben wir.

Tipps und Tricks für Frauen und Mütter in der Perimenopause

So machst du es dir während der Perimenopause leichter:

Ausreichend und regelmäßig schlafen und feste Schlafzeiten einhalten

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