Baby & Pferd - Zeitmanagement 

Ist das Baby erst einmal auf der Welt, ticken die Uhren anders. Schon in der Schwangerschaft braucht es viel Planung und Organisation, das Pferd zu versorgen.

Nun ist das Kind da; wie plane ich die Versorgung?

Generell sage ich: Vorbereitung ist die halbe Sache.

Steht das Pferd in einem Pensionsstall, tun sich Neu-Eltern leichter. Selbstversorger kümmern sich mit Beginn der Schwangerschaft um eine Vertretung.

TIPP: Im Augsburger Raum empfehle ich die Stallengel, sie misten aus, Koppeln ab, füttern und versorgen Pferde zuverlässig nach Anweisung.

Geburt & Wochenbett

Den errechneten Geburtstermin rechtzeitig im Stall bekanntgeben (Stallbesitzer, Mitversorger, Reitbeteiligung, Pferdepfleger). Eine WhatsApp-Gruppe mit allen wichtigen Personen benachrichtigt in einem Schwung alle Personen über ihren Einsatz.

Wichtig: Leute anweisen, sich unter sich abzustimmen, dass Ihr Ruhe habt! Eine Person als „Notfallkontakt“ bestimmen und schriftliche Vollmachten erteilen.

Ebenso empfehlenswert:

  • Gegen Aufpreis misten lassen falls nicht im Preis enthalten
  • Fütterungen sind in der Regel im Preis enthalten, Sonderfutter in Tupperboxen wochentagsweise abfüllen (lassen)
  • Stallkollegen für Hufpflege einspannen und seinem Schmied vorab Bescheid geben und Geld überweisen
  • Koppelservice nutzen
  • Mit Stallkollegen abstimmen, ob sie das Pferd teilweise mit versorgen oder bewegen
  • Pause einplanen: Eine Pause mit genug Bewegung auf der Weide schadet nicht. Sogar Jungspunde profitieren davon

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Pferd & Kind unter einen Hut

…und täglich grüßt das Murmeltier:

  • Baby anfangs in Kinderwagen oder Trage dabei; so kann einfache Stallarbeit verrichtet werden
  • Zweite Bezugsperson mitnehmen wenn es geht; Stallkollegen springen bestimmt auch gern mal ein
  • Gepackte Stalltasche mit Baby-Utensilien erleichtern die Handhabung
  • Gefährliche Aktionen meiden: Zum Beispiel Pferde mit Baby in der Trage auf die Koppel bringen, birgt Gefahrenpotenzial
  • Baby immer an einen geschützten Ort stellen (Staub, Sonne, Regen, Haare, Pferde,..)

Mein Tag mit Pferd & Kind

10:00 Auto packen und in den Stall fahren

10:40 Mit einem Zwischenstopp Ankunft im Stall

10:45 Kinderwagen rauswuchten, Flasche mixen und Baby auf Beifahrersitz füttern

11:05 Baby auf Rücksitz wickeln und anziehen und ab in den Kinderwagen. Moskitonetz nicht vergessen!

11:10 Schubkarre mit Besen und Mistboy mit links hinterherziehen, rechts schiebt den Kinderwagen zu den Paddocks. Glück: Die Pferde sind gerade auf der Koppel, ich stelle das Kind im Schatten des Nachbarpaddocks ab und miste

Nach fünf Minuten Protest; das Baby sieht nichts. War klar: Kind beruhigen; weitermachen. Kind findet Kinderwagen doof, ich lege die Tragehilfe an und miste nun mit einer Hand weiter. Geht alles mit richtigem Schuhwerk.

AH! Kinder warm einpacken wenn es kühl wird: Sie sitzen meist nur im Buggy oder liegen im Kinderwagen. Nur weil ihr beim Heu schleppen schwitzt, ist dem Kind nicht auch warm!

11:35 ich fülle Wasser auf. Mit Eimern. Einhändig.

Das Heu fehlt noch. Das mache ich später. Im Stall will ich Futter abfüllen, aber das Baby hat Hunger. Ins Auto, Baby aus Bondolino schälen, stillen und währenddessen Flasche anmixen. Dabei blöde Blicke ignorieren. Das nächste Mal sitze ich wieder hinten – getönte Scheiben!

Irgendwann ist das Kind satt und müde. In den Kinderwagen! Jetzt schnell Pferde herein holen und Heu auffüllen! Ich bitte eine Bekannte, nach dem Kind zu schauen.

Mit beiden Pferden an der Hand komme ich zurück. Das Kind schreit. Alleine. Die Bekannte unterhält sich 10 m weiter und ignoriert ihn. Ich bringe die Pferde weg und renne; gar nicht so einfach mit der Symphysenlockerung!

Nach fünfzehn Minuten hat sich der arme kleine Mann wieder beruhigt. Die frage ich künftig besser nicht mehr, war wohl überfordert.

Das Kind nickert, ich stelle es in den Schatten und renne: Heu holen! Rechtzeitig zum Imbiss bin ich fertig. Die Reitlehrerin fährt eine Runde um den Stall, ich fülle Futter auf und kratze Hufe aus.

Noch einmal Windelwechsel, dann geht es nach Hause. Um 14:28 Uhr sind wir da. Ich rühre das nächste Fläschchen an.

Pferd bewegen – wie denn?

Manch einer Schwangeren wird geraten, das Reiten aus gesundheitlichen Gründen zu unterlassen. Generell sind Schwangerschaften und Reiten ein Streitthema. Aber darum geht es heute nicht. Denn auch kurz nach der Geburt ist es meist nicht möglich, sich direkt auf das Pferd zu schwingen.

Das Pferd will bewegt werden: Was also tun?

  • Reitbeteiligung suchen, eventuell sogar eine Zweite
  • Professioneller Beritt
  • Longe & Doppellonge*
  • Bodenarbeit
  • Stangenarbeit vom Boden aus
  • Zirkuslektionen
  • Stallkollegen fragen
  • Freilaufen lassen
  • Pause für das Pferd planen durch Trächtigkeit, Sommer auf der Alm oder ähnl.
  • Spazieren gehen

AH! Ich habe es mir einfach gemacht und dem Ehemann gezeigt, wie man korrekt longiert. Außerdem hat er Bodenarbeit mit meiner Stute gemacht. Eine Reitbeteiligung und eine Freundin sind reiterlich eingesprungen.

*Restrisiko bei stürmischen Pferden, es kann zu ruckartigen Bewegungen kommen

CHECKLISTE ZUM DRUCKEN: BABY & PFERD – WAS IST ZU TUN? Hier:

CHECKLISTE Baby und Pferd

Mit freundlicher Unterstützung durch den TRABERBLOG

In Teil 2:

  • Was nehme ich mit in Stall (Baby-Equipment)
  • Vorlage Boxenschilder
  • Life-Hacks für Baby & Pferd

 

 


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