Risiko-Schwangerschaft mit Bluthochdruck

Bluthochdruck gehört zu Deutschlands Volkskrankheiten. Viele Menschen leiden sogar darunter und wissen es nicht einmal. Und wenn der Fiesling Bluthochdruck einmal zugeschlagen hat, mag er auch nicht wieder gehen. Zumindest nicht so schnell und freiwillig schon gar nicht.

Was ist eigentlich Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind. Ärzte sprechen in diesem Fall von Hypertonie oder arterieller Hypertonie. Bei 90 Prozent der Hypertoniker ist eine organische Ursache nicht erkennbar. Diese Art des Bluthochdrucks wird essentielle Hypertonie genannt oder auch primäre Hypertonie.

Bei etwa 10 Prozent der Betroffenen sind organische Erkrankungen wie zum Beispiel die Verengung der Nierenarterien die Ursache dafür, dass der Blutdruck zu hoch ist. Das nennt sich dann Sekundäre Hypertonie. (Quelle: Hochdruckliga)

Was ist normaler Bluthochdruck, was Hypertonie?

Werte von 120 / 80 mm Hg gelten als normal. Niedrigere Werte sind ebenso in Ordnung. Auch Werte zwischen 120 / 80 mm Hg und 129 / 84 mm Hg liegen im Normbereich. Liegt der Blutdruck zwischen 130 / 85 mm Hg und 139 / 89 mm Hg, so gilt das als „hoch normal“. Das heißt, er ist zwar ein wenig zu hoch, aber noch normal.

Ab einem Blutdruckwert von 140 / 90 mm Hg und höher spricht man von Hypertonie. Blutdruckwerte zwischen 140 / 90 mm Hg und 159 / 99 mm Hg werden leichte Hypertonie genannt. Werte zwischen 160 / 100 mm Hg und 179 / 109 mm Hg sind mittelschwer einzuordnen. Höhere Werte gelten als schwere Hypertonie.

Warum ist Bluthochdruck so gefährlich und warum sollte ich ihn behandeln lassen?

Bluthochdruck ist ein schleichender Feind; er schädigt im Laufe der Jahre wichtige Organe. Das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren und die Blutgefäße sind davon betroffen. Lebensgefährliche Folgen sind Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wer seinen Bluthochdruck behandeln lässt, beugt Organschädigungen und einem vorzeitigen Tod vor. Mit ärztlicher Kontrolle lässt sich Bluthochdruck mittlerweile gut einstellen.

Mehrfach täglich messen ist bei einer Medikamentenumstellung angesagt!

Warum dieser Text?

Das waren einige Fakten zum Thema Bluthochdruck. Was soll ich sagen; mich erwischte es sechs Monate nach der Schwangerschaft. Unvorbereitet. Mit Dauerschwindel wurde ich sofort ins Krankenhaus überwiesen, eine Woche versuchten Ärzte der Ursache auf die Spur zu kommen.

AH! Baby bekommen und Krankenhausaufenthalt? Keine Sorge, dann wird man auf die Wochenbettstation verlegt, um das Ansteckungsrisiko für das Baby zu minimieren. Wer noch stillt oder das Baby mitnehmen muss, darf das auch tun. 

Die Ärzte waren ratlos. Der Schwindel wollte nicht weg, mein unterer Wert horrend hoch. Medikamente wurden verabreicht, der Blutdruck pendelte sich entsprechend ein. Neurologe, Kardiologe, Assistenzarzt und Chefarzt: Vom Herzultraschall über EKG und Belastungs-EKG zu Langzeit-Messung: Keine Ursache für Bluthochdruck erkennbar.

Bluthochdruck kann übrigens auch genetisch veranlagt sein. Oder ein Organ wie die Schilddrüse ist dafür verantwortlich. Möglichkeiten gibt es viele, sind alle ausgeschlossen, ist es wohl die Genetik. Bei rund 90 % aller Patienten findet sich keine Ursache. Stressreduktion sollte helfen (alle jungen Mütter bitte an dieser Stelle einmal HAHAHA), ebenso Gewichtsreduktion, Sport und Ernährungsumstellung.

Schön und gut, das alles steht bereits auf der Tagesordnung. Geholfen hat es gegen hohen Blutdruck nicht. Wie rund 20-30 Millionen andere Deutsche lebe ich mittlerweile damit und nehme Medikamente. Mehrfach im Jahr gibt es eine 24-Stunden Kontrolle, ich kontrolliere selber auch regelmäßig Blutdruck und Puls.

Schwangerschaft und Bluthochdruck?

Mein Arzt sagte einmal: „Wenn Sie eine weitere Schwangerschaft anstreben, bin ich der letzte, der sich dagegen ausspricht; da gibt es Mittel und Wege.“

Ich habe mich daher einmal schlau gemacht, was passiert, wenn eine Frau mit Hypertonie schwanger wird:

Der Frauenarzt wird als erstes den Medikamentenplan der Schwangeren überprüfen und umstellen. In den meisten Fällen erhalten Schwangere ein anderes Medikament gegen Bluthochdruck. Statt einmal täglich heißt es dann eben, dreimal täglich Tabletten nehmen.

Das Frühstück war gut, der untere Wert schlecht; darum kontrolliere ich regelmäßig.
Anfangs wirken eventuell die alten Medikamente nach. Daher kann der Blutdruck nach unten rutschen. Mehrfach am Tag selber messen und mit Rücksprache eventuell Dosierung anpassen ist dann erforderlich. Nach zwei bis drei Wochen hat sich der Blutdruck dann normalerweise eingependelt.

Während der Schwangerschaft ist eine engmaschige Kontrolle und Abstimmung mit dem Arzt wichtig. Aber auch äußere Faktoren, wie

  • Ruhezeiten zur Stressvermeidung
  • Gesunde Kost (Pflanzlich bevorzugt)
  • leichte Bewegung
  • Salz vermeiden
  • weder Alkohol noch Nikotin (sollte in Schwangerschaft selbstverständlich sein)
  • Pflanzliche Fette bevorzugen
  • eigenes Blutdruckmessgerät
  • regelmäßige Kontrolle und Tagebuch

Fast jeder Dritte hat in Deutschland mit Bluthochdruck zu kämpfen. Nicht immer sind die Ursachen zu finden. Aber eine Schwangerschaft deshalb auszuschließen? In manchen Fällen ist das eventuell nötig, gerade bei weiteren Erkrankungen. Mit aktiver Mitarbeit und ärztlicher Kontrolle ist das jedoch normalerweise kein Problem mehr.

Trotz alledem können Risiken auftreten, häufig jedoch wenn der Blutdruck erst während der Schwangerschaft nach oben geht. Dazu gehören u.a.

  • Präeklampsie
  • Gestosen
  • HELLP-Syndrom

Bei Risikoschwangeren wird daher manchmal die Geburt vorgezogen. Treten starke Kopfschmerzen, Schmerzen im Oberbauch und Sehstörungen auf, ist dies ein Zeichen für einen Notfall – die Schwangere sollte sofort eine Klinik aufsuchen.

Viele Ärzte behandeln Risikoschwangere von der 16. bis zur 34. Woche vorbeugend mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure. Auf eine Spät-Präeklampsie nahe am Geburtstermin hat das keinen Einfluss. (Quelle: Apothekenumschau)

AH! Messgeräte regelmäßig überprüfen lassen, beispielsweise in der Apotheke!

Viele Informationen findet ihr auch hier:

Hochdruckliga

Internisten im Netz

NDR Rezepte Bluthochdruck

 

 


4 Gedanken zu “Risiko-Schwangerschaft mit Bluthochdruck

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