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STEM Bildung für Kinder – Tipps für Bücher & Spielzeuge

STEM-Bildung ist Kindheit mit Zukunft: Die besten Bücher und Spielzeuge für STEM-interessierte Kinder in einer elternfreundlichen Übersicht (von mir, für dich). 

„Mamaaaa! Warum ist da der Mond, obwohl es hell ist?!“

Paaaapaaaa! Warum können Flugzeuge fliegen?!“

Wenn Kinder wissen wollen, warum der Himmel blau ist, warum ein Magnet stärker zieht als unsere gute Vorsätze im Januar oder warum der Mars der rote Planet ist, dann stehen wir Eltern oft vor der Wahl:
Wir können sagen „Lass uns das schnell Googlen – oder wir forschen gemeinsam und entdecken den Grund. 

Denn STEM – also Lernen rund um Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik– ist keine elitäre Frühförderfantasie. Sie ist das, was Kinder ohnehin tun: Fragen stellen, Muster erkennen, Dinge ausprobieren und Zusammenhänge begreifen.

Die Wissenschaft ist hier erfreulich eindeutig. Zahlreiche Studien zeigen: Kinder, die früh mit altersgerechten STEM-Inhalten in Berührung kommen, entwickeln

  • bessere Problemlöse-Fähigkeiten

  • ein stabileres mathematisches Grundverständnis

  • mehr Selbstwirksamkeit

  • und eine höhere Lernmotivation – auch jenseits der Naturwissenschaften.

Und nein: Dafür muss niemand mit drei Jahren programmieren oder mit fünf Integralrechnung können. Es reicht, die richtigen Impulse zur richtigen Zeit zu setzen.

Was die Forschung zu STEM & Kinder wirklich sagt

Aus der pädagogischen und entwicklungspsychologischen Forschung lassen sich drei robuste Erkenntnisse ableiten:

Erstens: Früh erlebte naturwissenschaftliche Neugier wirkt langfristig.
Langzeitstudien zeigen, dass Kinder, die bereits im Vorschulalter experimentieren, vergleichen und Fragen stellen dürfen, später signifikant sicherer mit abstrakten Konzepten umgehen – auch in Sprache und Sozialverhalten.

Zweitens: Es geht nicht um Fakten, sondern um Denkweisen.
STEM fördert logisches Denken, Hypothesenbildung und Frustrationstoleranz. Kinder lernen: „Ich weiß es noch nicht – aber ich kann es herausfinden.“

Drittens: Spielerische Zugänge sind messbar wirksamer als Belehrung.
Kinder behalten Inhalte nachhaltiger, wenn sie selbst aktiv werden. Oder, um es physikalisch auszudrücken: Erkenntnis entsteht nicht durch Zuhören, sondern durch Wechselwirkung.

STEM nach Alter – was Kinder wirklich brauchen

Vorschulalter (3–5 Jahre): Staunen, sortieren, vergleichen

In diesem Alter sind Kinder kleine Naturforscher mit erstaunlicher Ausdauer – solange niemand den Entdeckergeist mit Arbeitsblättern erstickt.

Was wissenschaftlich sinnvoll ist

  • Beobachten statt erklären

  • Muster, Formen, Größenunterschiede erleben

Studien aus der frühen Bildungsforschung zeigen, dass freies Experimentieren mit sprachlicher Begleitung deutlich effektiver ist als frühe Leistungsabfragen.

STEM Empfehlungen für Kinder

Bücher

Spielzeug

  • Kugelbahnen aus Holz oder Magnetbausteine (z.B. Super Magnet Lab ab 5)

  • Sortier- und Steckspiele mit Formen und Farben

  • Bauklötze aller Art, Klemmbausteine wie Lego

Apps

  • ScratchJr– spielerisches logisches Denken ohne Lesen

  • Fiete Mathe– Zahlenverständnis ganz einfach

Hier geht es nicht nur um Mathematik. Es geht um darum, den Kindern das Gefühl von Struktur zu vermitteln. Nicht um des Lernen Willens, sondern mit Freude und Spass. 

Grundschulalter (6–8 Jahre): Verstehen wollen – und dürfen

Jetzt beginnt die Phase, in der Kinder nicht mehr nur staunen, sondern Erklärungen einfordern. Jetzt wird es ernst für uns Eltern (und gelegentlich unbequem).

Wissenschaftlicher Hintergrund

Kinder im Grundschulalter profitieren besonders von

  • einfachen Experimenten mit Erklärung

  • Geschichten, die wissenschaftliche Inhalte einbetten

  • visuellen Modellen

Studien belegen, dass Kinder, die Naturphänomene erzählen können, sie auch besser verstehen.

Empfehlungen

Bücher

  • „Professor Astrokatz und die Geheimnisse des Universums“– Physik und Raumfahrt mit Humor

  • „Was ist was – Technik“ (klassisch, aber solide)

Experimentierkästen

  • Magnetismus-Sets

  • Wasser- und Luftdruckexperimente

  • Experimente-Baukasten

Digitale Angebote

  • Lernspiele der ESA für Kinder

  • Interaktive Weltraumseiten der NASA

Kinder sollen lernen, dass Wissenschaft die Welt erklärt – spielerisch. 

