Fliegen mit Kleinkind: Ryanair

Lufthansa, Quatar Airways, Delta, British Airways, United, KLM, Air China, Cathay Pacific, Emirates, Condor, Jet Blue, TuiFly, Air Lingus… Wir haben ja schon einige Airlines getestet. Mit Ryanair war es aber etwas ganz Besonderes:

Die Premiere mit Kleinkind!

Ja, wir habens gewagt: Trotz aller Unkenrufe, mit Kleinkind mit Ryanair zu fliegen. Was soll auf einem 3-Stunden-Flug nach Sevilla schon groß passieren? Für die Zeit an Bord reichen die Snacks locker aus! Ja, und das haben sie tatsächlich. Wenns nur die Snacks gewesen wären..

Die Flugbuchung bei Ryanair

Zuerst wühlten wir uns durch die Servicewüste der Homepage. Das passende zu buchen, ist nämlich beim ersten Mal nicht so einfach. Für den Datenwald-Dschungel schnell eine Machete besorgt, und los: Ryanair fragt ja alles doppelt und dreifach ab (…“andere Sitzplätze? Aber der eine ist kostenlos. Nein, der andere nicht. Aber möchten Sie nicht noch Gepäck…? Nein? Aber vielleicht einen Leihwagen…?“).

Die gute Nachricht: Ein Kleinkind-Equipment pro Kind wird kostenlos befördert (Babybett, Buggy, Kinderwagen, Kraxe usw.). Jedes weitere Equipment kostet 15 EUR extra. Ist absolut machbar. Außerdem ist der Sitzplatz (in der roten Kategorie) für das Kleinkind inbegriffen. Also, die Sitzplatzreservierung.

Wer sich für Plätze mit mehr Beinfreiheit entscheidet, zahlt mehr. Hier muss ich ganz klar sagen: Ryanair glänzt mit Beinfreiheit, auch auf den billigen Plätzen (Sitzreihen 20 und 22). Dafür ist auch kein Schnick-Schnack an Bord. Weder Bordunterhaltungsprogramm, noch Fangnetz für Zeitschriften. Aber die Kinder hatten fantastisch viel Platz zum Spielen.

Wer nicht genug Snacks dabei hat, für den hat Ryanair gesorgt: Die Preise für Frühstück und Mittagessen unterscheiden sich nicht so sehr von den Preisen der Deutschen Bahn.

Wer mit einer Billig-Airline wie Ryanair fliegt, darf nichts umsonst erwarten. Dann läufts. 

Rund um den Flug mit Ryanair

Eine Kinder-Trinkflasche mit Wasser durfte auf dem Hinflug mit an Bord, genau wie zwei Quetschies und Apfelsaft. Dafür durften die klappbaren Buggys nicht mit in die Sicherheitszone, sondern mussten als Sperrgepäck (kostenlos) aufgegeben werden. Normalerweise dürfen Buggys und Kinderwagen mit in den Duty-Free-Bereich. Ich hatte dann das Vergnügen, den Zweijährigen auf dem Arm zu kutschieren. Danke, liebes Flughafenpersonal!

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Beim Rückflug in Sevilla durften die Buggys selbstverständlich mit (Hurra). Gefunden habe ich meinen auf der vorderen Treppe am Ausstieg des Flugzeugs. Vermutlich wäre er auch aufs Gepäckband gebracht worden, da war ich aber nicht sicher. Links das Kind, rechts der zusammengeklappte Buggy – und eine rennende Mutter. Oh yeah. Auf dem Rückflug wurde beim Sicherheitscheck der Kakao des Kindes gnadenlos aussortiert (ein Versuch war es wert, weil es auf dem Hinflug auch in Ordnung war). Außerdem mussten wir auf dem Rückflug einzeln durch die Piepsmaschine am Sicherheitscheck. Erklär dem Kleinkind, dass Mami jetzt mal alleine vorgeht, höhö. Beim Hinflug sollten wir zusammen durch gehen. Da war sie, die bayrische Gemütlichkeit. Prost!

AH!Wickeln an Bord? Ich habs mal probiert; hinten im Flugzeug gibt es über der Toilette einen Wickeltisch. Klappt um Himmels Willen die Toilette zu, sonst Platsch! Also Utensilien, nicht das Kind. Den Filius musste ich im Stehen wickeln, das ging auch ganz gut. Die Liegefläche ist sehr klein. 

