Chronisch krank & Spass dabei: Fibromyalgie

Lange habe ich mit mir gehadert, ob ich überhaupt darüber schreiben soll; der Öffentlichkeit mitteilen, dass ich an einer chronischen Krankheit leide. Nicht, dass das die erste wäre – Migräne, Bluthochdruck, Hashimoto, Vitiligo sind das Topping, die Würze des Lebens. Und einige andere Widrigkeiten, die dann aber doch privat bleiben. Fibromyalgie – was heißt denn das konkret?

„Fibromyalgie – eine Krankheit mit über 50 verschiedenen Symptomen!“

Das habe ich mich auch gefragt, als ich ahnungslos wegen der Symphysenlockerung beim Orthopäden saß. Fibromyalgie ist nicht heilbar. Aber man stirbt auch nicht daran. Die Krankheit schränkt einfach nur drastisch ein.


Ihr seht es mir nicht an, aber Ausflüge wie dieser nach Salzburg kosten immens viel Kraft.


Übersetzt bedeutet Fibromyalgie „Muskelfaser-Schmerz“. Würzburger Wissenschaftler fanden in einer Studie nun heraus, dass es deutliche Schäden an den kleinen Nervenfasern von Fibromyalgie-Patienten gibt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Brain“ veröffentlicht.

Fibromyalgie schränkt ein; bedeutet an stetigen Schmerzen zu leiden und auf wenig Verständnis zu hoffen. Denn diese Krankheit ist unsichtbar. Meine Fibromyalgie ist nicht so ausgeprägt wie bei anderen, die täglich Morphium einnehmen müssen. Aber dass fortwährende Schmerzen nicht normal sind, musste ich erst lernen. Auch die extreme Schmerzsensibilität macht die Sache nicht leichter.

Zumindest kenne ich nun den Grund, warum mitten unterm Kaiserschnitt die Betäubung nachgelassen hat. Ehrlich, das sind so Sachen, die will man nicht haben.

„Schmerzen begleiten fortwährend dein Leben. Immer. Schmerztabletten sind wie Smarties.“

Was man gegen den Schmerz bei Fibromyalgie machen kann? Bewegung zum Beispiel! Dummerweise bin ich dadurch auch noch extrem anfällig für Verschleißerscheinungen – die kaputte Achillessehne lässt grüßen. Da lacht der Arzt und sagt: „Fahren Sie Fahrrad!“. Ich mag Fahrradfahren nicht sonderlich. Dafür bin ich wieder aufs Pferd gestiegen. Und versuche, regelmäßig Yoga zu machen. Stretching ist unglaublich wichtig bei Fibromyalgie und verhindert, dass ich einroste. Sogar der Schmerzgrad bei Restless Legs nimmt dabei ab. Außer in der Schwangerschaft, da war das RLS kaum auszuhalten.

Manchmal dauern Fibromyalgie-Schübe mehrere Wochen, da kann ich oft nicht richtig laufen. Die Schmerzen sind ähnlich wie beim Rheuma, das hat aber nichts miteinander zu tun. Dazu kommen Müdigkeit, Gedächtnisstörungen und Zahnschmerzen (obwohl alles okay ist) uvm. Ist es sehr stressig, habe ich sogar Probleme, mich zu artikulieren.


Es gibt gute Tage mit weniger Schmerz. Ich möchte meinem Sohn eine entspannte Mutter sein. Klappt nicht immer.


Permanente Schmerzen schlagen auch aufs Gemüt. Wenn die Kräfte versagen, muss ich eine Pause einlegen. Sonst werde ich unwirsch und ungeduldig. Total wichtig ist da das frühe Erkennen.

Die Bloggerin Fibrofee schreibt beispielsweise, dass sie die Arme zum Haare machen nicht lange hoch halten kann. BÄM! In your face, wieder etwas, was ich für normal gehalten hatte. Nein, ist es eben nicht. Und ich hab mich immer neiderfüllt gefragt, wie die anderen Frauen sich einen Zopf Flechten können. Das wäre geklärt. Und jetzt stellt euch vor, wie ich mit dem Sohn auf dem Arm koche oder seine Zähne putze.

Spoiler: Ja, es funktioniert. Ich habe meine Haltetechnik perfektioniert.

