Vom Strampler bis zur Strumpfhose: Bio, fair, nachhaltig – Fehlanzeige Teil 3

Jeder Deutsche verdient pro Stunde im Schnitt 19,65 €*.

Deutschland zählt zu den reichsten Ländern der Erde, und doch wird sich viel beklagt und gespart. Nicht für den Sparstrumpf, sondern beim Kleidungskauf. Billigbekleidung wohin das Auge reicht. Gerade Eltern greifen gerne darauf zurück, Kinder wachsen schnell aus ihrer Kleidung heraus. 

Die Mode ändert sich rasant, die Kleidergröße auch. Kinderkleidung soll nicht nur zweckmäßig, sondern auch hübsch anzuschauen sein: Geblümt, gestreift, Tierchendruck und hipper Schriftzug. Niemand möchte gern zurückstecken und seinen Kindern etwas Neues gönnen. Und Kindersachen shoppen ist ja auch was Tolles! Ich nehme mich da nicht aus!

Verantwortung: Jeder Käufer von Kinderkleidung bestimmt über die Nachfrage nach fair gehandelter Kleidung ohne Kinderarbeit.

Häufiges Einkaufen verlangt nach guten Preisen, schließlich soll vielleicht doch noch etwas in den Sparstrumpf. Beim Einkaufen wird gespart, und das ist heutzutage so einfach wie nie. Etliche Discounter bieten mittlerweile optisch schöne Babyklamotten, auch aus Bio-Baumwolle, an. 

Und jetzt komme ich und sage: „Kauft nachhaltig, öfter mal Fairtrade!“ Wo jeder, der einmal im Weltladen war, weiß, wie teuer das ist. Teuer? Wirklich? 

Ich gehe in den lokalen Weltladen – auf der Suche nach fair gehandelter Babykleidung. Nichts. Ich frage nach: Lokal besteht keinerlei Nachfrage nach Kinderkleidung. Jeder Weltladen kann sein Sortiment selber aus der vorgegebenen Auswahl der Vertragspartner (fairTrade) bestimmen. Vereinzelt wird mal eine Tunika gekauft; ansonsten sind im Laden vorwiegend Lebensmittel, Accessoires und Kunst zu finden. Zumindest wird der Weltladen recht gut und regelmäßig besucht, habe ich mir sagen lassen. 

Etwas resigniert kaufe ich Bananen und Muttertagsgeschenke. Und Kaffee. 

Funktionskleidungshersteller Schöffel hat hier nicht nur seinen Hauptsitz, sondern auch ein Ladengeschäft. Ein kleines Randsortiment von „Armed Angels“ findet sich dort. Lobenswert, ein Anfang. Aber so richtig Kinder- und Babyklamotten? 

Beim Biohofladen ergattere ich frischen Spargel und finde außerdem selbstgenähte Hosen und Mützen für die Kleinsten. Zu moderaten Preisen. Doch woher kommt der Stoff nun wieder? Mühselig, das Unterfangen. 

Klar, Kleiderbörsen und Secondhand-Geschäfte sind nachhaltig und günstig, genau wie lokale Tauschbörsen im Internet. Mir geht es jedoch um den Neuerwerb schöner Kleidung.

Ich werfe das Internet an. 

Lokal ist es nicht weit her mit der ökologischen Kleidung. Aber in Augsburg wirbt die „LatzTruhe“ mit fairer, nachhaltiger Kleidung zu moderaten Preisen. Geht doch. Auch „manomama“ bietet faire Kleidung an, leider ist die Auswahl für Kinder sehr begrenzt. 

„Glore“ in der Augsburger Stadtmitte gehört zu einer Ladenkette. Stylische Produkte für Kinder & Babys sind auch hier erhältlich. Knappe 25 Euro für einen Babybody erscheint eine ungeheure Summe, zumal Frau ja diverse fürs Kind braucht. Allerdings ist das gute Stück wirklich stylisch. Und Transparent in Sachen Herstellung; Herkunftsland (in dem Fall Portugal), Biobaumwolle (mehr Infos) und GOTS Siegel inklusive. 

Übrigens: Online geht fair manchmal günstiger: Der Avocadostore aus Hamburg hat Babybodies für knapp 10 Euro im Angebot: Schick, Bio & GOTS-Siegel dabei. 

Nur das Beste für das Kind: Gar nicht so einfach!

Mir ist bewusst, dass nur sehr gut verdienende Eltern sich diesen „Luxus“ von neuen, trendigen Klamotten mit fairem Gütesiegel leisten können (zumindest in Masse). Gerade beim ersten Kind wird soviel gekauft, viel zu viel meist. Auch hier – passierte mir genauso. Und wird es sicherlich auch künftig.

Aber: Ich ergänze künftig den Kleiderschrank um faire, ökologische Kleidung. Beim Einkaufen auf Qualität statt Preis achten, keine leichte Aufgabe im Shopping-Wahn. 

Wie heißt es so schön: „Ich habe nicht das Geld, um billig einzukaufen.“

Sehr günstig ist eben doch am falschen Ende gespart: Meist halten die Kleidungsstücke nicht so lang oder bleichen schnell aus. 

Spannend für alle Interessierten ist sicherlich auch der Beitrag von Bloggerin Nenalisi über die „fair wear foundation“. Ein Zusammenschluss verschiedener Textilunternehmen für mehr Fairness und Transparenz; mit dabei u.a. Armed Angels, Takko, Schöffel, Jack Wolfskin uva.

Im vierten und letzten Teil erzähle ich noch etwas über Herstellungsprozesse und habe außerdem Tipps parat.

*cecu.de, Brutto 


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