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Sicher im Netz – die 10 gefährlichsten Apps für Kinder

Wir leben in einer Welt, in der Kinder schon früher denn je mit digitalen Medien in Berührung kommen. Smartphones, Tablets und Apps gehören für viele Kinder zum Alltag, und das schon im Kindergartenalter. Doch nicht alles, was unterhaltsam ist, ist auch harmlos. Auch gängige Apps bergen Gefahren.

Doch wie sollen wir Eltern den Überblick behalten in diesem App-Dschungel, der täglich wächst?

Ich selbst erinnere mich an den Tag, als mein Sohn gern einen Raketenstart von SpaceX auf YouTube sehen wollte und wir fast bei Kriegsszenen aus Kriegsgebieten gelandet sind.

Oder an den Tag, an dem ein Mädchen aus dem Ort über Snapchat erpresst wurde, Nacktfotos an erwachsene Männer zu senden. 

Genau deshalb schreibe ich diesen Beitrag. Weil wir viel mehr digitale Aufklärung brauchen und die Schule das nicht lehrt – der Lehrplan ist völlig veraltet. Medienerziehung ab Klasse 4 ist fern jeder Realität. Und auch Jungs werden Opfer von Cybermobbing und Cybergrooming, werden aber seltener darüber aufgeklärt. 

Digitaler Alltag, reale Gefahr

1. Warum manche Apps für Kinder besonders gefährlich sind

Bevor wir in die Liste der Apps einsteigen, klären wir zusammen, warum bestimmte Anwendungen für Kinder ein Risiko darstellen. Gefahren können unter anderem sein:

  • Ungefilterte Inhalte (z. B. Gewalt, Sexualität, Selbstverletzung)

  • Cybermobbing und Grooming durch andere Nutzer

  • Suchtpotenzial durch endlose Feeds und Belohnungssysteme (besonders gefährdet sind neurodivergente Kinder)

  • Datensammlung, Datenübermittlung und In-App-Käufe, die Kinder nicht einschätzen können

  • Fehlende Alterskontrollen und leicht manipulierbare Profile

Einige Apps bringen gleich mehrere dieser Risiken mit – und genau die schauen wir uns jetzt näher an. 

Die folgende Liste ist ein Auszug, beruhend auf Erfahrungen und Statements ihrer Entwickler und Nutzer und ihren Datenschutzbedingungen. Alle weitere Auswahlgründe findest du am Textende aufgelistet. 

2. Die 10 gefährlichsten Apps für Kinder aus meiner Sicht (Stand 2025)

1. TikTok

  • Gefahr: Ungefilterte Inhalte (Kriegsschauplätze, Waffengewalt), starke Sexualisierung, Challenges mit Verletzungsrisiko

  • Besonders problematisch: Der Algorithmus lernt schnell – auch Gefährliches wird prominent ausgespielt

  • Jungen und Mädchen werden mittlerweile veraltete Rollenbilder zugewiesen und der Algorithmus unterstützt das auch noch
  •  Hohes Suchtpotenzial durch Dopaminausschüttung im Gehirn, ausgelöst durch die kurzen Videoclips (=Abnahme der Konzentrationsfähigkeit)
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  • Für Eltern: Kein echter Jugendschutzfilter, extrem hohe Bildschirmzeit

2. Roblox

  • Gefahr: Grooming, Gewaltspiele, versteckte Kosten

  • Praxis: Viele Spiele auf der Plattform sind user-generated und werden kaum moderiert

  • Elterninfo: Voice-Chat, Rollenspiele mit sexuellen Inhalten, In-Game-Käufe

  • Über Roblox habe ich im Detail geschrieben. Mittlerweile ist das Mindestalter auf 16 Jahre erhöht worden. 