100 Prozent? Du hast vielleicht 50 mit Fibromyalgie!“

Ein Leben mit Fibromyalgie bedeutet, sich Kräfte ganz genau einzuteilen. Das begleitende Erschöpfungssyndrom ist äußerst ausgeprägt. Schnell ist man überlastet. Dennoch versuche ich, ein normales Leben zu führen. Ich zwinge mich, auch mal wegzugehen – Dinge, die viel Kraft kosten. Oder aber Mikro-Abenteuer vor der Haustür zu erleben: Im Sommer mache ich gerne Ausflüge mit dem Sohn. Üblicherweise fahre ich gern die Vermeidungsstrategie, doch damit schadet man sich natürlich selbst: Klar ist es bequemer, auf dem Sofa zu liegen. Und manchmal muss das auch sein. Oft ist das morgendliche Duschen, das Anziehen, schon ein Kraftakt. Zum Windelwechseln in den ersten Stock? Oben keuche ich auch mal wie nach einem Halbmarathon, die Beine versagen fast die Kraft zum Treppensteigen. An der obersten Stufe brennen die Oberschenkel wie Feuer. Da merke ich sofort, wenn ich nicht stetig Sport mache.

Kniebeugen. Das hilft. Ich stärke gezielt die Körpermitte. Wenn ich nicht wieder krank bin. Das Immunsystem funktioniert etwas anders als bei gesunden Menschen. Momentan schaffe ich ganze 22 Kniebeugen am Stück. Ich war mal sehr sportlich. Ja, ehrlich.

„Der Arzt testet Triggerpunkte am Körper. Alle waren sie positiv.“

Da ist gut geplant halb gewonnen. Meine Flexibilität ist durch die Fibromyalgie auf der Strecke geblieben. Früher bin ich spontan losgezogen, heute packt mich das nackte Grauen bei diesem Gedanken. Trotzdem, um meinen inneren Schweinehund zu ärgern, fasse ich mir oft ein Herz und stürze mich ins „Abenteuer“. Klar, lustig und spontan – wie früher – wäre ich schon gerne.

Rund 1-3% der Bevölkerung leidet an Fibromyalgie. Prominente Vertreter dieses Krankheitsbildes sind u.a. Lady Gaga und Morgan Freeman.

Aber Struktur erhält dafür Lebensqualität. Und die brauche ich ganz dringend. Meine Kräfte teile ich ganz genau ein. Sonst droht Überforderung. Was war ich verzweifelt, weil ich dachte, ich versage als Mutter. Sah die anderen Frauen alles wuppen. Und ich war schon nach dem Windel wechseln schweißgebadet. Alle dachten, ich übertreibe. Klar, es konnte ja niemand in mich hineinfühlen. Ein Teufelskreis, den wünsche ich niemandem. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal.

Nur eines: Verständnis, oder gar der Wunsch danach, dass man mir glaubt, das gibt es im Alltag kaum. Für die meisten Menschen – auch jene, die mir nahe stehen – gehört Fibromyalgie zur Kategorie unsichtbare oder eingebildete Krankheit. Das macht einsam.

Schluss mit dem Seelenstriptease! Hier noch der Link zu einem verständlichen Video über Fibromyalgie: Dr. Weigl Fibromyalgie

Wenn ihr künftig mehr zu diesem Thema lesen wollt, freue ich mich über eure Kommentare.

Eure Victoria

Die schleichende Vereinsamung neuer Mütter

Wenn das Baby da ist, ändert sich nichts an der Freundschaft!“

„Das Baby wird nichts an unserer Beziehung ändern, ich bin immer für dich da.“

So ähnlich klingen sie, die güldenen Versprechungen von Freundinnen und Freunden, aber auch vom Partner. Mehr oder weniger euphorisch schwenkt die Mutter in spe den Schwangerschaftstest, schmiedet Zukunftspläne und malt sich genau aus, wie das sein wird; das Leben mit Kind.

Spoiler: Es kommt meist anders als du denkst!

Schon während der Schwangerschaft kristallisiert sich heraus, wer bleiben wird. Nicht immer, manchmal wirst du überrascht.

Ich habe in der Schwangerschaft an meinem Leben festgehalten, habe – mit Unterstützung – das Pferd mehrmals die Woche versorgt, war die ersten Monate regelmäßig reiten, habe die Hochzeit geplant und war mit Freunden aus. In dieser Zeit kehrten schon einige wenige mir den Rücken zu. Persönliche Gründe, unterschwelliger Neid, schlussendlich Freundschaftsbruch.

Dann kam der Umzug. In einen Ort, in dem ich niemand kannte. Noch blieb er, der alte Freundeskreis. Da das Pferd noch im alten Stall stand, waren die Kontakte gut.