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Alter 8–10 Jahre: Denken in Systemen

Jetzt wird es spannend. Kinder beginnen, Zusammenhänge über längere Zeiträume zu verstehen. Ursache, Wirkung, Rückkopplung – das Fundament naturwissenschaftlichen Denkens.

Was Studien zeigen

Kinder, die in diesem Alter programmieren, konstruieren oder experimentieren, entwickeln nachweislich

  • bessere exekutive Funktionen

  • höhere Frustrationstoleranz

  • mehr Ausdauer bei komplexen Aufgaben

Empfehlungen

Programmieren

  • Scratch– visuell, kreativ, sozial

  • Scratch-Bücher auf Deutsch mit Projektideen

  • Programmieren mittels Minecraft oder Lego (Workshops für Kinder)

Bücher

  • „So funktioniert die Welt – Physik für Kinder“

  • „Geniale Maschinen“ (Technik verständlich erklärt)

Bau & Konstruktion

  • Technik-Baukästen

  • einfache Robotik-Sets ohne App-Zwang

  • Fischertechnik

Kinder lernen durch Versuch und Fehler. 

Ab 10 Jahren: STEM fördert Neugier mit Tiefe

Ab diesem Alter entscheidet sich, ob Kinder sich aus Entscheidungen und Handlungen entmutigen  oder ermutigen lassen. Kinder, die im Bereich STEM positive Erfahrungen machen, bleiben eher am Ball.

Wissenschaftlicher Nutzen

Jugendliche mit stabiler STEM-Grundlage zeigen

  • höhere Lernpersistenz

  • weniger Angst vor Mathematik

  • realistischere Berufsorientierung

Empfehlungen

Bücher

Digitale Programme

  • Raumfahrt-Workshops der ESA

  • Coding-Plattformen mit echten Projekten

  • Flugsimulatoren

Praxis

  • Sternwarten

  • Technikmuseen

  • Lego Education

  • Elektronik und Physik Baukästen
  •  
  • Maker-Spaces für Jugendliche

Und was wir Eltern aus STEM machen sollten

STEM-Förderung heißt nicht, Kinder zu etwas zu machen. Aus deinem Kind wird kein Mathematik-Nerd, wenn es mit STEM in Berührung kommt (ich weiß, dass du das weißt, aber es klingt trotzdem witzig, komm schon). Wir Eltern lernen uns in Zurückhaltung und versuchen, die Kinder ihre Erfahrungen machen zu lassen. 

Kein Kind ist „nicht mathematisch“. Kein Kind ist „zu kreativ für Physik“. Das sind erwachsene Etiketten, keine biologischen Tatsachen. Oft wird auch Mädchen nicht zugetraut, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Aber ehrlich, aus dem Zeitalter sind wir raus, oder? Interessen sind nicht geschlechtsabhängig. 

Wenn Eltern zuhören, mitdenken, Fragen zulassen und gelegentlich sagen:
„Gute Frage. Lass uns das herausfinden.“
dann passiert Bildung nebenher.

Ganz ohne Lehrplan und ohne Druck, dafür mit erstaunlicher Wirkung.
Wer Kindern früh erlaubt, die Welt zu verstehen, erspart ihnen später das Gefühl, sie nicht zu begreifen. 

Und das ist – pädagogisch, gesellschaftlich und menschlich – ziemlich cool.

Hilfe – mein Kind interessiert sich nicht für den Technikkram!

Ja, das kann passieren. Manchmal habt ihr das richtige Equipment dafür noch nicht gefunden, in anderen Fällen ist das Kind einfach nicht interessiert, weil… die Zeit gerade dafür nicht reif ist oder andere Interessen überlagern. Das ist okay, erzwingen wollen wir nichts. Aber anbieten, vorleben und zugewandt sein, das bekommen wir hin!

Auch bei uns wechseln die Interessen von Zeit zu Zeit, ebenso ergeht es den Kindern. Ich lese gern Bücher zum Thema Qantenphysik, aber in der Schule hatte ich im Schulfach Physik immer sehr schlechte Noten. Daher sollten wir STEM nicht als Pflicht sehen, sondern die Dinge mit Begeisterung vermitteln. Denn nicht die Noten sind zwingend entscheidend, sondern das Verständnis dahinter. 

Bei unseren Kindern stehen Klemmbausteine, Fischertechnik, Murmelbahn-Systeme zum Kombinieren hoch im Kurs. Auf dem Tablet programmieren sie eigene Spiele, erkunden den Weltraum und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit im Flugsimulator. Und nein, gewiss nicht jeden Tag. Aber wir versuchen, die Möglichkeiten zu erschaffen. Ob sich das mal auszahlt? Wissen wir nicht. Aber solange wir oder die Kinder mit Freude dabei sind, kann das nicht so schlecht sein. Oder?

Mit was beschäftigen sich deine Kinder zur Zeit am Liebsten? Oder hast du noch weitere Tipps parat?

Hinweis zur Transparenz: Titelbild KI generiert

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