Ryanair und Kleinkinder

Kleine Kinder unter zwei Jahren erhalten an Bord einen zusätzlichen Gurt und werden auf dem elterlichen Schoß angegurtet. Der Filius, gerade erst Zwei geworden, rutscht auf seinem Sitz tatsächlich durch den Gurt hindurch. Daher habe ich vorab an Ryanair geschrieben (Live-Chat). Da kam die Rückmeldung, dass das Kind bei Start und Landung auf den Schoß muss und die Gurte vom Personal verteilt werden. Alles klar. Klappte auf Hinflug auch tutti. Dafür zickten die Damen und Herren auf dem Rückflug ziemlich rum, bis der Männe mit dem Screenshot des Chats herumwedelte und die Verantwortlichkeiten erklärte.

Ich verstehe ja, sie haben ihre Vorschriften. Aber dass sich Hin- und Rückflug so unterscheiden können? Das habe ich auch noch nicht erlebt.

Das Schlimmste an Ryanair war eigentlich, dass sie mich ohne Ausweis nicht nach Hause fliegen wollten (trotz Ausweiskopie und Dokument der Polizei). Lufthansa beispielsweise reicht das Dokument der Polizei völlig aus (das ist eine andere Geschichte). Und der damit verbundene Einsatz wird auch noch Konsequenzen haben.

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Nochmal mit Ryanair?

Fazit: Fliegen mit Ryanair und Kleinkind ist auf Kurzstrecken völlig okay. Wir haben Priority gebucht (bevorzugter Einstieg und Mitnahme zweier Handgepäcksstücke), das kostet ab fünf Euro Aufpreis und war es definitiv wert. Zwei bis vier Stunden Flug sind machbar. Aber man muss einige Einbußen in Kauf nehmen. Bei Verspätungen beispielsweise werden die renommierten Airlines bevorzugt. Geparkt werden die Flugzeuge auch weit vom Gate, in Sevilla hatten wir eine größere Laufstrecke übers Rollfeld zurückzulegen (kommt super mit den Kleinen, war aber machbar. Nur langsam. Und das Bodenpersonal muss solange warten. WIR HATTEN JA KEINE BUGGYS ZEFIX). Die Flugbegleiter sind nicht gerade motiviert, aber versucht höflich. Verständlich, daher haben wir einfach mal in zwei Lose investiert (die Blicke, unbezahlbar. Ich glaube, das machen nicht viele. Wir eigentlich auch nicht).

Ladet euch außerdem die App aufs Handy, dort könnt ihr euren Flug und die Bordkarten verwalten. Der Check-in erfolgt online. Am Flughafen kostet der Spaß sonst 50 EUR extra.

Für Langstreckenflüge bevorzugen wir dann doch eine renommierte Airline, gerade mit Kleinkind. Den Service zahlt man im Ticket mit, doch das ist es wirklich wert. Und Apps wie

  • Hopper
  • Skyscanner
  • Kayak
  • Momondo
  • swoodoo
  • lufthansa
  • usw.

finden per se immer gute Angebote. Manchmal last minute, manchmal lange im Voraus. Wir haben ein richtiges Winterschnäppchen gemacht. Pro Person kostete der Flug ca. 65 EUR (Hin- und zurück, inkl. Priority und einem großen Gepäckstück zusätzlich).

Übrigens: HIER findet ihr auch einen tollen Bericht zum Thema Fliegen mit Baby. Der Blog „Kind im Gepäck“ ist viel unterwegs und hat tolle Erfahrungsberichte online. Unter dem Link findet ihr auch viele tolle Tipps! Stöbert mal vorbei!

Und nun, guten Flug!

Was ist eure favorisierte Airline? Seid ihr mit Kind bereits geflogen? Wie sind eure Erfahrungen? Ich bin gespannt!

Eure Victoria


4 Gedanken zu “Fliegen mit Kleinkind: Ryanair

  1. Danke für Deinen Erfahrungsbericht. Ja, ich habe auch schon unterschiedliche Dinge über Ryan gelesen. Aber ich denken, man weiß, dass man mit Ryan fliegt – und dann passt das auch. Flieger von A nach B und fertig. Allzu große Ansprüche sollte man da nicht haben. Wir selbst haben zweimal „getestet“. Für uns das Nadelöhr: Check-In und Sicherheitskontrolle, da in Hubs gefühlt alle Ryan-Air-Flieger innerhalb 30 Minuten abfliegen. Entsprechend viel los an den Schaltern. Und mit vier Kids anstehen – da wird jede zusätzliche Minute wie eine Ewigkeit. Priority müssen wir wohl doch überlegen beim nächsten Mal…

    Gefällt 1 Person

    1. Absolut; den Service zahlt man eben bei den renommierten Airlines und von daher ist das völlig ok. Mit vier Kindern ist aber auch eine Herausforderung ☺️
      Ja, um Priority war ich dann doch froh.
      Lg Victoria

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