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Einfach mal raus: Auch mit Baby lassen sich schöne Stunden woanders – hier am Ammersee – verbringen!

Im neuen Wohnort hingegen ergaben sich kaum neue Kontakte. Das erste Jahr war ich sowieso ständig am pendeln: Das Pferd wurde 30 km weiter versorgt. Immer mit dabei – das Baby.

Dann forderte das Baby mehr. Ich suchte eine Krabbelgruppe, auch ich wollte mittlerweile unter Leute, mich austauschen, Kaffee trinken und schnacken. Mit Müttern. Was man sich eben so vorstellt. Hätte ich mir ja nicht träumen lassen. In echt jetzt. Ich hatte tatsächlich Glück und fand eine passende Gruppe in der Nähe.

Leider löste sich die Gruppe nach einem halben Jahr wieder auf.

Und dann: Mein Pferd verstarb, die Kontakte schwanden. Leute, die ich Jahre kannte. Da kam kein „wie geht es dir?“ nach dem Verlust, kein „ich komme vorbei und unterstütze dich“. Nur leere Phrasen am Todestag. Nach einigen Wochen kam dann mal ein lapidares „wie geht es dir?“.

In meiner neuen Heimat lief es nicht viel besser. Mütter, denen ich beim Spaziergang begegnete, grüßten kaum oder machten auf eingeschworene Clique. Man kannte sich, sie wuchsen zusammen auf in dieser Kleinstadt.

Ich dachte früher, Mütter sind anders. Solidarisch. Aber es sind auch nur Menschen, mit guten und schlechten Tagen.

Menschen reagieren unterschiedlich auf Veränderungen im Leben. Auch Schwangere, Hormonumstellungen machen Freundschaften nicht unbedingt einfacher. Auf beiden Seiten.

Fassen wir zusammen, was immer mehr Müttern zu schaffen macht und zur Vereinsamung führt, wenn das Baby da ist (kein Muss, nur ein „kann“):

  • Umzug in einen anderen Ort
  • Kinderlose Freunde und damit Interessenskonflikte
  • Verlust des Hobbies, damit verbundener Verlust alter Freunde
  • Spielplatz als Treffpunkt überholt, häufig Spielanlagen in eigenen Gärten (Eltern gehen weniger zu öffentlichen Anlagen)
  • Mehr Mütter sind heute berufstätig, Kinder bereits in der Krippe
  • Eingeschworene Gemeinschaften, wenig Platz für „Neue“
  • Wenig Angebote für neue Eltern im Wohnort
  • Keine Familie in der Nähe
  • Jobverlust
  • Wenige Familien im Ort
  • Ungenügende Sprachkenntnisse (Barrieren)
  • Krankheit

Das alles können Faktoren sein, die Mütter – oder auch Väter – sich einsam fühlen lassen. Kommen mehrere Punkte zusammen, ist der Partner häufig viel geschäftlich unterwegs und macht sich womöglich noch eine postnatale Depression auf den Weg, scheint das Unglück perfekt.

Die Frau sieht sich allein an vielen Fronten: An sich selbst zweifelnd, aus Frust essend oder hungernd, Tränental und eine hohe innere Belastung: Allein mit Kind. Keiner da zum Austausch. Einige Mütter fliehen sich in soziale Netzwerke, ständig das Smartphone in der Hand. Einige geben alles für ein Like, die virtuelle Anerkennung. Andere lassen den Frust am Kind aus. Wieder andere scheitern in ihrer Ehe, weil der Partner nicht nur Partner, sondern auch Freundesersatz wurde.

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Allein(gelassen) mit Kind: Heutzutage fehlt es oft am sozialen Netz

Oft lässt der Partner auch die Frau „allein“. Selbstverständlich kümmert er sich um die Verpflichtungen, doch er sieht die Frau noch nicht als Mutter. Oder nur als Mutter. Beides ist für die Frau schlecht: Die Rolle als Mutter hat frau zwar meist schnell drauf, doch die Umstellung des Mannes in die Elternrolle dauert häufig etwas länger. Problematisch ist vor allem die hohe Erwartungshaltung: Es soll doch bitteschön alles so weitergehen wie vorher, nur ist jetzt eben das Baby mit an Bord. Ein Trugschluß, denn ein Baby bringt eben Veränderungen. Wird krampfhaft versucht, das Leben weiterzuleben, zieht einer immer den Kürzeren; nicht selten dann das Baby. Hier gehe ich speziell auf die Zeit nach der Geburt ein.  

