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5 Dinge, die ich gern vor dem Einzug des Familienhundes gewusst hätte

Hurra, ein Familienhund ist da! Nun gut, mittlerweile schon gut zwei Jahre. Daher teile ich hier meine Learnings zu Kindern und Hund: 5 Dinge, die ich gern vor dem Einzug des Familienhundes gewusst hätte!

Dass ein Hund irgendwann wieder bei uns einzieht, war sonnenklar. Ohne könnte der Mann gar nicht existieren, glaube ich. 

Ich bin zwar eher der Katzen-/Pferdemensch, mag Hunde aber auch gern (ich kann aber auch ohne existieren, glaube ich). Und unsere Familie hatte immer Hunde und Katzen. Und ein Pferd, zeitweise. Und so kam es, dass bereits meine Eltern ihre Erfahrungen mit Hütehunden gemacht hatten („der schwarze Teufel von Stubben“, sehr revierverteidigend und bald wohnhaft bei Oma statt auf Bauers Gemüsefeld), einen katzenfreundlichen Boxer an Gift verloren und schließlich eine Golden-Retriever-Hündin einzog. 

Bei meinem Mann zog der erste Hund ein, als er schon 12 war, und gleich ein Jagdhund. Der Münsterländer allerdings begleitete ihn fortan auf Schritt und Tritt (bis auch er Gift erlag). Ab da war Stefan eigentlich nie ohne Hund anzutreffen. Sein Herz gehört heimlich spanischen Straßenhunden, nun wohnt ein Labrador bei uns. Nun, ich schweife ab. Zurück zu unserem Familienhund. 

5 Dinge, dich gern vor dem Einzug des Familienhundes gewusst hätte

Ein Familienhund haart – immer und überall

Labradore haaren das ganze Jahr. Nein, nicht nur zum Fellwechsel. Labradore haaren einfach immer. Zum Fellwechsel bedeckt eine zarte schwarze Schicht unseren Parkettboden, der weiße Wollteppich hat einen herbstlich-grauen Touch. Ich erwähne das an dieser Stelle, weil Retriever ja bevorzugt als Familienhunde gehalten werden. Ich hatte das nun nicht auf dem Schirm. Aber: Man gewöhnt sich dran. Und Kinder fegen auch gern. Oder staubsaugen. Oder beides. 

Mit Kindern und Hund hat der Tag zu wenig Stunden

Ein Familienhund, wenn er als Welpe einzieht, bedeutet viel Zeit und Arbeit. Ja, das war mir schon klar, wir hatten ja auch mal einen Welpen. Ich weiß das. Nur wusste ich nicht, was das genau im Kontext mit Kindern bedeutet. Wie stressig das wirklich werden kann. An dieser Stelle aber der Hinweis, das ja jede Familie und jeder Hund anders ist. Dennoch: Es ist viel Zeit nötig, vor allem noch jüngeren Kindern die Regeln beizubringen und durchzusetzen, zum Wohl des Hundes. 

Der Welpe zieht ein – die Entthronung beginnt

Wenn ein Familienhund einzieht, können jüngere Kinder mitunter eifersüchtig reagieren. Weil Eltern die Zeit nun noch dem Welpen widmen. Das ist ein Baby – ja, ein Hundebaby, aber definitiv ein Baby! Und Babys brauchen Zeit. Da hängt der Haussegen schon mal schief. Kann ähnlich laufen wie die „Entthronung“ älterer Geschwisterkinder. Verständnis und Begleiten der Gefühlslage, während der Welpe versehentlich auf den Teppich pieselt, weil die Katze ihn nicht zur Tür lässt. Das hebt das Familienmanagement auf ein neues Level. 

Familienhunde fordern und fördern – mit Familie

Ein Labrador als gutmütiger Familienhund, das ist es! Die Labradore, die ich kannte, gehörten meist zur Showlinie und stellten kaum höhere Anforderungen. Wir einigten uns auf die Arbeitslinie, der Hund sollte ja kein Couchpotato sein. Ahahaha. Tut das niemals ohne Zeitreserven. Ja, ein Hund kostet Zeit. Und ein Arbeitshund (ja, das sind Labradore) kostet mehr Zeit. Im Prinzip kein Thema, aber im Kontext einer Familie mit allerlei Terminen und Geschäftsreisen des Partners ist das eine gewisse Herausforderung für mich als neurodivergente Mutter. Mittlerweile haben wir unseren Rhythmus gefunden und wissen, wir wir den Hund auch mit weniger Zeit fördern und fordern können. Aber das hat etwas gedauert, ohne dass einer von uns ein Burnout hatte, überspitzt gesagt. 

 

Hundeerziehung in der kindlichen Umwelt – ein Spagat

Ein Familienhund soll gut erzogen werden. Auf dem Papier kein Problem. Der letzte Zögling des Mannes war nach 14 Tagen reif für die Begleithundeprüfung. Also, alles easy. Denkste! Alles, was früher an Erziehung in zwei, drei Wochen erledigt war, scheitert nun. Warum? Mit Kindern bewegen wir uns im kindlichen Umfeld. Kindergarten, Schule – überall Kinder, die unberechenbar reagieren. Eigene Kinder, die zwar theoretisch wissen, dass sie den Hund nicht umarmen dürfen, es aber dennoch tun. 
Erziehungsversuche werden oft genug torpediert, gerechterweise nicht nur von Kindern, auch von anderen Erwachsenen, weil der Hund so niedlich ist. Ja, wir müssen da abgrenzen, aber nein, alles wollen wir nicht verbieten. Der Hund soll ja einerseits lernen, den Umgang mit Kindern auszuhalten, andererseits Grunderziehung genießen. Und wir haben ein besonders lebenslustiges Exemplar erwischt. 

Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, und ich denke, es ist okay wie es ist. Ja, ich tue mir aufgrund meiner chronischen Krankheit schwerer beim Gassigehen, aber für uns gibt es andere Schwerpunkte. Der Hund ist schussfest, geht baden, spielt und agiert mit den Kindern, gehorcht auch der Siebenjährigen (dennoch dürfen unsere Kinder nicht alleine Gassi gehen), er fährt gerne Auto und steigt ebenso gern in die Gondel wie auf eine Hängebrücke. Er mag Katzen und andere Hunde, er ist kinderlieb. Mit meinem Mann fährt er Fahrrad, ist im Spiel und Freilauf – auch mit Wild in Sichtweite – abrufbar. Dafür ist er ungestüm, hat des Teufels Ausdauer, lernt sehr schnell (auch Blödsinn) und tritt gern auf andere Füße. Die Impulskontrolle lässt manchmal auch zu wünschen übrig (bei Freude). Aber letztlich sind wir froh über unseren Familienhund, und sogar die Katzen-Oma lässt sich mittlerweile dazu herab, sich abschnuppern zu lassen. 

Alles Wichtige – und UNBEQUEME (worüber andere ungern sprechen) lest ihr übrigens ab sofort in meinem neuen Buch. Unterstützt mich als selbstständige Autorin und greift ruhig zu: Ich spreche in meinem Buch „Der Familienhund – Hundewissen für Eltern“ auch an, wann man sich lieber keinen Hund anschaffen sollte. Oder was es bedeutet, sich einen Familienhund in einem neurodivergenten Umfeld zuzulegen. Außerdem kommen auch andere Familien zu Wort, die einen Hund ihr eigen nennen. 

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