Ratgeber: Minenfeld Beziehungsglück – wenn das Baby kommt 3

Ich greife dieses sensible Thema bewusst auf, da ich fast täglich auf Facebook oder anderswo die Meldung sehe, X & Y haben sich getrennt. Kurz nach der Geburt oder in den ein bis zwei Jahren drauf. Deshalb ist mir diese Artikelreihe ein großes Anliegen. Ein Mutmacher für Neu-Eltern!

Es kriselt im neuen Babyglück? Im dritten Teil kommen andere Mütter zu Wort – und zwei Väter – und plaudern aus dem Nähkästchen*:


„Anfangs war alles rosarot, wir schwebten auf Wolke 7. Dann, nach ein paar Wochen, kam der große Knall. Wir stritten und haben nur das Nötigste geredet, wegen dem Baby. Ich wäre am Liebsten gegangen. Aber so einfach ist das leider nicht. Nun ist unsere Tochter 4 Jahre alt, es ist alles ruhiger geworden. Aber das erste Jahr war wirklich hart. Jetzt bin ich wieder schwanger, ich hoffe, das wird nicht wieder so.“ (Claudia, 31 Jahre)

„Die erste Schwangerschaft war bei uns schon nicht einfach, mein Mann war viel auswärts unterwegs. Beim Frauenarzt war ich immer alleine. Zum Glück kam er rechtzeitig zur Geburt. Danach war unser Verhältnis schwierig, ich fühlte mich oft allein gelassen, mein Mann verstand mich nicht. Ich hatte ihn ja so kennen gelernt. Wenn er dann da war, stritten wir meistens. Ein Vermittler, ein guter Freund, half uns. Wir haben verstanden, dass wir nun als Familie handeln müssen. Es war ein langer Weg, aber wir sind mittlerweile wieder glücklich. Ich rate jedem Paar, sich die Zeit zu geben und auch Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ (Silva, 41)

„Als Mann ist die Umstellung besonders schwierig, man ist ja quasi „außen vor“ – ohne Schwangerschaftsgebrechen und so weiter. In der Zeit kriselte es häufiger, da meine Frau oft empfindlich reagierte. Und Geduld war auch noch nie meine Stärke. Als das Baby kam, war ich so glücklich. Aber alles drehte sich darum! Nach der Arbeit spontan mit Freunden treffen oder mit meiner Frau Essen gehen, das alles ging nicht mehr. Ich hatte das Gefühl, rund um die Uhr für meine Familie da sein zu müssen. Ich wurde immer unzufriedener und habe das oft an meiner Frau ausgelassen. Im ersten Jahr habe ich gelernt, dass wir nun eine neue Einheit zu dritt sind, und dass jeder Einzelne Bedürfnisse hat. Wer diese nicht wahrnimmt, wird unglücklich. Aber die Umstellung, das zu akzeptieren, brauchte Zeit.“ (Ben, 42)


„Die Schwangerschaft verlief total harmonisch. Peter und ich waren ein „perfektes Paar“, ergänzten uns gut. Aber in den ersten Babyjahren erkannten wir uns teilweise selbst nicht wieder. Wir stritten viel, um Nichtigkeiten, jeder war mittlerweile ohne Nerven. Scheidung war ein andauerndes Thema, ich ständig am Heulen. Aber wir wollten nicht aufgeben, alles wegwerfen. Ich kann nur sagen: Bei uns wurde es mit der Zeit besser. Viele unserer Freunde haben sich jedoch in der ersten Zeit getrennt. Die Umstellung schafften einige nicht zu bewältigen. Wir streiten heute auch noch, aber besser. Wir wollen Vorbild für unsere Kinder sein.“ (Marion, 38)

„Meine Freundin und ich waren absolut freiheitsliebend, dann kam das Baby. Wir freuten uns riesig, der kleine Wurm sollte unsere Liebe toppen. Dann fing der Stress an. Marie** mutierte zur Übermutter, ich hatte Stress im Job und Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Nach 5 Monaten fing eine neue Kollegin bei uns an, ich habe mich verliebt. Mit ihr war alles so einfach! Ich wollte reinen Tisch machen und mich trennen, zog zu einem Freund. Da hab ich erst gemerkt, wie sehr mir die kleine Familie fehlt. Meine Flucht vor Schwierigkeiten war nicht sehr erwachsen, ein Riesenfehler. Marie hat mir das bis heute glaube ich nicht verziehen, aber ich kämpfe weiter um unser Glück.“ (Ralph, 34)

Im vierten und letzten Teil der Sonderreihe gibt es Tipps, wie man das Beziehungschaos übersteht.

*Text entsprechend redigiert und mit Absprache teilweise an den Blog Kuchenerbse angepasst

**Name geändert

Bilder Pixabay


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