Das macht mich traurig. Ich lese häufig Anfragen nach Krabbelgruppen in der Ortsgruppe. Manchmal gibt es keine Antwort. Ich habe Glück gehabt: Nach einer langen Durststrecke konnte ich mir im neuen Wohnort ein „soziales Polster“ aufbauen: Ich habe Freunde, unter ihnen tolle Mütter, ich arbeite nebenbei mit einem ganz tollen Team und laste meinen Tag anders aus, seitdem das Kind in der Krippe ist. Hier ergeben sich natürlich auch Kontakte (wobei man zwischen Tür und Angel beim Kinder bringen und holen wenig Gesprächszeit bleibt). Und einige frühere Kontakte vertieften sich, seit auch ich ein Kind habe (vorher war ich die „Kinderlose“ mit anderen Interessen). Ganz wenige Kontakte von früher habe ich natürlich auch noch; vor einigen Monaten kam die Überraschung: Vier Freunde schenkten mir ein Armband aus den Schweifhaaren meines verstorbenen Pferdes – eine sehr rührende und nette Geste, mit der ich gar nicht mehr gerechnet hatte – und nie habe.

Ein wenig neidisch blicke ich immer wieder auf die Berliner: Dort gibt es eine ganze Reihe von familienfreundlichen Cafés. In Augsburg gibt es das Himmelgrün. Hier in Schwabmünchen gibt es kein spezielles Familiencafé. Familienfreundliche Gaststätten gibt es einige, gerade mit Spielplatz im Aussenbereich. Aber zum Kontakte knüpfen ist das auch nicht so ideal.

Was ich getan habe, um der Einsamkeit zu entgehen:

  • In der Ortsgruppe auf Facebook nach Krabbelgruppen gefragt
  • Kontakte der Gruppe weiter gepflegt, auch nach Auflösung (nur Mut!)
  • Gründung der regionalen Facebookgruppe für Mamas (Augsburg)
  • Alte wichtige Kontakte per Telefon pflegen (so wichtig!)
  • Mütter unterwegs einfach angesprochen (traut euch!)
  • Meine nebenberufliche Selbstständigkeit aufgebaut (neue tolle Kontakte)

Macht euch bitte bewusst, dass der Partner nicht euren Freundeskreis ersetzen kann. Darunter wird irgendwann die Beziehung leiden. Natürlich ist der Partner auch häufig als „bester Freund“ benannt. Letztendlich ist er aber keine andere frischgebackene Mutter und kann die eine oder andere Schwangerschaftsanekdote nicht teilen. Und mit wem wollt ihr schnacken, wenn es in der Beziehung gerade mal mau läuft?

Eine gute Freundin hat sich lange nicht gemeldet? Ruf an. Du vermisst die Gespräche? Sprich es aus. Du würdest gern wieder mal mit der Freundin Essen gehen? Findet einen Termin.

Tipps, wo Ihr Leute kennen lernen könnt:

  • Regionale Facebookgruppen
  • Stillgruppen
  • Krabbelgruppe
  • Rückbildungskurs
  • Auf Spielplätzen
  • Kirchengemeinde
  • Mütterforen
  • Babyschwimmen
  • Pekipkurse
  • Kinderflohmärkte
  • Kinderkrippe
  • Kleinanzeigen
  • Sprachkurs
  • Neues Hobby
  • Spaziergang (traut euch!)
  • Drogeriemarkt – der mit der Wickelstation – am Vormittag (kein Witz: Nur Eltern)

Und denkt dran: Ein Lächeln öffnet Türen (und Herzen).

Eure Victoria

Übrigens: Das Erziehungsmodell der Großfamilie hat in früheren Zeiten – und auch noch heute – viele Mütter vor Einsamkeit bewahrt. Mein Mann beispielsweise hat als Kind noch mit drei! Generationen unter einem Dach gewohnt. Doch in Industrienationen ist das generationsübergreifende Wohnen selten geworden. Daher ist es umso wertvoller, sich seine eigene „Großfamilie“ zu schaffen. Wie das geht? Tanja von No Risk – No Mum gibt euch dazu einen grandiosen Einblick!


Diesen Beitrag habe ich bereits Mitte Oktober 2017 angefangen zu schreiben. Mittlerweile bzw. auch zuvor haben andere Blogger das Thema für sich entdeckt, schaut z.B. vorbei bei Puddingklecks, 2kindchaos, geborgenwachsen, dieAnderl, verflixterAlltag uvm. 