3. Snapchat

  • Gefahr: Sexting, nicht nachvollziehbare Kommunikation (Snaps verschwinden)

  • Problematisch: Standortfreigabe kann gestalkt werden

  • Mobbing & Cybergrooming: Männer sind auf Snapchat aktiv, um Kinder zu aktiv zu gefährden (über Telegram vernetzt)
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  • Tipp: Besonders für Pre-Teens nicht geeignet

  • App ist erst ab 13 Jahren zugelassen

4. Instagram

  • Gefahr: Körperbild, Like-Druck, Grooming

  • Kritikpunkt: „Explore“-Feed zeigt oft verstörende Inhalte

  • Altersfreigabe: Ab 13, aber leicht zu umgehen

5. Discord

  • Gefahr: Unmoderierte Gruppen, extreme Inhalte, Anonymität

  • Typisch: Kinder schließen sich Gaming-Servern an, geraten aber schnell in toxische oder radikale Chats

6. YouTube & YouTube Shorts

  • Gefahr: Algorithmen zeigen nicht altersgerechte Inhalte

  • Risiko: Auch bei YouTube Kids schleichen sich problematische Videos ein

  • Hinweis: Autoplay-Funktion unbedingt deaktivieren

7. Omegle (oft über Browser erreichbar)

  • Gefahr: Live-Videochats mit Fremden auf der ganzen Welt, sexuelle Inhalte, keine Alterskontrolle

  • Kritisch: Wird gezielt von älteren Nutzern zum Grooming verwendet

8. Telegram

  • Gefahr: Extremistische Inhalte, Pornografie, Drogenhandel

  • Risiko: Offene Gruppen und Bots schwer kontrollierbar

9. WhatsApp

  • Gefahr: pornografische und gewaltverherrlichende Bilder, volksverhetzende oder verfassungsfeindliche Inhalte werden in Gruppenchats vielfach geteilt

  • Cybermobbing beginnt oft in Klassenchats 

10. Gaming-Apps mit Chatfunktion (z. B. Among Us, Brawl Stars, Fortnite)

  • Gefahr: Fremdkontakt, toxisches Verhalten, Online-Sucht

  • Erfahrungswert: Viele Eltern unterschätzen den Einfluss dieser Chats

3. 5 Anzeichen, dass eine App nicht altersgerecht ist

  1. Keine klare Altersfreigabe (oder Unterschiede von Google Playstore zum Appstore) oder ab 13/16/18

  2. Inhalte werden nicht redaktionell überprüft

  3. App bietet unbegrenzte Kommunikation mit Fremden

  4. In-App-Käufe werden aggressiv beworben

  5. Die App wirkt selbst auf dich als Erwachsene befremdlich

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4. Wie du dein Kind effektiv vor digitalen Gefahren schützt

Technische Schutzmaßnahmen

  • Jugendschutzfilter aktivieren (z. B. Google Family Link, Apple Bildschirmzeit)

  • Autoplay deaktivieren auf YouTube und Co.

  • Nur kontrollierte App-Stores zulassen

  • Updates & App-Berechtigungen prüfen

  • Überprüfung, welche Daten die Apps sammeln (wird die Kamera eingesetzt? Wird aufgenommen? Standortübermittlung?)
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  • Altersgrenzen beachten und prüfen, ob das Kind bereit dafür ist (Kinder sind unterschiedlich, eine Altersgrenze sagt nicht immer etwas aus)
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  • Neue Spiele oder Apps zusammen mit dem Kind erkunden und Regeln festlegen

Medienkompetenz stärken

  • Mit dem Kind gemeinsam Apps entdecken

  • Kritisches Denken fördern: „Warum gibt es Likes?“

  • Suchtverhalten thematisieren: „Wie fühlst du dich nach dem Scrollen?“

Kommunikation auf Augenhöhe

  • Regelmäßig Gespräche statt pauschaler Verbote

  • Vertrauensbasis schaffen, damit dein Kind sich meldet, wenn etwas passiert

  • Gemeinsame Regeln entwickeln (z. B. „Bildschirmfreie Zeiten“)

  • Handy-Entzug als Strafe überdenken (Vertrauensbasis!)

