Elternwissen: 10 Goldene Regeln für den Reitunterricht für Kinder

Elternwissen: 10 Goldene Regeln für den Reitunterricht für Kinder

Reitunterricht für Kinder – was so idyllisch nach Immenhof klingt, kann ja ganz fies ins Auge gehen.

Ja, wir sind im 21. Jahrhundert angekommen, doch noch immer hält sich Reitunterricht der “alten Schule” hartnäckig. Und damit meine ich nicht die alten, großartigen Reitmeister.

Ich selbst kam noch in den Genuss des alten Drills. Zugegeben, nicht alles daran war schlecht: Wir lernten Verantwortung. Das Pferd kam immer zuerst, hatte picobello auf der Mittellinie aufzumarschieren und wehe, ein Strohhälmchen zierte noch den üppigen Schulpferdeschweif. Nach jeder Reitstunde wurden die Pferde trocken geführt, mit Stroh abgerieben und Sattel und Zaumzeug geputzt.

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Beim Voltigieren lernen Kinder spielend die Balance auf dem Pferd.

 

Dafür gab es auch die andere Seite der Medaille: Reitunterricht für Kinder war früher – und auch leider heute noch – auch immer etwas grausam. Beschimpfungen – die extrem unter die Gürtellinie gingen – waren im Reitunterricht für Kinder an der Tagesordnung. Was musste ich mich “blöde Kuh” nennen lassen, weil ich mit zehn Jahren noch nicht wusste, wie eine halbe Parade funktioniert? Wie, ihr wisst das auch nicht? Dazu kommen wir später, du… Lieblingsmensch (an dieser Stelle bitte ein Augenzwinkern einfügen).

Reitunterricht für Kinder kann aber wirklich etwas Großartiges sein. Ich möchte euch daher einmal von den wichtigsten Vorteilen für den Reitunterricht für Kinder erzählen:

  1. Kinder erlernen mit frühem Reitunterricht Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen.
  2. Pferde stärken die Persönlichkeit und das Selbstvertrauen – nicht umsonst werden mittlerweile Führungskräfte-Trainings mit Pferden angeboten.
  3. Reitunterricht für Kinder fördert die Motorik und das Gleichgewicht.
  4. Selbstorganisation ist ein wichtiger Bestandteil des Reitunterrichts für Kinder – Pferde putzen, satteln und zäumen innerhalb einer kurzen Zeitspanne erfordert sicheres Planen und bewusste Organisation.
  5. Kinder lernen im Reitunterricht und im Umgang mit dem Pferd soziales Verhalten und einen pferdegerechten Umgang mit dem vierbeinigen Lebewesen.
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Abwechslung vom Unterrichts-Alltag: In Verkleidung auf dem Pferd.

 

Liebe Mamas, liebe Papas – diese Vorteile für den Reitunterricht für Kinder sprechen für sich, oder? Und jetzt habt ihr Blut geleckt und wollt eure Kinder direkt für Reitstunden anmelden? Ich möchte euch folgende Zusammenfassung an Praxistipps in Sachen Reitunterricht für Kinder ans Herz legen:

10 Goldene Regeln für den Reitunterricht für Kinder – das müssen Eltern wissen!

1 ) Kindgerechte Ausstattung: Sind Pferdeausrüstung und Putzzeug gut erreichbar für Kinderhände? Können Kinder ihre Pferde alleine ohne Kraftaufwand oder Gefahr von der Koppel oder aus dem Stall holen? Kinder sollten sich für ihren Unterricht so selbstständig wie möglich vorbereiten können.

2 ) Kindgerechte Pferde im Reitunterricht: Ich hatte noch das Pech, mit sieben Jahren auf einem Riesenross von 1,78 m Stockmaß reiten zu lernen. Alleine putzen, satteln oder zäumen kam gar nicht in Frage. Ohne Hilfe kam ich auch nicht aufs Pferd. Der Wallach war zwar gutmütig, aber nichts alleine zu machen, entmutigt. Kleine Kinder sollten auch auf kleinen Pferden reiten.

3 ) Qualitätssiegel, z.B. der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN): Ein Qualitätssiegel ist sicherlich von Vorteil, sagt aber allein auch noch nicht viel über die Qualität des Reitunterrichts aus. Seht bei Reitunterricht für Kinder zu und vereinbart eine Probestunde.

4 ) Ordnung und Sauberkeit auf dem Reiterhof: Ist die Reitanlage gepflegt? Stehen die Pferde in frischer Einstreu? Ist die Ausrüstung gepflegt? Nicht nur fürs Auge, sondern fürs Gesamtbild: Wo das große Chaos und Dreck herrscht, lernen Kinder selten guten Reitunterricht. Denn dann sind die Stallinhaber meist überfordert.

5 ) Qualität der Ausbilder: Hat der Reitlehrer eine anerkannte Ausbildung? Wie geht der Trainer auf die Kinder ein? Über- oder unterfordert er die Kinder? Wie spricht der Reitlehrer die Kinder an? Gute Reitlehrer gehen auf ihre Reitschüler ein und erklären auch, warum ein Pferd auf eine Hilfe so oder so reagiert. Reitlehrer ist übrigens kein geschützter Begriff.

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Zusammen mit anderen Kindern und Jugendlichen messen die jungen Reiter schon früh ihr Können – Stichwort “gesunder Ehrgeiz”.

 

6 ) Anfängerreitstunden: Bietet der Reitstall Reitunterricht für Kinder an der Longe an? Erhalten die Kinder auch Theorieunterricht rund ums Pferd? Gute Reitställe fördern auch das Wissen rund ums Pferd.

7 ) Artgerechte Haltung der Pferde: Erhalten die Pferde genügend Auslauf und dürfen soziale Kontakte pflegen? Dann sind sie auch im Reitunterricht für Kinder gleich viel ausgeglichener!

8 ) Kreativität: Langweiliges Abteilungsreiten Adé – Reitunterricht für Kinder sollte fantasiereich und kreativ gestaltet sein. Pylonen und Stangen sind da beliebte Hilfsmittel.

9 ) Sicherheit geht vor: Reitlehrer achten peinlich genau auf die Sicherheit von Pferd und Kind und gehen kein unnötiges Risiko ein. Wer sich nicht daran hält, disqualifiziert sich selbst.

10 ) Sicherheit im Reitstall: Ist der Reitplatz eingezäunt? Liegen Hindernisse herum? Sind die Koppelzäune intakt? Stellt der Betrieb Reithelme gegen Leihgebühr? Stehen irgendwo Nägel heraus, wo Pferde oder Kinder hängen bleiben können? Gibt es Rauchmelder und eine Stallordnung? Mit diesen Fragen erkennen Eltern oft schon einen guten Reitschulbetrieb.

 

Das waren sie, die 10 Goldenen Regeln für die Suche nach gutem Reitunterricht für Kinder. Wer noch mehr zum Thema Reiten & Kinder lesen möchte, schaut einmal hier vorbei: FAQ Fest im Sattel – was Eltern wissen wollen! 

Reiten eure Kinder eigentlich? Und seid ihr zufrieden mit dem Reitunterricht? Was wünscht ihr euch für Verbesserungen? Ich freue mich auf eine spannende Diskussion mit euch!

Eure Victoria

P.S.: Eine halbe Parade bedeutet, sein Handgelenk kurz sanft einzudrehen (“Schwamm ausdrücken”), um das Pferd mit dem Gebiss auf eine bevorstehende Aktion aufmerksam zu machen, zum Beispiel zum Anhalten. Hier bei der FN wird das genauer im Detail erläutert.

Bilder: Archiv/ Stefan von Lützau-Swoboda

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