Last-Minute Valentinstag DIY & 5 geheime Fakten

Uuuups – nur noch wenige Tage bis zum Tag der Liebe, Amors plüschigem Freudenfest auf Wolke 7. Ich gestehe, ich bin ein heimlicher Fan des Valentinstags. Und wie immer, auch viel zu spät dran mit den Vorbereitungen. Läuft übrigens auch an Weihnachten ähnlich. Um den Liebsten am Valentinstag zu überraschen, bleibt nicht viel Zeit. Als Mutter sowieso nicht.

Geht es euch auch so? Zack, Zeit rennt! Früher habe ich aufopferungsvoll Tage damit verbracht, Überraschungen zu planen. Jetzt geht alles hoppladihopp, im Super-Mum-Geschwindigkeitsmodus!

Für das heutige DIY zum Valentinstag – dem Liebesglas – braucht ihr ein leeres Babybreigläschen – gut ausgespült.

Ich lasse die Bastelgläser in spe immer noch eine Runde im Geschirrspüler mitfahren.

Außerdem braucht ihr

  • Acrylfarbe
  • Pinsel
  • Geschenkband
  • Aufkleber
  • Edding
  • Papier
  • Fantasie

Los geht’s, für dieses Valentins-DIY braucht ihr nur ca. 30 Minuten!

Pinselt zuerst das Glas mit Acrylfarbe an, auch den Deckel. Trocknen lassen. Ich mache meist am Folgetag weiter:

Dekoriert jetzt das Glas mit euren Lieblings-Utensilien. Ich habe mich für eine weiße Grundierung entschieden, um die Deko in der Farbe der Liebe zu halten. Geschenkband herum, fertig!

Der Inhalt des Valentins-DIY

Auf kleine Notizzettel schreibt ihr nun beispielsweise

  • Liebeszitate
  • Gute Wünsche
  • Paare-Bucketlist
  • Erinnerungen (gemeinsame Reiseziele usw.)
  • Geheimnisse

Ich habe mich für die letztere Variante entschieden, frei nach dem Motto, „was du noch nicht von mir wusstest!“.

Das bringt doch gleich ganz neuen Reiz in die Beziehung! Wer mag, bastelt dem Partner gleich noch ein Glas mit!

Gerade für Paare mit wenig Zeit im Alltag sind solch kleine Fluchten doch eine nette Abwechslung. Aber wisst ihr was? So etwas sollte nicht nur zum Valentinstag eine Rolle spielen. Aufmerksamkeit und Respekt und kleine Überraschungen erhalten die Liebe.

Und nun meine 5 geheimen Fakten: Was ihr garantiert noch nicht über mich wusstet:

  • Ich habe unter einem Pseudonym ein erotisches EBook veröffentlicht
  • Ich mag keine Chips, esse sie notfalls aber trotzdem
  • Mein Mann und ich waren kein Jahr zusammen, da wurde ich schwanger
  • Ich hatte mit 15 einen doppelten Bandscheibenvorfall
  • Durch die Weissfleckenkrankheit „Vitiligo“ trage ich immer starken Sonnenschutz

So, das wars von mir, jetzt aber schnell, der 14. rückt näher! Notfalls füllt die Gläser mit Schokolade, das zieht fast immer!

Und nun, lässt Amor sprechen!

Eure Victoria

Eltern aufgepasst – was ihr noch nicht über Nutella wusstet

Nutella, das süße braune Gold des guten Geschmacks – von vielen geliebt, von anderen gehasst: Kaum eine Marke auf dem schokobraunen Markt polarisiert so sehr.

Und weil am 5. Februar offizieller Nutella-Tag ist, stelle ich euch den leckeren Italiener mal näher vor – mit all den Vorzügen und all den Nachteilen. Ich bin übrigens Fan von Bionella, das schmeckt auch toll nach Haselnüssen, ist aber weniger süß. Was ist denn euer Lieblings-Aufstrich? Oder verratet ihr mir euer Lieblings-Rezept für einen Schokoladenaufstrich? Jetzt geht es aber erst einmal los mit allen schokoladigen Seiten der beliebten Haselnusscreme: Vorhang auf für Nutella!