5. Tipps für altersgerechte App-Auswahl

Alter Empfohlene App-Kategorien Beispiele
3–6 Jahre Lernspiele, Musik, Geschichten Anton, Toggolino, LEGO Duplo
7–10 Jahre Lern-Apps, Puzzle, Mal-Apps Blinde Kuh, KinderTube, Scratch Junior
11–13 Jahre Medienkompetenz, Wissen, Code CodeSpark, Geolino App, FragFinn
14+ Tools mit Begleitung Canva, Duolingo, Pocket Code

 

Tipp: Nutze Plattformen wie www.schau-hin.info, fragFINN.de oder Klicksafe.de, um Apps zu überprüfen.

6. Fazit: Dein Kind braucht keinen digitalen Hausarrest – sondern eine gute Begleitung

Der Wunsch nach digitaler Freiheit ist absolut nachvollziehbar. Doch Freiheit braucht Grenzen, die schützen. Du lässt dein Kind ja auch nicht einfach durch eine völlig fremde Großstadt spazieren? Informiere dich regelmäßig über neue Trends, sprich mit deinem Kind und vertraue deinem Bauchgefühl.

Ja, das bedeutet zusätzlich Arbeit und mentale Last. Aber da der Lehrplan all das nicht enthält, müssen wir ran. 

Ich bin nicht für absolute Verbote, weiß aber um die Gefahren und die Wirkung auf neuronaler Ebene im Gehirn. Mein Ziel: Ihr sollt genauso informiert sein, um eure Kinder zu schützen. 

Denn: Medienerziehung ist kein Projekt für einen einzigen Nachmittag, sondern ein Begleitprozess. Wenn du dich auf den Weg machst, hast du schon den wichtigsten Schritt getan.

Kinder sicher im Netz – beginnt schon in der Vorschule

Auf  kuchenerbse.de gibt es ab sofort exklusive Minikurse („Lernen mit Kimi Neura“) als Begleitlernmittel für Kinder und Eltern. Der erste Kurs richtet sich an Kinder ab sechs Jahren und soll spielerisch Grundlagen für die Sicherheit im Internet vermitteln.

Teile diesen Beitrag mit anderen Eltern – gemeinsam sorgen wir für mehr digitale Sicherheit.

 

Die Auswahl der „10 gefährlichsten Apps“ basiert auf einer Kombination aus:

Aktuellen Erkenntnissen aus Medienpädagogik und Kinderschutz

Quellen wie klicksafe.de, schau-hin.info, jugendschutz.net und fragFINN.de warnen regelmäßig vor diesen Apps – insbesondere wegen fehlender Alterskontrollen, problematischer Inhalte oder manipulativer Mechanismen.

Viele dieser Plattformen veröffentlichen jährliche Risikobewertungen und Hinweise für Eltern.

Internationale Studien & Fachberichte

Studien von UNICEF, EU Kids Online, JIM-Studie (Deutschland) und Safer Internet zeigen, dass Kinder diesen Apps besonders häufig begegnen – und dort besonders oft mit Cybermobbing, sexualisierten Inhalten oder Suchtverhalten konfrontiert werden.

Apps wie TikTok, Snapchat, Discord, YouTube u. a. tauchen hier regelmäßig als „besonders kritisch“ auf.

Elternberichte und reale Vorfälle

Zahlreiche Fallberichte aus Familien (wie im Beitrag auch das eigene Praxisbeispiel) sowie Meldungen in Medien und Foren zeigen: Es sind oft diese Apps, die Probleme auslösen – weil Kinder sie trotz Altersbeschränkung nutzen oder sich ihnen unbeaufsichtigt aussetzen.

Eigene Redaktionserfahrung & medienpädagogisches Wissen

Als SEO- und Medienexpertin, die regelmäßig Elternfragen beantwortet, sehe ich auch die Suchintentionen und die wachsende Unsicherheit der Nutzerinnen.

Apps wie Omegle oder Telegram sind nicht jedem Elternteil bekannt, haben aber ein hohes Gefahrenpotenzial, das unterschätzt wird.

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