Nutella Kinder Kritik


Nutella – die Geschichte

Nutella ist eine Nuss-Nougat-Creme des italienischen Herstellers Ferrero. Zutaten sind Zucker, Palmöl, geröstete Haselnüsse, Milchpulver, Kakao, Sojalecithin und Vanillin.
Nutella ist heute unter anderem in vielen Ländern Europas, den USA, Kanada, Mexiko, China, Japan, den Philippinen, Australien, Südafrika und einigen Ländern Südamerikas erhältlich. In Deutschland gibt es Nutella seit 1965.
Nutella wurde 1940 von dem Konditor Pietro Ferrero im Piemont, Italien entwickelt. Anfangs hieß es übrigens Pasta gianduja. Nutella ist übrigens ein Kunstwort aus dem englischen nut (Nuss) und der italienischen weiblichen Verkleinerungsform -ella.
Nutella wird seit den 1960er Jahren für den deutschen und nordeuropäischen Markt im mittelhessischen Stadtallendorf im dortigen Ferrero-Werk hergestellt.
Ferrero verkauft heute jährlich 250.000 Tonnen Nutella in weltweit 75 Ländern.
(Quelle: Wikipedia)

Nutella – die Rezeptur (-änderung)

Die Rezeptur von Nutella unterscheidet sich von Land zu Land. In Europa wird Nutella nach zwei verschiedenen Rezepturen hergestellt.
Die deutsche Rezeptur von Nutella enthält „Zucker, Palmöl, Haselnüsse (13 %), Magermilchpulver (8,7 %), fettarmer Kakao, Emulgator Lecithine (Soja), Vanillin“.
2017 wurde der Anteil an Magermilchpulver auf 8,7 % erhöht. Der Zuckergehalt ist somit gestiegen, der Fettgehalt dagegen leicht gesunken. Der Kakaoanteil liegt bei unter 8,7 % und nicht, wie oft vermutet wurde, bei bis zu 13 %.
Der Haselnussgehalt von Nutella liegt mit 13 % nur knapp oberhalb des Mindestanteils von 10 %.
(Quelle Wikipedia)

Nutella – die Kritik

Nutella geriet mehrfach in die Kritik. Was den meisten Leuten wohl im Ohr blieb, war das Palmöl: Hier gibt es mittlerweile jedoch keinen Grund mehr, Nutella bzw. Ferrero zu kritisieren: Der Palmölanbau ist absolut nachhaltig und sogar Greenpeace bewertet Ferrero hierfür sehr positiv. Für die Palmölplantagen darf u.a. kein Land mehr gerodet werden.
Mehr Infos dazu:
Palmölanbau



Insgesamt ist die Rezeptur natürlich alles andere als gesund, aber das wisst ihr sicherlich selber: Der hohe Zucker- und Palmölgehalt und der geringe Haselnussanteil sprechen für sich. Palmöl steht im Verdacht, in großen Mengen krebserregend zu sein.
Palmöl krebserregend

2015 kritisierte Greenpeace Kinderarbeit bei der Herstellung der Rohstoffe. Ferrero reagierte, man „missbillige Kinderarbeit“, konnte die Vorwürfe aber nicht entkräften.
Greenpeace

Im Juni 2015 sorgte ein Aufruf der französischen Umweltministerin Ségolène Royal zum Verzicht auf Nutella (wegen der Palmöl-Problematik) für einen Eklat. Später entschuldigte sich Royal für ihre Aussage.

Ein anderer Punkt ist die Rezeptänderung, die 2017 großes Thema war. Der Schokoladenaufstrich schmeckt nun süßer, viele Fans beklagen den neuen Geschmack und trauern der alten Rezeptur hinterher.

Aktuell steht Nutella wegen einer Rabattaktion von der Supermarktkette Intermarché in Frankreich in den Medien: 70 Prozent Rabatt auf Nutella – Dieses Angebot führte in Frankreich zu Tumulten in den Supermärkten. Das Wirtschaftsministerium kündigte Ermittlungen wegen der niedrigen Preise an. Ferrero kritisiert die Supermarktkette für ihr Vorgehen scharf.
Rabattaktion

Nutella hat zudem ein Problem mit der Haselnuss: Im Januar 2018 beklagt das Pestizid-Aktionsnetzwerk Lateinamerika (auf Spanisch abgekürzt RAP-AL) die Verwendung des Pestizids Paraquat in Chile. In der EU ist das Pflanzenschutzmittel seit 2007 verboten.
Nach Angaben Ferreros stammen die in Nutella verwendeten Haselnüsse (für Deutschland) aus der Türkei und aus Italien. Wofür dann die chilenischen Nüsse? Laut Süddeutscher Zeitung belief sich die Ernte in Chile im Jahr 2016 auf 20 000 Tonnen, Ferreros Anteil daran betrug demnach wohl 98 Prozent. Auf eine entsprechende Frage der Süddeutschen Zeitung antwortete der Konzern allerdings nicht.
Pestizide im Nutella


„Mit Nutella schlafe ich am Liebsten in der Löffelchenstellung!“



Nutella – die Alternativen

Nutella ist natürlich nicht der einzige Stern am Schokoladen-Haselnuss-Himmel. Als kleine Service-Einlage habe ich euch noch einige Schokoladenaufstriche aufgelistet. Ist euer Lieblings-Aufstrich dabei?

Rapunzel Bionella
Rapunzel Samba
Rapunzel Tiger
Nudossi
Nuss-Nougat-Creme von Schneekoppe
Minus-L Nuss-Nougat
Zentis Nusspli

Außerdem hat heutzutage jeder Supermarkt einen eigenen Schoko-Aufstrich:
Bei Lidl, Kaufland, Real und Penny findet ihr beispielsweise Eigenmarken.

Und es gibt noch viel mehr: Zum Beispiel Schokoladenaufstrich von Veganz, Attila Hildmann oder auch

Gepa Fair Trade
Nussenia
Dennree
Vivani
Alnatura
Grashoff
Xylith Nuss Nougatcremes
Body Attack Protein



Gebt einmal „Schokoladenaufstrich“ in die Suchmaske eurer Suchmaschine ein – da könnt ihr aus 1001 Schokoaufstrich auswählen!

Nutella – selbstgemacht

Ein Schokoaufstrich ist übrigens auch blitzschnell selbstgemacht!

Schwabmünchens Blitzrezept by Julian

1 Teil Kokosöl

2 Teile Schokolade (zb Vollmilch, Zartbitter oder Haselnuss – auch gemischt)

Alles im Wasserbad schmelzen und verrühren. Danach in Gläser füllen und kühl und schattig aufbewahren (im Kühlschrank wird die Creme sehr hart).

Tipp: Für die vegane Variante Zartbitter wählen, kosten gar nicht viel und enthalten im Normalfall keine Milch.

Danke, Julian!

PS selber getestet und superlecker!

Schneller Kokos-Haselnuss-Schokoladenaufstrich

200 g Kokosöl
4 EL Mandelmus oder Haselnussmus, alternativ eine Tasse Haselnüsse im Backofen ca. 15 Min. rösten und anschließend im Mixer zerkleinern
ca. 15 Datteln (ich nehme Dattelsirup zum Süßen)
2 EL Kakao entölt
1 Tafel Schokolade nach Wahl (ich nehme zartbitter)
Gehackte Nüsse (Cashew, Mandel) nach Belieben zur Dekoration oder Beimengung

(wer weniger braucht, halbiert einfach die Zutaten. Die Datteln nach Belieben zugeben, um die Creme zu süßen)

Zuerst das Kokosöl mit der Tafel Schokolade im heißen Wasserbad in einer Schüssel verflüssigen. Die Datteln – falls nötig – entkernen und mit dem Mandelmus pürieren.
Tipp: Datteln vorher über Nacht einweichen.
Zum Pürieren eignet sich ein Stabmixer ganz gut. Das nun flüssige Kokosöl mit der Schokolade dazu mischen und danach den Kakao – und nach Bedarf, gehackte Nüsse, zugeben.
Die Creme in passende Behälter füllen (ca. 3-4 Gläser) und anschließend im Kühlschrank kalt stellen.

So, zur Feier des Tages mache ich mir nun ein Glas auf – allerdings greife ich da zum Konkurrenzprodukt. Das macht aber nichts, das schmeckt heute genauso gut! Also, hoch die Löffel, und ein Prösterchen auf den Erfinder Pietro Ferrero! Denn ohne ihn gäbe es auch die Konkurrenzprodukte nicht!

Was ist euer Lieblingsprodukt?

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Kinderhelden im Interview: Die Knöpfleswäscherin

Die Knöpfleswäscherin ist Heldin meiner Kindheit – die Statue steht im Herzen von Heidenheim auf der rauen Ostalb: Wir Kinder warfen immer Münzen in den Brunnen und tobten am Rand herum. Heutzutage führt die Knöpfleswäscherin Touristen und Interessierte durch die Stadt. Knöpfle ist übrigens Synonym für Hefeklöße. Der Legende nach brachte eine Frau ihrem Mann frische Hefeknöpfle zur Arbeit, auf dem Weg dorthin stolperte sie und das Essen lag im Dreck. Doch die Schwäbin wusste sich zu helfen: Rasch abgewaschen, waren die Knöpfle so gut wie neu… mehr dazu am Ende des Textes. Und nun: Welcome, Heldin meiner Kindheit!

Steckbrief

Name: Knöpfleswäscherin

Wohnt bei: bei ihrem Mann dem Nachtwächter von Heidenheim

Wohnt in: Heidenheim

Lieblingsfarbe: lila

Lieblingstier: Katze und Hund

Motto: Was kostet es eigentlich Träume wahr werden zu lassen? Mut, nur Mut!

Wünschebrunnen
Die Knöpfleswäscherin in Aktion: Hier beim Wunschbrunnen mit ihren jungen Besuchern.

Hallo Knöpfleswäscherin, seit wann arbeitest du denn bei der Stadt Heidenheim?

Seit 12 Jahren.

Wie sieht dein Alltag aus? Beschreibe doch kurz einen Tag in wenigen Stichpunkten:

Ich ziehe mein Sonntagshäs an und führe Menschen durch die Stadt Heidenheim. Ich zeige ihnen die schönsten und romantischsten Plätze und erzähle, in meiner Mundart Schwäbisch, Geschichten dazu, wie es einmal so war vor langer Zeit in unserer schönen Stadt. Mit den Kindern „schwimme“ ich dann durch den Wedel, „besteige“ unsere Stadtmauer und sehe mir das „gruselige“ Uhuloch“ und den Schandturm an.

Mit wem verbringst du denn am liebsten Zeit?

Natürlich mit meinem Mann dem Nachtwächter, mit meiner Familie, Freunden, Enkeln und den vielen netten Menschen, die mich auf meiner Tour begleiten.

Was ist das Spannendste an deiner Arbeit?

Dass ich nie weiß, wer mit mir mitgeht und welchen Menschen ich begegne.

Können dich Leute bei der Arbeit besuchen?

Ja klar. Ohne sie hätte ich keine Arbeit – außer meine Knöpfle zu waschen.

Gibt es auch etwas, was du gar nicht magst?

Unehrlichkeit und Leute die keinen Spaß haben.

Wie verbringst du deine Mittagspause und was gibt es da Leckeres zu Essen?

Mal alleine, mal mit meiner Familie. Ich esse natürlich am Liebsten Knöpfle mit ganz viel leckerer Soße und italienisch mag ich auch ganz gerne.

Wie heißt dein bester Freund?

Mein bester Freund ist mein Mann der Nachtwächter.

Was wolltest du deinen Fans immer schon sagen?

Danke fürs mitgehen und zuhören. Bleibt mir und der Stadt Heidenheim gewogen.

Ond guggad mol mein Film au em you tube „Em Zwetschgagärtle“ mit der Knöpfleswäscherin. Nau wissad r au, wia schäbisch gat! Hier klicken!

Liebe Knöpfleswäscherin, vielen Dank für das tolle Interview! Und wer Lust bekommen hat, zwei, drei Knöpfle zu essen und dabei die Knöpfleswäscherin zu besuchen, fährt einfach mal nach Heidenheim! Denn die Ostalb hat ja vieles zu bieten, gerade mit Kindern. Schaut mal in meinen vorigen Reisebeitrag!

 


 

Und hier noch die Geschichte der Knöpfleswäscherin:

Der „Knöpfleswäscherin“-Brunnen belebt den Platz vor dem Elmar-Doch-Haus. Der Bildhauer Albrecht Kneer schuf diese originelle Bronzeplastik, die 1984 der Öffentlichkeit übergeben wurde, nach folgender Anekdote: Eine hiesige Bürgerin wollte einst ihrem Mann einen Korb voller Knöpfle, einer einheimischen Hefeteig-Spezialität, die entfernt mit Dampfnudeln vergleichbar ist, in die Fabrik bringen. Unterwegs stolperte sie und Korb nebst Knöpfle lagen auf der Straße. Die Frau war um eine schwäbisch-pragmatische Lösung des Problems nicht verlegen, wusch die Knöpfle in der Brenz und brachte sie ohne viel Aufhebens ihrem Mann. Dem schmeckten die Knöpfle und er bemerkte auch gar nichts. Seit damals haftet den Heidenheimern daher der Beiname „Knöpfleswäscher“ an.


Vielen Dank an die Stadt Heidenheim, die die Bilder und auch die Geschichte hinter der Knöpfleswäscherin zur Verfügung stellte. Jegliche Verbreitung und Vervielfältigung ist untersagt und nur nach Rücksprache gestattet. Text und Bild sind urheberrechtlich geschützt.